1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Kita-Streik in München: Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen für Beschäftigte ‒ VKA kritisiert Warnstreik

Erstellt:

Von: Jonas Hönle

Kommentare

Warnstreik im Öffentlichen Dienst
Verdi ruft die Kita-Beschäftigten in München am Mittwoch zum Streik auf. (Symbolbild) © Paul Zinken/dpa

Am Mittwoch kam es in München zum Kita-Streik. Verdi rief die Beschäftigten vor den Tarifverhandlungen zum Warnstreik auf. Kritik von VKA wegen Belastung der Eltern.

Update: 14.57 Uhr

In vielen städtischen Kitas in Bayern kam es am Mittwoch zum Streik. Allein in München nahmen nach Gewerkschaftsangaben rund 1000 Streikende aus Kitas, Krippen, Tagesheimen und Horten an einer Kundgebung teil. Verdi hatte in der laufenden bundesweiten Tarifrunde Kita-Beschäftigte in München, Augsburg, Kempten, Ingolstadt, Mittelfranken, Oberfranken und der Oberpfalz zu Warnstreiks aufgerufen.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Kita-Streik in München: Verdi fordert bessere Bezahlung für Beschäftigte - Kritik von VKA an Warnstreik

Verdi fordert für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst mehr Geld, bessere Arbeitsbedingungen und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel. Dazu gehörten Vor- und Nachbereitungszeiten, Zeit für die Begleitung von Praktikantinnen und Praktikanten und ein Anspruch auf Weiterqualifizierung.

Verdi-Geschäftsführer Heinrich Birner warf der bayerischen Sozialministerin Ulrike Scharf (CSU) in München vor, mit der Werbung für eine unkomplizierte Anwerbung möglichst vieler Helfer bei der Betreuung entwerte sie die frühkindliche Bildung. „Erzieherinnen und Erzieher haben keine Aufbewahrungsaufgabe, sondern einen Bildungsauftrag“, sagte Birner.

Die Gewerkschafterin Merle Pisarz sagte: „Es ist jetzt schon schwierig in den großen Gruppen auf die Kinder individuell einzugehen, auch jetzt haben wir schon Kinder, die besondere Aufmerksamkeit benötigen. In Zukunft werden vermehrt Kinder mit Kriegstrauma und Sprachbarriere zu erwarten sein.“

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) kritisierte, die Streiks seien unverhältnismäßig und belasteten die Eltern zusätzlich. Die dritte Tarifrunde für die bundesweit 330 000 Beschäftigten beginnt am 16. Mai in Potsdam.

Für Donnerstag rief Verdi in Bayern und anderen Bundesländern zu Warnstreiks in der Behindertenhilfe auf. Fachkräfte in Werkstätten für behinderte Menschen, Beschäftigte in Wohneinrichtungen und weiteren Arbeitsfeldern der Behindertenhilfe sollen ihre Arbeit zeitweise ruhen lassen.

-----------------------------------

Wieder Kita-Streik in München ‒ Verdi ruft Beschäftigte am Mittwoch zum Warnstreik auf

Update: 04. Mai, 08.43 Uhr

Die Gewerkschaften Verdi und GEW haben die städtischen Kita-Beschäftigten im München am Mittwoch zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Da der Streik spontan erfolgt, habe das Referat für Bildung und Sport vorab keine Kenntnisse über das Ausmaß der Aktion. Es sei daher möglich das Kitas ganz geschlossen bleiben oder nur teilweise öffnen.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Streik am Mittwoch - Verdi ruft Kita-Beschäftigte in München zum Warnstreik auf

Die Stadt empfiehlt den Eltern daher, direkt bei der jeweiligen Leitung nachzufragen, ob die Einrichtung voraussichtlich normal geöffnet sein wird, ein Teilbetrieb möglich ist oder ob die Kita komplett geschlossen wird.

Die Besuchsgebühren und das Verpflegungsgeld für ausgefallene Betreuungstage werden den Eltern automatisch erstattet.

Am Mittwoch, 4. Mai, entfallen aufgrund des Streiks auch alle Vorkurse Deutsch 240 sowie alle weiteren Kursangebote in den Kindertageseinrichtungen.

------------------------------------------------

Wieder Kita-Streik in München ‒ Verdi ruft Beschäftigte vor dritter Tarifrunde zum Warnstreik auf

Erstmeldung: 02. Mai

Die Gewerkschaft Verdi ruft erneut zum Kita-Warnstreik auf. Die Beschäftigten in kommunalen Einrichtungen sollen am Mittwoch im Rahmen des bundesweiten Streik- und Aktionstages ihre Arbeit niederlegen. Viele Eltern in München müssen sich daher an diesem Tag um eine alternative Betreuung für ihre Kita-Kinder bemühen.

Verdi-Warnstreiks in kommunalen Kitas am Mittwoch - Viele Eltern in München benötigen alternative Betreuung für ihre Kinder

„In Bayern kommt es zu Streiks in Mittelfranken, Oberfranken, der Oberpfalz sowie in München, Ingolstadt, Augsburg und Kempten“, kündigte die Gewerkschaft am Montag an.

Hintergrund sind die Tarifverhandlungen für die bundesweit 330 000 Beschäftigten in den kommunalen Sozial- und Erziehungsdiensten. Die dritte Tarifrunde mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) beginnt am 16. Mai in Potsdam.

Verdi fordert für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst mehr Geld, bessere Arbeitsbedingungen und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel. Dazu gehörten Vor- und Nachbereitungszeiten, Zeit für die Begleitung von Praktikanten und ein Anspruch auf Weiterqualifizierung.

Bereits am Weltfrauentag hatte Verdi zum Warnstreik in den kommunalen Kitas aufgerufen.

Kita-Streik am Mittwoch - Laut Verdi Bayern ist die Situation für Kinder seit Jahren angespannt

Die VKA kritisierte, die Streiks seien unverhältnismäßig und belasteten die Eltern zusätzlich. Erzieherinnen verdienten bei kommunalen Kitas deutlich mehr als bei anderen Trägern. Die Einstiegsgehälter nach der Ausbildung lägen regelmäßig bei 3142 Euro monatlich.

Die Situation in den Tageseinrichtungen für Kinder sei jedoch seit Jahren angespannt, sagte Fachbereichsleiterin Manuela Dietz von Verdi Bayern. Um pädagogisch arbeiten zu können, fehlten 173 000 Fachkräfte. 25 Prozent der Berufsanfänger verließen in den ersten fünf Jahren wieder das Arbeitsfeld.

„Die Beschäftigten sind schlicht und einfach am Limit.“ Keine andere Berufsgruppe, erkranke häufiger an Burnout. Derzeit fehlen den Angaben zufolge 20 Prozent des Personals wegen Krankheit.

Mit dem Hallo München-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten aus der Isar-Metropole informiert.

Auch interessant

Kommentare