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Lochhausen: Schule, Sporthalle und Saal fehlen

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Die Bürgervereinigung Lochhausen-Langwied glaubt, dass die Grundschule Lochhausen nicht für die Neubaugebiete ausreicht und fordert einen zweiten Schulstandort.
Die Bürgervereinigung Lochhausen-Langwied glaubt, dass die Grundschule Lochhausen nicht für die Neubaugebiete ausreicht und fordert einen zweiten Schulstandort. © Andreas Schwarzbauer

Einwohnerzahl in Lochhausen und Langwied verdoppelt sich wegen Neubaugebieten an Henschelstraße und Osteranger. Bürgervereinigung stellt Reihe von Forderungen

Lochhausen - Die Bürgervereinigung Lochhausen-Langwied ist mit der derzeitigen Entwicklung in den beiden Stadtteilen unzufrieden. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel im Hintergrund gearbeitet und waren dabei viel zu leise. Wir müssen uns jetzt ein bisschen auf die Hinterbeine stellen“, sagt der Vorsitzende Jürgen Umseher bei einer Radtour zu den größten Infrastruktur-Mängeln.

Lochhausen-Langwied: Bevölkerung verdoppelt sich in kommenden Jahren

Die Bevölkerung nehme rasant zu und verdoppele sich in den kommenden 15 Jahren, dies gehe aber nicht mit den nötigen Infrastrukturmaßnahmen einher. Die Stadt müsse endlich handeln, die Lochhausener und Langwieder dürften nicht mehr vertröstet werden. Denn sonst werde bald die Lebensqualität in hohem Maße beeinträchtigt sein.

So groß werden die neuen Quartiere in Lochhausen

Die beiden neuen Quartiere an der Henschelstraße und am Osteranger sind bereits in Bau. Am Spatzenwinkel stehe der Bebauungsplan, so Jürgen Umseher.

Henschelstraße: 645 Wohneinheiten mit rund 1290 Einwohnern, 2 Kitas mit je 74 Plätzen und einem Hort.

Osterangerstraße: 438 Wohneinheiten mit rund 880 Einwohnern und einer Kita mit 110 Plätzen.

Spatzenwinkel: 130 Wohneinheiten mit rund 300 Einwohnern.

Zweite Grundschule für Lochhausen

Eine der wichtigsten Forderungen der Bürgervereinigung ist daher eine zweite Grundschule für Lochhausen. „Wir können gerade so den aktuellen Bedarf decken und vielleicht noch den ein oder anderen Zuzug, aber sicher keine Verdoppelung der Einwohnerzahl“, sagt Kathrin Gobitz-Pfeifer.

Das Referat für Bildung und Sport (RBS) sieht aber keinen dringenden Handlungsbedarf. Die bestehende Grundschule am Schubinweg biete Platz für 20 Klassen, derzeit existierten aber erst 14, sagt Sprecherin Julia Mayer. Nach derzeitiger Einschätzung werde erst Anfang der 2030er-Jahre ein Ausbau erforderlich.

„Wenn wir 2030 eine neue Schule wollen, müssen wir aber jetzt in die Planung einsteigen“, fordert Gobitz-Pfeifer. Auch einen möglichen Standort hat die Bürgervereinigung bereits im Auge: das ehemalige Manzinger-Gelände an der Aubinger Lohe. Es sei für Kinder, die südlich der Lochhausener Straße leben, ideal. Sie müssten dann nicht die Hauptverkehrsachse überqueren, denn auch der derzeitige Schulweg sorgt für Unmut. Allerdings ist die Fläche derzeit ein Biotop.

Lochhausen: Sporthalle platzt aus allen Nähten

Auch eine neue Dreifachsporthalle sei dringend nötig, so Stefanie Holzwarth von der Bürgervereinigung Lochhausen-Langwied. Derzeit existiere für Lochhausen und Langwied nur eine Einfach-Turnhalle, die nicht abgetrennt werden könne.

Die Folge: Die ersten beiden Jahrgangsstufen an der Grundschule müssten teilweise Sport im Klassenzimmer machen und der SV Lochhausen könne sein Angebot nicht an den aktuellen Bedarf anpassen. „Es ist sowohl für die Schule als auch für den Verein nicht mehr tragbar.“ Schon mehrfach habe man auf die Probleme aufmerksam gemacht und eine Turnhalle an der Ecke Lochhausener Straße/Wiedehopfweg beantragt. „Aber wir werden immer wieder vertröstet.“

Auf der städtischen Fläche am Wiedehopfweg befindet sich derzeit eine Interims-Postfiliale. Dort kann sich die Bürgervereinigung gut eine Sporthalle vorstellen.
Auf der städtischen Fläche am Wiedehopfweg befindet sich derzeit eine Interims-Postfiliale. Dort kann sich die Bürgervereinigung gut eine Sporthalle vorstellen. © Andreas Schwarzbauer

Das RBS verweist darauf, dass im gesamten Stadtbezirk zwei Zweifach- und neun Einfachsporthallen existierten. Zudem sollen im Rahmen des Schulbauprogramms sechs neue Turnhallen dazukommen – allerdings keine in Lochhausen oder Langwied.

Mehr soziale Einrichtungen für Lochhausen

Außerdem fehlten in Lochhausen ein Versammlungsraum mit 200 Plätzen, ein Jugendzentrum,das schon lange gefordert wird, und ein Seniorentreff, so die Bürgervereinigung. In den Neubaugebieten seien nur an der Henschelstraße ein Nachbarschafts- und ein Jugend­treff geplant – allerdings als gemeinsame Einrichtung.

Das nächste Alten- und Servicezentrum befindet sich in Aubing. Für Senioren aus Lochhausen ist der Weg dorthin oft zu weit.
Das nächste Alten- und Servicezentrum (ASZ) befindet sich in Aubing. Für Senioren aus Lochhausen ist der Weg dorthin oft sehr weit. © Archiv: Andreas Schwarzbauer

Das Sozialreferat teilt mit: „Aufgrund der immer knapperen Flächen muss die Stadt möglichst effiziente und flächensparsame Nutzungskonzepte entwickeln. Das bedeutet, dass es darum geht, kluge, multifunktionale Raumkonzepte und eine intensivere Nutzungsmischung zu entwickeln.“

Ursprünglich sei für Lochhausen nur ein 800 Quadratmeter großer Jugendtreff an der Henschelstraße geplant gewesen. Weil es mehr Bedarf gebe, werde das Sozialreferat nun auf 1400 Quadratmetern eine generationenübergreifende Einrichtung verwirklichen. „Insgesamt ist festzustellen, dass der großflächige Stadtbezirk 22 über eine Vielzahl an Angeboten verfügt“, so Sprecher Frank Boos.

Aubinger Lohe und Böhmerweiher: Naherholung und Schutz der Natur

Mit Sorge verfolgt die Bürgervereinigung, dass der Landschaftspark in Freiham zugunsten des A99-Ausbaus verkleinert werden soll. „Wenn wir nicht aufpassen, dass die Freihamer ausreichend mit Erholungsflächen versorgt sind, kommen die Leute alle zu uns“, sagt Jürgen Umseher. Um sensible Gebiete in der Aubinger Lohe und am Böhmerweiher besser zu schützen, fordert er zudem ein Besucher-Lenkungskonzept. Auch der Bezirksausschuss sieht dringenden Handlungsbedarf in der Aubinger Lohe.

Um bestimmte Bereiche in der Aubinger Lohe besser zu schützen, soll ein Besucher-Lenkungskonzept kommen.
Um bestimmte Bereiche in der Aubinger Lohe besser zu schützen, soll ein Besucher-Lenkungskonzept kommen. © Andreas Schwarzbauer

Das Klima- und Umweltschutzreferat teilt mit, dass dies in Arbeit sei. Zudem werde es ab 2022 einen Gebietsbetreuer geben. „Sie oder er fungiert dabei als Ansprechperson vor Ort und soll durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und durch Besucherlenkung die Bevölkerung über den naturschutzfachlichen Wert der Gebiete informieren und naturschonendes Verhalten fördern.“ 

Außerdem wünscht sich die Bürgervereinigung die Aubinger Lohe aus der forstwirtschaftlichen Nutzung herauszunehmen. Sie soll nur noch der Naherholung dienen. Auch der Landesbund für Vogelschutz hatte dies bereits gefordert.

Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten lehnt dies allerdings ab: „Eine naturnahe und pflegliche Waldbewirtschaftung, wie sie die Stadt München und die Bayerischen Staatsforsten als Waldbesitzer in der Aubinger Lohe seit Jahrzehnten ausführen, schmälert den Erholungswert der Waldflächen nicht.“ Durch die Förderung und Pflanzung zukunftsfähiger und klimatoleranter Mischbaumarten trage die Bewirtschaftung vielmehr dazu bei, dass die Wälder fit für den Klimawandel seien. „Nur so können die Wälder auch in Zukunft Ihre vielfältigen Leistungen für alle Bürger erfüllen und einen besonderen Ort der Erholung bieten.“

Megagau und Superstau in Langwied und Lochhausen durch Sanierung des Allacher Tunnels

Kritisch sieht die Bürgervereinigung auch die Sanierung des Allacher Tunnels. Schon heute sei es so, dass alle, die zu den großen Firmen wie MTU oder MAN an der Dachauer Straße wollten, bei Blockabfertigung oder Sperrung des Aubinger Tunnels über die Ortkerne von Lochhausen und Langwied fuhren, moniert Helmut Rauch. „Wenn im Allacher Tunnel fünf Jahre lang nur noch eine Röhre befahrbar ist, wird das für uns der Super-Gau.“

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