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Historischer Perlschneiderhof in Pasing verfällt weiter

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Sonja Haider ärgert der miserable Zustand des Perlschneiderhofs auf der Würminsel in Pasing.
Sonja Haider ärgert der miserable Zustand des Perlschneiderhofs auf der Würminsel in Pasing. © Andreas Schwarzbauer

Weil sich ein Wertgutachten der Stadt verzögert, geht beim Kauf des Pasinger Perlschneiderhofs nichts voran. ÖDP kritisiert, dass das denkmalgeschützte Gebäude dadurch verkommt

Pasing - Er ist einer der ältesten Bauernhöfe in ganz München und liegt nur 300 Meter vom Bahnhof entfernt im Herzen von Pasing. Dennoch verfällt der historische Perlschneiderhof immer weiter – und das, obwohl er teilweise in Besitz der Stadt München ist.

Pasing: Perlschneiderhof verkommt immer mehr

Der Putz des Perlschneiderhofs ist an vielen Stellen abgeblättert, in der Mauer sind Risse zu sehen, das Dach ist löchrig und rund um das Gebäude hat sich Müll angesammelt. Für ÖDP-Stadträtin Sonja Haider ist das ein Unding. Seit Jahren setzt sie sich für den Erhalt des Gebäudes am Manzingerweg ein. „Es ist fahrlässig, so ein Juwel verkommen zu lassen“, kritisiert sie. Nun nimmt sie einen erneuten Anlauf.

Der Perlschneiderhof in Pasing verfällt immer mehr.
Der Perlschneiderhof in Pasing verfällt immer mehr. © Andreas Schwarzbauer

Ärger gibt es auch um einen historischen Hof in Forstenried.

Der alte Bauernhof biete viel Potenzial. Haider kann sich dort beispielsweise das Projekt „Artist in Residence“ vorstellen, bei dem ausländische Künstler zum Austausch für ein bis drei Monate nach München kommen. Aber auch ein gastronomisches Angebot wie im alten Pumpenwerk oder eine Nutzung durch die Vereine aus Pasing-Obermenzing könnten eine Option sein. „Wir müssen die Leute in der Umgebung fragen, was sie wollen.“

Pasing: Stadt München soll Perlschneiderhof komplett kaufen

Das sei allerdings erst der zweite Schritt. Vorher müsse die Stadt das komplette Gebäude kaufen und sanieren. Das habe die ÖDP schon mehrfach beantragt.

Die Eigentümersituation der Fläche sei „sehr herausfordernd“, antwortete das Kommunalreferat im Juli. Der Stadt gehören nur 50 Prozent des Areals, die andere Hälfte ist in privater Hand. Größere Schäden am Gebäude behebe das Kommunalreferat regelmäßig im Rahmen des Bauunterhalts, um den Hof „notdürftig“ zu erhalten. „Weitere Maßnahmen sind schwerlich möglich, weil das Kommunalreferat nur Zugang zum Grundstück, nicht aber zum Gebäude hat.“

Pasing: Unterschiedliche Preisvorstellungen für Perlschneiderhof

Seit rund 40 Jahren versuche man, das gesamte Grundstück mit dem Perlschneiderhof zu erwerben. 2016 habe man die Kaufbemühungen intensiviert, teilt die Sprecherin des Kommunalreferats, Maren Kowitz, mit. „Sie konnten aber aufgrund unterschiedlicher Preisvorstellungen noch nicht abgeschlossen werden.“

Haider weiß, dass die Stadt nur 40 000 Euro geboten hat, ein Gutachten der Eigentümerseite geht allerdings von einem Wert von rund einer halben Million für das gesamte Grundstück aus. Für Haider ist letzteres deutlich realistischer: „Es ist ein Wahnsinns-Grundstück mitten in Pasing.“ Die Stadt dagegen teilte im September 2020 mit, ein eigenes Gutachten erstellen zu lassen.

„Eigentlich sollte das Gutachten schon vor einem Jahr vorliegen“, kritisiert Haider. Doch bisher habe sie noch keine Informationen darüber erhalten. Haider ärgern die Verzögerungen, denn sie kosteten die Stadt bares Geld. „Die Grundstückspreise in München in den vergangenen Jahren stark gestiegen, sodass die Stadt sicherlich mehr als die 250 000 Euro zahlen muss.“

Pasing: Hoffnung für den Riegerhof

Ein weiterer historischer Bauernhof in Pasing ist in desolatem Zustand: Der Riegerhof an der Planegger Straße verfiel in den vergangen Jahren. Doch nun gibt es Hoffnung, denn der Hof hat einen neuen Eigentümer. Dieser will das denkmalgeschützte Haus sanieren und umbauen. Der Anbau soll abgerissen und neu errichtet werden. Darüber hinaus plant er auf dem Grundstück eine Tiefgarage und ein Solitärgebäude. Eine entsprechende Bauvoranfrage prüfe die Lokalbaukommission derzeit, teilt deren Sprecher Ingo Trömer mit. 

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