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Kontaktladen PEDRO zieht an den Hanns-Seidel-Platz in Neuperlach

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Von: Roman Wintz

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Eine Frau übergibt einem Mann frisch verpackte Spritzen.
Drogenabhängige bekommen im Kontaktladen des Vereins Condrobs saubere Utensilien überreicht. Ziel ist die Unterstützung bei Suchtmittelmissbrauch. © Frank Leonhardt/dpa

Nach langem Warten ist die Entscheidung über den Weiterbetrieb des Kontaktladens PEDRO gefallen. Im Jahr 2023 geht es am Hanns-Seidel-Platz weiter.

Ganze zwei Jahre ist es her, da hat die Fraktion Die Grünen – rosa liste das Referat für Gesundheit und Umwelt per Antrag aufgefordert, schnellstmöglich das Fortbestehen und den Betrieb des Kontaktladens PEDRO zu sichern.

PEDRO leistet seit vielen Jahren eine wichtige präventive und begleitende Arbeit für suchtkranke Menschen. Laut diesem Antrag bestehe dringender Handlungsbedarf – und wir reden hier vom Jahr 2019 – da die seit Ende 2018 bestehende Übergangslösung das niederschwellige Angebot des Kontaktladens nicht gewährleistet werden könne und im Münchner Osten eine Versorgungslücke für Suchtkranke entstanden sei.

Nach 20 Jahren wurde dem Kontaktladen in der Ollenhauerstraße Ende 2018 gekündigt. Seit Anfang 2019 wird das Angebot interimsmäßig in Kellerräumen der katholischen Kirche fortgesetzt, allerdings als ein Provisorium. Dort existiert kein Beratungsraum und kein Büro für Mitarbeiter. „Beratung findet in der Küche statt, im Essens- und Aufenthaltsraum werden die Lebensmittel gelagert, dort muss auch der Spritzentausch stattfinden“, heißt es in der Begründung des Antrags.

Durch die Raumkonstellation gebe es nun häufige Beschwerden von Bürgern über störende Klienten im Außenbereich. „Der Münchner Osten braucht nach wie vor einen voll funktionsfähigen Kontaktladen. Daher ist Eile geboten, um die Versorgungslücke schnellstmöglich zu schließen“, so die Forderung der Grünen im Jahr 2019.

Jetzt, im November 2021, hat sich Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek dem Thema angenommen und in Form eines Briefs geantwortet. Darin erläutert Zurek, dass auf Vermittlung des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach der Verein Condrobs die Zusage für Räumlichkeiten in einem Neubau der GEWOFAG am Hanns-Seidel-Platz bekommen hätte.

„Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Ende 2022 geplant. Somit beginnt das Mietverhältnis voraussichtlich am 1. Januar 2023 und endet nach zehn Jahren. Der Vermieter räumt dem Mieter dreimalig das Optionsrecht ein, das Mietverhältnis um fünf Jahre zu verlängern. Damit ist der langfristige Erhalt des Kontaktladens PEDRO gesichert. Bis zum Umzug an kann die provisorische Unterbringung in den Räumen der Pfarrgemeinde fortgesetzt werden“, heißt es im Brief der Gesundheitsreferentin. Nach drei Jahren im Keller dürften sich alle Beteiligten auf den Standort am Hanns-Seidel-Platz freuen.

Roman Wintz

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