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Besetzung der LMU wohl nicht angekündigt – Unileitung meldet sich nach Protest in München zu Wort

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Von: Kristina Beck

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Studenten der LMU München vor der Universität.
Hörsaal der Ludwig-Maximilians-Universität München besetzt: Studenten protestieren gegen gegen die Klimakrise und soziale Ungleichheit. (Symbolbild) © Felix Hörhager/dpa

Waren überhaupt LMU-Studenten dabei? Nach der Besetzung des Hörsaals bezieht die Universitätsleitung deutlich Stellung zum Protest.

Update: 13. Dezember, 17.05 Uhr

Nach der Besetzung des Hörsaals ‒ es ist die Rede von etwa 30 Personen ‒ verurteilt die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) die Aktion. „.Die Besetzung eines Hörsaals ist eine rechtswidrige Aktion und stellt einen Verstoß gegen das Hausrecht dar.“ Es sei unklar, ob zu Protestierenden auch Studenten der LMU gehörten.

Die Hochschulleitung war nach eigenen Angaben nicht über den Verlauf informiert: „Eine direkte Kommunikation der Besetzerinnen und Besetzer an die Hochschulleitung fand bisher nicht statt. Die Hochschulleitung der LMU hat sich umgehend mit der Studierendenvertretung der LMU in Verbindung gesetzt, um in Erfahrung zu bringen, ob diese über die Aktion informiert war. Dies war laut Studierendenvertretung nicht der Fall.“

Nach LMU-Besetzung: Hochschulleitung übt scharfe Kritik an der Protestaktion

Entrüstet zeigt sich die LMU auch wegen des Ausfalls der Veranstaltungen. „Nach mehr als zweieinhalb Jahren Corona-Pandemie stellt die mit großem Aufwand wiederhergestellte Präsenzlehre einen hohen Wert für den Lehrbetrieb im Interesse aller Studierenden und Lehrenden dar. Der Ausfall eines großen Hörsaals der LMU während des laufenden Vorlesungsbetriebs kann von Seiten der Hochschulleitung daher nicht toleriert werden.“

Wie die Hochschulleitung mitteilt, hat sie die Besetzer daher mehrfach aufgefordert, die Aktion zu beenden und die Universität zu verlassen. „Nachdem dieser Aufforderung nicht alle nachgekommen sind, wurde die Räumung durch die Polizei vollzogen. Die LMU beabsichtigt beim aktuellen Vorfall nicht, Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs zu stellen“, heißt es in der Mitteilung.

Jedoch wird eingeräumt, dass die Hochschulleitung zwar offen für einen Dialog sei, könne sie rechtswidriges Verhalten aber nicht dulden könne.

+++ „Jede Energierechnung wird bezahlt“ ‒ Bayerns Wissenschaftsminister Blume verspricht, die Hochschulen und Universitäten in der Energiekrise finanziell zu unterstützen +++

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Studenten der LMU in München besetzen Uni-Hörsaal und stellen klare Forderungen. Sie betreffen Soziales, Klima und Hochschulpolitik.

Erstmeldung: 13. Dezember, 11 Uhr

München ‒ Am heutigen Dienstagmorgen haben Studenten der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) den Hörsaal A240 im Hauptgebäude besetzt, wie aus der Mitteilung der Gruppe hervorgeht. Der Protest richtet sich dabei gegen „soziale Ungleichheit und Tatenlosigkeit angesichts der Klimakrise“.

LMU-Studenten besetzen Hörsaal: Protest an Münchner Universität richtet sich gegen Armut und Klimakrise

Nicki Gaertner, Sprecherin der Gruppe, erklärte: „Angesichts steigender Preise, wachsender Armut und einer eskalierenden Klimakrise sehen Studierende einer völligen Perspektivlosigkeit entgegen. Steigende Miet- und Energiekosten werden für immer mehr Menschen zur existenziellen Bedrohung, gerade auch für Studis. Bereits vor der Energiekrise lebten 38% der Studierenden an der Armutsgrenze. Bei den politischen Maßnahmen gegen die Inflation werden wir viel zu wenig berücksichtigt.“

Die Studenten stellen sich gegen „Mieterhöhungen in studentischen Wohnheimen“ und verlangen etwa „genügend Mittel und Zugänge für Studierende zu Studienmitteln (Softwares wie Adobe für Zuhause, Laptops etc.) und „kostenlose öffentliche Verkehrsmittel für alle“.

Die klimapolitische Forderung ist nicht universell, sondern bezieht sich auf eine konkrete Umsetzung seitens der LMU München: „Unsere Universität muss unabhängig von fossilen Energieträgern werden.“ Dazu gehören unter anderem „Ausbau von Photovoltaikanlagen und Solarthermie an der Universität“ und die „Aufkündigung von Verträgen mit Energieanbietern die auf fossile Energie- und Wärmeerzeugung setzen“.

Die Protestteilnehmer sind Teil der Klima-Bewegung „End Fossil“, in dessen Rahmen in den vergangenen Tagen und Wochen ähnliche Aktionen stattfanden ‒ zum Beispiel an der Uni Leipzig, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg oder der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Protest an der LMU München: Studenten wollen mehr Mitbestimmung an der Uni

Neben den klima- und sozialpolitischen Forderungen richtet sich der Protest auch direkt an das Präsidium der LMU und Prof. Bernd Huber: „Es braucht an der LMU mehr studentische Mitbestimmung. Wir wollen Räume für unabhängige politische Projekte von Studierenden. (...) Wir erwarten von der Hochschulleitung, unseren Forderungen Gehör zu verschaffen, statt, wie oft in der Vergangenheit, mit Repression gegen studentische Proteste vorzugehen.“ , so Nicki Gaertner.

Laut eigenen Angaben soll der Protest bis Donnerstag fortgeführt werden.

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