Gegenpol zur gesetzten Kunstszene

In Berg am Laim soll mit dem Munich Art District mehr Raum für Kunst entstehen

Auf einer Mauer neben einem Gehweg befindet sich ein buntes Streetart-Werk
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Streetart-Fans und auch alle andern haben seit kurzem die Chance, Kunst im öffentlichen Raum zu bestaunen.

In der Nähe des S-Bahnhofs Leuchtenbergring haben sich Künstler an verschiedenen Wänden ausgelebt. Zu sehen sind bisher die Werke des Kollektivs Broke.Today. Abgeschlossen ist das Projekt aber noch lange nicht.

Mit dem Projekt „Munich Art District“ kann Kunst von jedem auf der Straße erlebt und entdeckt werden, denn bisher ist Subkultur und Subversives eher Mangelware in München.

„Jeder durfte sich an den uns zur Verfügung sehenden Wänden komplett frei ausleben“, so die Geschäftsführerin vom Munich Art District, Anna Heller. Mit District ist in diesem Fall die Neumarkter Straße in Berg am Laim gemeint. Es soll eine frei zugängliche Ausstellungsfläche im öffentlichen Raum entstehen.

„Das Tolle ist, die Eigentümer der Objekte müssen nichts dafür zahlen, haben aber natürlich Mitspracherecht“, sagt Heller. Die meisten Eigentümer könnten sich das allerdings nicht vorstellen und seien verunsichert. Das Ziel sei aber ganz klar, Freude hierher zu bringen. Bisher gibt es einige bemalte Wände des lokalen Künstlerkollektivs „Broke.Today“ zu sehen.

Eine Künstlerin ist Miriam Ganser. Sie hat ein leerstehendes ehemaliges Pförtnerhaus bemalt: „Mein Objekt hat mich an ein Musterhaus erinnert. Als Kind hab ich mir solche Häuser angeschaut und nichts ist passiert damit.“ Hier habe sie die Chance bekommen, ein solches Objekt, das sie an früher erinnert, zu gestalten. „Die Resonanz der Leute, die während des Prozesses vorbeikamen, war sehr positiv“, erzählt Ganser.

Auch Johannes Brechter hat sich als Künstler an dem Projekt beteiligt. „Ich sehe mein Werk als illustrative Typografie, also nicht nur Buchstaben, sondern auch illustrative Elemente. Ich sehe es ebenfalls als grafisches Wimmelbild.“ Wie dieses interpretiert würde, überlasse er jedem selbst, sagt Brechter.

Broke.Today-Mitglied Erik Mayer stellt in seinem Werk die Verbindung zu Tieren und der Natur her. „Wenn ich male, möchte ich natürliche Elemente in die Stadt bringen. Ich will damit auch Kinder und Jugendliche ansprechen, die den Bezug zur Natur leider immer mehr verlieren“, sagt Mayer. So könnten sie wieder ein wenig die Schönheit der Tiere entdecken. Gemalt hat Erich Mayer Meisen: „Ich mag die Vögel, sie sind so farbenfroh.“

In Zukunft sollen auch internationale Größen der Kunstszene ihrer Kreativität freien Lauf lassen und sich im gegenseitigen Austausch inspirieren. Es klingt im ersten Moment auch äußerst verwunderlich, doch München gilt als die Wiege des Graffiti in Europa. Genau an diesem Punkt knüpft das Projekt Munich Art District an und möchte Kunst durch ihre Aktionen wieder in das Bewusstsein der Münchner zurückbringen.

Der District wächst nach und nach und so haben die Menschen immer mehr die Möglichkeit, die Werke nicht nur zu betrachten, sondern auch zu erleben. Weitere Information zum Projekt gibt es im Internet unter https://munichartdistrict.com. Mehr Informationen zum Künstlerkollektiv sind zu finden unter https://broke.today.

Roman Wintz

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