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Krieg in der Ukraine ‒ Kirchen in München rufen zu Frieden auf und verurteilen Gewalt

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Von: Jonas Hönle

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Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, zelebriert die Christmette in der Frauenkirche (Liebfrauendom)
Weihnachtliche Friedensbotschaft der Kirchen in München gegen den Krieg. © Sven Hoppe/dpa

Vertreter der christlichen Kirchen in München rufen angesichts des Ukraine-Kriegs zum Dialog für Frieden auf und verurteilen Terror der russischen Armee.

München ‒ Die christlichen Kirchen in München haben an Weihnachten zu Frieden und Dialog aufgerufen. Katholische und evangelische Vertreter verurteilten Krieg und Gewalt, verwiesen aber auch auf ein Recht der Ukraine, sich gegen die russischen Angriffe zu verteidigen.

Nach zwei Corona-Jahren strömten die Gläubigen wie vor der Pandemie in die Gotteshäuser, vielerorts waren die Kirchen voll.

Wegen Russlands Krieg in der Ukraine - Kirchen in München rufen zu Frieden auf

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm warnte am Sonntag in der fast voll besetzten Münchner Matthäus-Kirche, Militärlogik dürfe nicht alles bestimmen. „Wir alle beklagen das Leid, das die illegale und verwerfliche Invasion der Ukraine durch die russische Armee über die Menschen dort bringt. Und wir verurteilen den Terror, der mit der Bombardierung der ukrainischen Infrastruktur für die Bevölkerung dort verbunden ist“, sagte Bedford-Strohm laut dpa. „Aber das darf nicht den kompletten Beziehungsabbruch bedeuten. Es kann nicht sein, dass die Militärlogik alles bestimmt.“

Er rief insgesamt zu mehr Dialog auf - in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und in der Weltpolitik. „Wie sonst als durch Kommunikation, durch Gespräche, durch Begegnung soll die Liebe, der Respekt, die Einsicht, die Umkehr überhaupt eine Chance haben?“

Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, sagte laut Redemanuskript an Heiligabend im Münchner Liebfrauendom, zwar gebe es wie jetzt in der Ukraine eine gerechtfertigte Verteidigung, sogar mit Waffen. Der Krieg dürfe aber nicht das letzte Wort behalten. „Jede Kriegsrhetorik, die die Opfer auf allen Seiten relativiert, widerspricht der weihnachtlichen Botschaft.“ Er sehe, wie die Spirale der Gewalt sich weiter fortsetze, sagte der Kardinal.

Kirchen thematisieren Krieg in der Ukraine

In München forderten Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche bei einem ökumenischen Gottesdienst in der Bahnhofsmission zur Solidarität mit Heimatlosen und Geflüchteten auf. „Lasst uns an diesem Weihnachten 2022 überall einander die Hand reichen“, sagte der evangelische Regionalbischof Christian Kopp. „Damit Friede wird auf der Erde. In unseren Häusern und Familien. In unseren Städten. Und am liebsten auf der ganzen Welt.“

Der katholische Weihbischof Wolfgang Bischof sagte, eine Zeitenwende hätten in diesem Jahr viele erleben müssen, häufig nicht nur durch die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine. Aber an Heiligabend sei einer „Zeitenwende schlechthin“ zu gedenken: der Geburt Jesu.

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