Schulentwicklungsplanung im Münchner Nordosten

Erhalt des Louise-Schroeder-Gymnasiums in Untermenzing und Variante 1 Light

Daumen hoch für den Erhalt der weiterführenden Schulen in Allach-Untermenzing: Eltern und Kinder kündigen Widerstand gegen Schul-Verlagerung an.
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Daumen hoch für den Erhalt der weiterführenden Schulen in Allach-Untermenzing: Eltern und Kinder kündigen Widerstand gegen Schul-Verlagerung an.

Bürgerinitiative „Unser Stadtteil, unsere Schulen“ (Usus) und der BA Allach-Untermenzing lehnen Verlegung des Gymnasiums ab und bringen Erdbeerwiese wieder ins Spiel

Untermenzing - Die Bürgerinitiative „Unser Stadtteil, unsere Schulen“ (Usus) lehnt einen Umzug des Louise-Schroeder-Gymnasiums an den Dreilingsweg entschieden ab. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum im Bezirk Pasing-Obermenzing das fünfte städtische Gymnasium errichtet werden sollte, während Allach-Untermenzing nicht nur leer ausgeht, sondern sein einziges wohnortnahes Gymnasium verlieren soll.“

Schulweg an den Dreilingsweg für Schüler des Louise-Schroeder-Gymnasiums aus Allach-Untermenzing nicht zumutbar

Der Schulweg an den Dreilingsweg sei für die Schüler des Louise-Schroeder-Gymnasiums aus Allach-Untermenzing nicht zumutbar. Die Stadt geht davon aus, dass sie sowohl mit dem Fahrrad als auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln 30 Minuten länger unterwegs sind. Das seien Entfernungen, „die wir an anderer Stelle auch haben, um weiterführende Schulen zu erreichen“. Die Stadt hatte wegen erheblicher Proteste gegen eine Bebauung der Erdbeerwiese den neuen Standort vorgeschlagen.

Die Bürgerinitiative „Unser Stadtteil, unsere Schulen“ fordert daher, sofort die „Variante 1 Light“ umzusetzen, die eine neue Realschule anstelle der Sportanlage des SV Untermenzing an der Von-Kahr-Straße vorsieht. Die Sportplätze sollen auf die Erdbeerwiese wandern.

Variante 1 Light mit Sportplätzen auf der Erdbeerwiese als guter Kompromiss

„Sie stellt in unseren Augen einen guten Kompromiss dar und es gibt bereits eine sehr weitgehende Planung“, so Sprecher Michael Rosch. Andere Standorte zu prüfen, koste zu viel Zeit, denn schon jetzt herrsche am Louise-Schroeder-Gymnasium und der Carl-Spitzweg-Realschule in Untermenzing erheblicher Platzmangel und die Bevölkerungszahlen explodierten in den kommenden Jahren.

Verschärft werde die Situation dadurch, dass die Grundschule an der Pfarrer-Grimm-Straße schnellstmöglich saniert werden müsse. Im Keller habe sich Schimmel gebildet, im Winter funktioniere die Heizung nicht, im Sommer werde es wegen fehlender Rollos sehr warm in den Klassenzimmern und wegen einer maroden Kanalisation gebe es auf den Toiletten eine erhebliche Geruchsbelästigung.

Auch Bürgermeisterin Verena Dietl hat sich die Verhältnisse an der Grundschule am Schulzentrum an der Pfarrer-Grimm-Straße bereits angeschaut.

Bürgerinitiative „Unser Stadtbezirk, unsere Schulen“ sammelt Unterschriften

Für die Bürgerinitiative „Bürgerinitiative „Unser Stadtteil, unsere Schulen“ ist es unverständlich, dass bei dieser prekären Schulsituation ein Acker erhalten werden soll. Sie kritisieren „dass einige wenige die Hebel in ihrem Sinn gestellt haben und damit versuchen, die Interessen tausender Familien in Untermenzing, Obermenzing und Allach beiseitezuschieben“. Mit ihrer Online-Petition für die „Variante 1 Light“ haben sie innerhalb von eineinhalb Wochen mehr als 1100 Unterschriften gesammelt.

Warum mehrere Initiativen aus Obermenzing diese Variante ablehnen, lesen Sie hier.

Unterstützung durch Bezirksausschuss Allach-Untermenzing

Der Bezirksausschuss Allach-Untermenzing zeigte sich in seiner Juni-Sitzung entsetzt über die Pläne, das Louise-Schroeder-Gymnasium zu verlegen. BA-Chef Pascal Fuckerieder (SPD) sprach von „einer Katastrophe, wenn wir kein Gymnasium mehr im Stadtbezirk haben“. Zumal niemand heute sagen könne, wie lange die Auslagerung dauern und ob sie womöglich doch dauerhaft sein werde. Den Schulweg an den Dreilingsweg halten mit Ausnahme von Isabella Wach (ÖDP) alle Mitglieder des Bezirksausschusses Allach-Untermenzing für unzumutbar.

Deshalb hat das Gremium bei einer Gegenstimme eine Weiterentwicklung der „Planungsvariante 1 Light“ gefordert. „Wenn die Feuerwache einen anderen Standort bekommt, kann das ein vernünftiger Lösungsansatz sein“, sagt Fuckerieder.

Er widerspricht damit der Stadtverwaltung, die darauf verweist, dass sich die beiden betroffenen Bezirksausschüsse klar dafür ausgesprochen hätten, die Erdbeerwiese komplett freizuhalten: „Uns ging es nur darum, dass dort keine Gebäude errichtet werden. Einen Sportplatz, der keine Auswirkungen auf die Frischluftschneise hat, haben wir uns dort immer vorstellen können.“

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