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Kulturkreis Ramersdorf-Perlach wird zum Jahresende aufgelöst

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Von: Roman Wintz

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Zwei Männer stehen nebeneinander
Auch die Nachfolger des langjährigen Vorsitzenden Erwin Bohlig (rechts) sind nun geschlossen zurückgetreten. © oh

Nachdem Erwin Bohlig im letzten Jahr als Vorsitzender des Kulturkreises seinen Rücktritt erklärte, haben vier Neue übernommen. Auch sie legen ihr Amt nun nieder.

„Nach dem Rücktritt des Vorstands hat die Mitgliederversammlung beschlossen, den Verein Kulturkreis Ramersdorf-Perlach zum 31.12.2021 aufzulösen“, so das Statement des Vereins auf dessen Homepage. Die Nachricht kommt überraschend, denn das Vierergespann hat erst Ende Mai diesen Jahres offiziell die Führung von Erwin Bohlig übernommen.

„Aus persönlichen Gründen“, teilte Peter Schablitzky, einer der Nachfolger von Erwin Bohlig, mit. „Nachdem auch wir geschlossen zurückgetreten sind, hat sich auf der jüngsten Mitgliederversammlung niemand gefunden, der das Amt übernehmen möchte“, erklärte Schablitzky. So sei der Entschluss getroffen worden, den über Jahre erfolgreichen und beliebten Kulturverein schweren Herzens aufzulösen.

1993 ging es los. Und zwar gleich so richtig: Größen wie Gerhard Polt, Fredl Fesl und Bruno Jonas standen von Beginn an in der Konzerthalle an der Quiddestraße auf der Bühne. „Das Schöne ist, dass mir die Künstler, ob Django Asül oder Günter Grünwald, all die Jahre die Treue gehalten haben“, sagte Bohlig heuer noch zu HALLO. Die Veranstaltungen rechneten sich auch, nachdem der Kulturkreis im Jahr 2007 die Nachricht vom Kulturreferat der Stadt München verdauen musste, dass die Förderung eingestellt wird.

„Das Programm, das der Kulturkreis Ramersdorf-Perlach in der Aula des Schulzentrums Perlach-Nord organisiert, besteht fast ausschließlich aus Kabarett- und Musikveranstaltungen überregional bekannter Künstlerinnen und Künstler, die an mehreren anderen Orten in München ohne die Unterstützung der öffentlichen Hand, das heißt bei rein kommerziellen Veranstaltern, auftreten“, hieß es damals in dem Schreiben des Kulturreferats. Ein harter Einschnitt für den Kulturverein.

Doch es sei für den 70-Jährigen einfach an der Zeit gewesen, den Vorsitz abzugeben und „fast einen Kubikmeter Akten“ an seine Nachfolger zu übergeben. „Vergangenes Jahr im Frühjahr habe ich unsere Vereinsmitglieder gefragt, ob jemand Interesse an meinem Posten hätte“, erzählt Bohlig. Daraufhin meldeten sich zwei Ehepaare: Bernd und Maren Große-Plankermann sowie Peter und Claudia Schablitzky, die den Vorsitz nun nach kurzer Zeit wieder abgegeben haben, ohne dass jemand nachgerückt ist.

So geht eine große Ramersdorf-Perlacher Kultur-Ära zu Ende, die vermutlich nicht oder nur ganz schwer zu ersetzen sein wird. Künstlerverträge werden storniert, Mitgliedschaften gekündigt und der Verein abgemeldet.

Roman Wintz

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