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Primaten im Tierpark Hellabrunn müssen eingeschläfert werden: „Hat uns alle schwer getroffen“

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Von: Jonas Hönle

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Ein Drill im Tierpark Hellabrunn München.
Trauer um eingeschläferte Drills im Tierpark Hellabrunn München. (Symbolbild) © Tierpark Hellabrunn/Maria Nicole Fencik

Der Tierpark Hellabrunn München musste sechs Primaten wegen einer Fuchsbandwurm-Infektion einschläfern. Der Erreger ist auch für Menschen gefährlich.

München ‒ Der Tierpark Hellabrunn hat am Dienstag sechs Drills eingeschläfert. Die Entscheidung sei aus Tierschutzgründen getroffen worden, da die Primaten aufgrund einer Fuchsbandwurm-Infektion schwere und weit fortgeschrittene Organveränderungen vor allem in Leber und Lunge aufwiesen.

Der schnelle Krankheitsverlauf und die Schwere der Erkrankung habe das Tierärzte- und Tierpfleger-Team überrascht. Der Rest des Bestands, vier männliche und zwei weibliche Drills, sei aktuell unauffällig, werde aber engmaschig beobachtet.

Andere Primaten seien nicht betroffen und auch für Besucher bestehe keine Gefahr.

Tierpark Hellabrunn in München schläfert Drills wegen Fuchsbandwurm-Infektion ein

„Uns alle, vor allem aber die Tierärzte und die Tierpfleger, hat der Ausgang der gestrigen Untersuchungen schwer getroffen“, so Rasem Baban, Vorstand und Tierparkdirektor in Hellabrunn. „Unsere Drills hatten, wie leider häufig bei Wildtieren, ihre schwere körperliche Erkrankung verborgen. Wir arbeiten aktuell mit Hochdruck daran, herauszufinden, wie der Erreger zu den Drills gelangen konnte.“

Eine Übertragung des Fuchsbandwurm-Erregers sei weder von Affe zu Affe noch von Menschen auf Affen oder von Affen auf Menschen möglich, teilt der Münchner Tierpark mit. Priorität habe nun die Verhinderung weiterer Infektionen.

Bislang gebe es gegen den Fuchsbandwurm keinen, in der EU lizensierten Impfstoff. Bisherige Impfstoffe seien experimentell und nicht für zoologische Einrichtungen in EU-Staaten zugelassen.

Im Tierpark Hellabrunn München sind nach dem tragischen Unfall im vergangenen September wieder Erdmännchen auf der Anlage neben den Giraffen eingezogen.

Auch für Menschen gefährlich - Tierpark Hellabrunn warnt vor Fuchsbandwurm in Deutschland

Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist laut Tierpark Hellabrunn in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Norditalien weit verbreitetet.

Der parasitäre Befall äußert sich bei Tieren als tumorartige Wucherung in der Leber. Im fortgeschrittenen Stadium weisen die betroffenen Organe kaum noch normales Gewebe auf, weswegen die Erkrankung bei Tieren im Endstadium schlussendlich zum Tod führt.

Menschen können sich ebenfalls durch die orale Aufnahme von Eiern des Fuchsbandwurmes aus dem Kot von Füchsen oder Hunden infizieren. Eine Früherkennung der Infektion ist daher sehr wichtig.

Geeignete Schutzmaßnahmen sind:

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