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Wie die Hitze für Missklänge der Münchner Orgel sorgte

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Die Architektur der Orgel wurde nicht groß verändert, jedoch strahlt sie jetzt mit einem neuen Anstrich und neuen Klängen.
Nicht nur die Münchner litten teilweise unter der großen Hitze des Sommers. Auch manchen Orgeln in München bekamen die hohen Temperaturen nicht gut (Symbolbild). © Patricia Stücher

Groß und massiv und doch so empfindlich: Die lange Trockenheit des Sommers hat den Orgeln teils stark zugesetzt. Auch in Münchner gab es Probleme

München - Statt festlicher Klänge nur noch Zischen und Pfeifen - wegen der Hitze haben einige Kirchenorgeln in Bayern teils nicht mehr richtig funktioniert. Dabei war die Trockenheit diesen Sommer eine besondere Herausforderung für die Musikinstrumente. Bei der Erzdiözese München und Freising habe es „in einigen Fällen“ Hinweise wegen hitzebedingter Schäden gegeben.

München: Holz der Orgeln reagiert sensibel auf Temperaturänderungen

Dass die Musikinstrumente so empfindlich auf das Wetter reagieren, liege vor allem an den sensiblen Bauteilen und Materialien, heißt es vom Bistum Eichstätt. Insbesondere Holz reagiere als organisches Material auf Änderungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, erklärte ein Sprecher aus München. Dadurch könnten die Form, der Klang und die Haltbarkeit von Instrumenten vorübergehend oder dauerhaft beeinflusst werden.

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Wenn die Luftfeuchtigkeit unter 55 Prozent sinke, könnten beispielsweise Schwundrisse im Holz auftreten, erklärte Rainer Aberle von der Diözese Würzburg. Bei einer Luftfeuchtigkeit von unter 30 Prozent, wie es sie teilweise diesen Sommer gab, „wird die Situation dramatisch“. Die Mechaniken verziehen sich, das technische System gerät durcheinander, es treten Heuler auf und Register lassen sich nicht mehr einschalten, zählte Aberle mögliche Schäden auf. Im schlimmsten Fall könnten Holzpfeifen und Windladen reißen, womit das Instrument unspielbar werde.

Schweinfurter Orgel heult und spielt von selbst

In der St. Bartholomäus Kirche in Bergrheinfeld südlich von Schweinfurt habe die Orgel nur noch „sehr, sehr eingeschränkt“ funktioniert, teilt Aberle mit. Zwei von drei Klaviaturen hätten „nur noch geheult“ und teilweise von selbst gespielt. Den Organisten blieb vielmals nur improvisieren und befeuchten übrig. Denn wie der Sprecher der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern mitteilte, helfe es oftmals schon, die Emporen feucht auszuwischen oder Wasserwannen zur Verdunstung aufzustellen. Richtiges Lüften der Kirchen sei ebenfalls wichtig.

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Die größte Erleichterung hat aber der Regen gebracht. Mit der gestiegenen Luftfeuchtigkeit haben sich die meisten Schäden von selbst behoben, berichtete Aberle.

Winter eventuell mit Problemen für Orgeln

Mit dem Ende der trockenen Sommermonate sei das Problem allerdings noch nicht vorüber, teilte der Sprecher der Evangelisch-Lutherischen Kirche mit. Denn eine zu geringe Luftfeuchte könne auch im Winter während der Heizperiode auftreten, hieß es von der Erzdiözese München und Freising.

Vera Kraft, dpa

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