1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Klimastreik von Fridays For Future: Demonstranten fordern erneuerbare Energien, Verkehrswende und 9-Euro-Ticket

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jonas Hönle

Kommentare

Klimastreik in München
Zahlreiche Menschen nehmen in München am globalen Klimastreik teil und halten verschiedene Plakate in den Händen. Sie folgen dem Aufruf der Bewegung „Fridays for Future“. © Sven Hoppe/dpa

Beim Klimastreik forderte „Fridays For Future“ eine Verkehrswende in Deutschland, das Ende fossilee Energien und 100 Milliarde Euro für den Klimaschutz.

In München und in zahlreichen anderen Städten in Deutschland haben am Freitag rund 280.000 Menschen für mehr Klimaschutz protestiert. Die Bewegung „Fridays For Future“ rief zum weltweiten Klimastreik auf und überwiegend junge Demonstranten gingen auf die Straßen.

Klimastreik von „Fridays For Future“ - Auch in München fordern Demonstranten erneuerbare statt fossile Energien, Verkehrswende und 9-Euro-Ticket

Neben München waren auch Proteste in mehr als 250 Städten deutschlandweit geplant. Unterstützt wurde die „Fridays for Future“-Aktion von vielen Natur- und Umweltschutzverbänden.

Nach Angaben von „Fridays for Future“ gingen in der bayerischen Landeshauptstadt 10 000 Menschen auf die Straße, der Polizei zufolge waren es 6000. Auch in vielen anderen Ländern gingen Menschen auf die Straße. Es war der elfte Aufruf der Organisation „Fridays For Future“ seit ihrer Gründung im Jahr 2018 zu einem globalen Protest.

Die Klimaschützer fordern ein Ende der fossilen Energien und den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien sowie eine „konsequente Verkehrswende“. Nötig seien 100 Milliarden Euro für „sozialen Klimaschutz“ und das 9-Euro-Ticket „für immer“.

Die „Fridays for Future“-Aktivistin Luisa Neubauer rief bei der Kundgebung in Berlin: „Wer denkt, dass es keinen Ausweg gibt, dem bleibt nur Verzweiflung. Wer weiß, dass es anders geht, der kann loslegen und handeln. Wir haben das Wissen, also legen wir los.“

Klimastreik von Fridays for Future in München

In München zeigten die Demonstranten lautstark ihre Wut und forderten sofortige „Climate Justice“. Zu Beginn des Streiks am Königplatz gab es Reden verschiedener Organisationen, dazu Musikeinlagen von szenebekannten Interpreten, wie dem aktivistischen Sänger Mayberg und Queen Lizzy. Mit lauter Musik ging es dann weiter in Richtung Stiglmaierplatz.

Dabei waren jung und alt, mit hunderten von provokanten Plakaten und Bannern wie „Zeitbombe Klima – Zeit für Taten“, oder dem altbekannten „Atomkraft – Nein Danke“.

Die Veranstaltung wurde dieses Mal in Blöcke aufgeteilt, um einerseits mehr Personengruppen vertreten zu können und andererseits klar zu machen, dass es darüber hinaus auch um soziale Ungerechtigkeit und um Vielfalt geht.

So war einer der Blöcke von Amnesty International, einer von Bellevue di Monaco (Flüchtlingshilfsorganisation), aber auch einer für mehr Subkultur. Ronja Hofmann (19) von „Fridays for Future“ denkt, dass dieses Konzept auch zu der besonders guten Stimmung beigetragen hat, da für jeden etwas dabei gewesen sei.

Die Pressesprecherin der Münchner Gruppe Klara Bosch (18) bemerkt, „dass das Thema durch die anderen Krisen, wie den Russland-Ukraine Krieg, Corona und die hohen Energiepreise immer mehr in den Hintergrund rückt. Aber die Klimakrise muss als Katalysator gesehen werden, der die Konflikte noch zusätzlich anheizt.“ Genau deshalb müsse man jetzt noch viel lauter sein, denn viel Zeit bleibe nicht, um das 1,5 Grad Ziel einzuhalten.

„Fridays for Future“ fordert mehr Maßnahmen in München

In München gäbe es zwar einen Beschluss zur Klima Neutralität bis 2035, aber bisher ginge es viel zu langsam - ein Beispiel sei der Umbau des Altstadtrings.

Im Straßenverkehr spreche man von Push und Pull Maßnahmen. Pull Maßnahmen sind Projekte, die die Menschen beispielsweise mehr anregen sollen, das Fahrrad zu nutzen. Die neue Radstrecke zwischen München und Garching begrüßt das Team von „Fridays for Future“ daher.

Gleichzeitig brauche man aber auch Push Maßnahmen, die die Menschen weg vom Auto bringen, wie beispielsweise durch Reduzierung von Parkplätzen. Dafür gibt es bereits Projekte von der Münchner Initiative für Nachhaltigkeit, die Parkplätze durch Bepflanzung von Bäumen ersetzen.  Doch auch die Stadt selbst müsse mehr tun.

Die Kritik an Konsum und dem Individualverhalten sei eher sekundär, es werden politische Maßnahmen gefordert. Doch natürlich könne auch jeder selbst etwas ändern.

Klara Bosch beispielsweise versucht: „möglichst regional und saisonal einzukaufen und mehr Fahrrad zu fahren. Meine Vision von einem München der Zukunft ist eine weitestgehend autofreie Stadt mit vielen Grünflächen, es soll breite Fahrradwege geben und der ÖPNV kostenlos nutzbar sein. Dabei ist die Energieversorgung natürlich erneuerbar.“

Louisa Lettow

Mit dem Hallo München-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten aus der Isar-Metropole informiert.

Auch interessant

Kommentare