Plätze zum Relaxen gibt‘s vorerst nicht

In Ramersdorf-Perlach wird es in diesem Sommer keine Stadtterrassen geben

Eine Frau sitzt auf einem Platz an einer Straßenkreuzung mit einem Laptop auf einem Paletten-Sofa.
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Die „Stadtterrassen“ bieten für Bürger ganz neue Möglichkeiten, um den eigenen vier Wänden zu entkommen und runterzukommen.

Nach Beschluss des Stadtrats können Münchner Bürger eine Art Sitzecke auf Plätzen einrichten. In Ramersdorf-Perlach brauchen die Bewohner allerdings noch Geduld.

Das Leben in München spielt sich im Sommer vor allem draußen ab. Angesichts sinkender Corona-Zahlen und steigender Impfquote ist die Sehnsucht nach Begegnungen groß. Diejenigen, die zu Hause keine Möglichkeit haben, auf dem Balkon oder der Terrasse zu entspannen, können auf einer der „Stadtterrassen“ relaxen – nicht so in Ramersdorf und Perlach. In dieser Angelegenheit hat die Fraktionsgemeinschaft SPD/Linke einen Antrag zur „Einrichtung öffentlicher Sommer-Räume ohne Konsumzwang“, also sogenannter „Stadtterrassen“, im Bezirksausschuss (BA) Ramersdorf-Perlach gestellt.

Dem BA-Vorsitzenden, Thomas Kauer (CSU), war der Antrag nicht ganz klar, nachdem der Stadtrat den Weg für die Schaffung dieser öffentlich nutzbaren und möblierten Zonen bereits am Dienstag, 8. Juni, freigemacht hat. „Wir wollen die Bürger mit diesem Antrag ermutigen, selbst Anträge an unseren BA zu stellen“, sagt BA-Mitglied der SPD, Johannes Ehrlicher. Parteigenossin Mareike Riewe sieht das genauso: „Es wäre gut, den Antrag zu beschließen.“ Den Leuten würde dadurch signalisiert, dass der BA bereit wäre.

Die Regelung für die Stadtterrassen sieht folgendermaßen aus: Die Flächen können zwischen sechs und 75 Quadratmeter große sein, mit wetterfesten Möbeln. Außerdem müssen die Terrassen 50 Meter von Freischankflächen entfernt sein, eine verantwortliche Person kümmert sich um Sauberkeit und Sicherheit. Es muss zunächst ein Antrag beim örtlichen Bezirksausschuss und anschließend beim Kreisverwaltungsreferat gestellt werden. Für den Antrag fallen 50 Euro Verwaltungsgebühr an. Eine Ermutigung kann bei solchen Hürden also vorneweg nicht schaden.

BA-Mitglied Wolfgang Thalmeir (CSU) wirft scherzhaft in die Sitzungsrunde, dass er dort seine alten Möbel entsorgen könne. „Wer prüft die Qualität des Mobiliars?“, so die Frage Thalmeirs. Im Beschluss des Kreisverwaltungsreferats heißt es dazu: „Um eine Beeinträchtigung des Stadtbilds durch die Aufstellung ausrangierter Gegenstände und Mobiliar in schlechtem Zustand zu verhindern, müssen die Möbel für den Außenbereich geeignet und witterungsfest sein oder alternativ nach jeder Nutzung vom öffentlichen Grund entfernt werden.“

Grünen-Politiker Werner Nüßle hat gegen Ende der Diskussion einen weitreichenden Einwand: „Wir können diesen Beschluss erst im September fassen, von daher ist dieses Thema erst relevant für nächstes Jahr.“ Thomas Kauer stimmte dieser Aussage aufgrund der Dauer der Anträge schwermütig zu. Somit müssen sich die Neuperlacher nach dem kürzlich abgesagten Projekt „Neuperlacher Terrasse“ beim Thema Stadtterrassen bis nächsten Sommer gedulden.

 Roman Wintz

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