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München hält an Diesel-Fahrverbot fest: Werte am Mittleren Ring kritisch ‒ So steht es um die Luft in München

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Von: Kristina Beck

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An einer Ausfahrt vom Mittleren Ring in München ist ein Hinweisschild auf die innerhalb des Rings geltende Umweltzone zu sehen. Eine Einfahrt ist nur mit grüner Plakette erlaubt.
Die Schadstoff-Belastung in München ist von Januar bis September 2022 zwar insgesamt gesunken, doch die Zahlen für den Mittleren Ring machen das Diesel-Fahrverbot laut Stadt immer noch notwendig. (Symbolbild) © Matthias Balk/dpa

Die Stadt veröffentlicht Zahlen zur Schadstoff-Belastung in München für die ersten drei Quartale 2022. Die Werte am Mittleren Ring bestätigen das Diesel-Fahrverbot.

München ‒ Die Luftqualität ist in München ein heikles Thema ‒ insbesondere in Bezug auf das kürzlich beschlossene Diesel-Fahrverbot auf dem Mittleren Ring. Nun hat die Stadt die Zwischenwerte für das dritte Quartal, Januar bis einschließlich September 2022, der städtischen Stickstoffdioxid-(NO2)-Messungen vorgelegt.

Ergebnisse der NO2-Messung in München: Luftqualität insgesamt besser, aber Werte am Mittleren Ring immer noch problematisch

Die Mittelwerte vom 1. bis 3. Quartal 2022 liegen, ausgenommen der Messstation Tegernseer Landstraße 150 am Mittleren Ring, unterhalb des gesetzlichen Jahresmittelgrenzwertes von 40 µg/m³.

Die lufthygienische Entwicklung sei auf das gesamte Stadtgebiet bezogen als grundsätzlich positiv zu bewerten, heißt es von städtischer Seite. Kritisch seien aber weiterhin die Streckenabschnitte am Mittleren Ring. In der Tegernseer Landstraße wurde in den ersten drei Quartalen 2022 ein Mittelwert von 42 µg/m³ erfasst.

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Analog zum vorangegangenen Jahr 2021 ist ein saisonaler Rückgang der Schadstoffbelastung im dritten Quartal festzustellen. Für die kommenden Wintermonate ist erfahrungsgemäß mit einem Wiederanstieg der Messwerte zu rechnen.

Wert an Landshuter Allee bestätigt Diesel-Fahrverbot

Die Messstation an der Landshuter Allee weist einen bisherigen Mittelwert für das Jahr 2022 (Januar – September) von 50 µg/m³ auf. Dies bestätigt laut Stadt die bestehende lufthygienische Problemlage am Mittleren Ring und damit die Notwendigkeit des am 26. November vom Stadtrat beschlossenen Entwurfs der 8. Fortschreibung des Luftreinhalteplans und das darin vorgesehene Diesel-Fahrverbot.

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Es sei darauf hinzuweisen, dass grundsätzlich die Messwerte der ersten drei Quartale nur als vorläufige Tendenz zu verstehen sind Ein Rückschluss auf die Jahresmittelwerte sei zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht.

Durch kältere Temperaturen und ungünstigere Witterung könne eine Zunahme des motorisierten Individualverkehrs jahreszeitlich bedingt erfolgen. Neben dem Verkehrsaufkommen seien meteorologische Einflüsse auf die Luftqualität zu berücksichtigen.

„Ähnlich zum vorangegangenen Jahr ist eine unterjährige Verbesserung der Messwerte im 3. Quartal festzustellen. Die Entwicklung der Messwerte für die Wintermonate bleibt jedoch abzuwarten. Grundsätzlich kann auch für das bisherige Jahr 2022 eine Verbesserung der Luftqualität festgestellt werden. Die Brennpunkte aus lufthygienischer Sicht am Mittleren Ring bleiben allerdings weiterhin bestehen und bestätigen die Notwendigkeit des vorgesehenen Stufenplans zur Einführung eines Diesel-Fahrverbots“, stellt Münchens Umweltreferentin Christine Kugler fest.

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Was und wo wird gemessen?

Seit Anfang 2018 werden im Auftrag des Referats für Klima- und Umweltschutz freiwillig orientierende NO2-Messungen an repräsentativen Standorten im Stadtgebiet durchgeführt. Ergänzend zu den fünf amtlichen Stationen des Landesamts für Umwelt bieten diese Messungen ein umfangreiches Bild der Stickstoffdioxid-Belastung im Stadtgebiet.

Das städtische Messnetz umfasst unterschiedliche Verkehrscharakteristiken (leichte, mittlere bis hin zu starker Verkehrsbelastung) sowie zwei Referenzmessungen an den Stationen des Landesamts für Umwelt in der Lothstraße und am Stachus.

Die einzelnen Werte der insgesamt 43 Standorte des städtischen Messnetzes können auf der Homepage der Stadt abgerufen werden.

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