Blue Lane zwischen Messegelände und Mittlerem Ring

Ein Test für die IAA Mobility

Wegen der Blue Lande zur IAA Mobility in München müssen die Einfahrten an den Anschlussstellen Zamdorf und Daglfing gesperrt werden.
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Wegen der Blue Lande zur IAA Mobility in München müssen die Einfahrten an den Anschlussstellen Zamdorf und Daglfing gesperrt werden.

Am Dienstag, 7. September, startet erstmals die IAA Mobility in München mit der Besonderheit zweier Veranstaltungsorte: dem Summit auf dem Messegelände und den Open Spaces in der Innenstadt. Als Verbindung zwischen den beiden Standorten wird eine Transferstrecke, die sogenannte Blue Lane, eingerichtet. 

Diese Transferstrecke verläuft von der Messe über die Autobahn A 94 via Prinzregentenstraße zum Königsplatz, stadtauswärts verläuft sie über Altstadtring, Maximilian- und Einsteinstraße auf die A 94. Im Bereich zwischen der Anschlussstelle Moosfeld und dem Mittleren Ring erproben die Niederlassung Südbayern der Autobahn GmbH des Bundes und die Landeshauptstadt München zusammen mit der Messe München und dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr erstmalig in Deutschland im Rahmen eines Verkehrsversuchs die „Blue Lane“ als Sonderfahrspur in beiden Fahrtrichtungen. Diese Verbindungsstrecke wird dabei als Umweltspur ausgestaltet sein. Sie steht von Montag, 6. September, bis Sonntag, 12. September, nicht nur den Messebesuchern, sondern allen Verkehrsteilnehmern, die die nachfolgenden Voraussetzungen erfüllen, zur Verfügung: Shuttle und Linienbusse, Taxis, Fahrzeuge mit E-Kennzeichen sowie Fahrzeuge mit mindestens drei Insassen.

Im Stadtgebiet befindet sie sich auf der rechten Fahrspur, ist gelb markiert und verläuft stadteinwärts vom Ende der A 94 via Prinzregentenstraße bis zum Mittleren Ring, stadtauswärts beginnt sie ab dem Mittleren Ring und verläuft über die Einsteinstraße bis zum Beginn der Autobahn A 94. Im Stadtgebiet ist die „Blue Lane“ von Montag, 6. September, bis Sonntag, 12. September, rund um die Uhr in Betrieb.

Im Bereich der Autobahn wird die Sonderspur „Blue Lane“ durch eine zeitlich befristete Umnutzung des Seitenstreifens geschaffen. Sie wird vom 6. bis 12. September im Zeitraum von etwa 8 bis 19 Uhr freigeschaltet. Da die Blue Lane auf dem Seitenstreifen geführt wird, müssen die Einfahrten an den Anschlussstellen Zamdorf und Daglfing aus Gründen der Verkehrssicherheit während der Betriebszeiten der Blue Lane gesperrt werden. Die Ausfahrten bleiben wie gewohnt offen. Für die gesperrten Einfahrten werden Umleitungen ausgeschildert. In den nächsten Wochen werden für die „Blue Lane“ umfangreiche Telematiksysteme zur Freigabe und Steuerung errichtet, Markierungen auf der Autobahn sowie Beschilderungen an den Anschlussstellen und den Umleitungsstrecken angebracht. Insgesamt werden 14 LED-Anzeigetafeln aufgestellt. Um die Verkehrssicherheit auch ohne den Seitenstreifen sicherstellen zu können, werden 25 Kameras aufgestellt. Diese dienen der Überprüfung der Hindernisfreiheit des Seitenstreifens und ermöglichen eine schnelle Sperrung der „Blue Lane“ für den Fall einer Nutzung des Seitenstreifens durch ein Pannenfahrzeug.

Der Verkehrsversuch wird wissenschaftlich begleitet. Die Autobahn Südbayern verspricht sich aus dem Verkehrsversuch Erkenntnisse über eine neue und innovative Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. Die Strecke wird beschildert sein.

Die beiden Veranstaltungsorte Messe und Innenstadt werden aber nicht nur über die Straße verbunden sein: Besuchern steht wie gewohnt der ÖPNV (Blue Lane Underground) und eine beschilderte Radwegeführung (Blue Lane Bike) zur Verfügung. In der Innenstadt sind die Open Spaces über Mikromobilitätsangebote verbunden.

Protest gegen IAA angekündigt: Während der Internationalen Automobilausstellung (IAA) muss sich die Bevölkerung im Münchner Osten auf Behinderungen einstellen. Das Aktionsbündnis „Sand im Getriebe“ hat für den Zeitraum vom 8. bis 12. September eine Massenaktion zivilen Ungehorsams gegen die IAA angekündigt. Der Protest steht unter dem Motto „#blockIAA – Autokonzerne entmachten, Klima schützen!“

Rund um das Münchner Messegelände soll laut des Bündnisses „mit vielfältigen Protestformen eine ökologische und sozialgerechte Mobilitätswende jenseits des Autos gefordert“ werden. Dazu sagt Lou Winters, die Pressesprecherin des Bündnisses: „Wir steuern ungebremst auf eine Klimakatastrophe zu – trotzdem drückt Deutschland weiter aufs Gaspedal: Immer größere und dickere Autos verstopfen unseren Straßen, nehmen uns die Luft zum Atmen und heizen das Klima an. Das werden wir von ,Sand im Getriebe‘ nicht zulassen. Im September stellen wir uns dem zerstörerischen Auto-Wahnsinn in den Weg.“

„Sand im Getriebe“ ist ein Aktionsbündnis aus verschiedenen klima-, verkehrspolitischen und globalisierungskritischen Gruppen und wurde Anfang 2019 gegründet. Das Bündnis versteht sich als Teil der globalen Klimagerechtigkeitsbewegung und steht für eine radikale Verkehrswende. Bereits 2019 blockierte „Sand im Getriebe“ das Ausstellungsgelände der IAA in Frankfurt am Main.

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