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Kurioser Fund bei Bauarbeiten im Maximilianeum ‒ Experten datieren Waffen und Munition dank Zeitungsseiten

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Von: Jonas Hönle

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Das Maximilianeum - der Sitz des Bayerischen Landtags - in München.
Im Bayerischen Landtag in München fanden Arbeiter bei Bauarbeiten Munition und Waffen. (Symbolbild) © Michael Kappeler/dpa

Bei Bauarbeiten im Bayerischen Landtag in München wurden Waffen und Munition in einem Versteck gefunden. Die stammten laut Experten aus einem Weltkrieg.

Update: 11. November

Experten datieren Waffen-Fund im Maximilianeum in München dank Zeitungsseiten auf das Jahr 1933

Bei Bauarbeiten im Maximilianeum in München stießen Bauarbeiter auf historische Waffen und Munition. Experten haben nun rekonstruiert, dass der Fund aus dem ersten Weltkrieg stammt, aber erst 1933 im Landtag vergraben wurde.

Rund 400kg Munition, etwa 40 Gewehre und Karabiner sowie zahlreiche Alltagsgegenstände – von Kerzenhaltern über Flaschen bis Büroausstattung – waren Ende September unterhalb der Arkaden nahe des Südhofs des Maximilianeums freigelegt worden.

„Das Ensemble wirkt wie die Hinterlassenschaft einer kleinen militärischen Einheit, die im Maximilianeum stationiert war. Die Waffen wurden planmäßig unbrauchbar gemacht,“ sagt der Hauptkonservators des Bayerischen Armeemuseums in Ingolstadt, Dr. Dieter Storz.

Waffen und Munition aus dem Versteck im Bayerische Landtag aus 1. Weltkrieg

Archäologen des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege entdeckten indes Zeitungsseiten in dem Versteck, die die Datierung ermöglicht. Eine Restauratorin konnte das stark beschädigte Papier soweit wiederherstellen, dass das Datum lesbar wurde. Es handelt sich um eine Ausgabe des Völkischen Beobachters vom 5. April 1933.

Nach bisherigem Kenntnisstand hat sich von Juli 1932 bis zum April 1933 die „Bayernwacht“ im Gebäude aufgehalten, die dann von der SA verdrängt wurde. In diesen Zusammenhang dürften auch die Fundsachen stehen.

Möglich wäre, dass die Bayernwacht, eine Selbstschutzorganisation der katholisch-konservativen Bayerischen Volkspartei, vermeiden wollte, dass die Waffen, Munition und Ausrüstung der SA in die Hände fällt, und sie darum im Boden des südlichen Arkadenhofs vergrub.

Zusammengeknülltes Zeitungspapier, das vermutlich zum Trocknen einer feucht gewordenen Tasche gedient hat, öffnet uns nun das Fenster in eine Vergangenheit, die noch gar nicht so lange her ist – und zwar auf den Tag genau.

Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil, Leiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege

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Kurioser Fund bei Bauarbeiten im Maximilianeum: Arbeiter stoßen auf Waffen und Munition aus den Weltkriegen

Erstmeldung: 28. September

Im Bayerischen Landtag in München stießen Bauarbeiter auf Waffen, Munition und historische Gegenstände, die wahrscheinlich aus dem ersten und zweiten Weltkrieg stammen.

Der Fund im Maximilianeum stammt wahrscheinlich aus den Weltkriegen.
Der Fund im Maximilianeum stammt wahrscheinlich aus den Weltkriegen. © Stefan Obermeier/Bayerischer Landtag

Fund bei Bauarbeiten im Maximilianeum in München - Arbeiter stoßen auf Waffen und Munition aus den Weltkriegen

Bei Bauarbeiten im Maximilianeum brach ein Bagger durch eine Betondecke, unter der sich Munitionskisten befanden.

Bei Bauarbeiten durchstieß der Bagger eine Betondecke zu dem Fund.
Bei Bauarbeiten durchstieß der Bagger eine Betondecke zu dem Fund. © Stefan Obermeier/Bayerischer Landtag

Ein Räumdienst und die Polizei sichert den Fund derzeit, heißt es aus dem Landtag. Wie lange die Arbeiten andauern werden, ist ebenso unklar wie die genaue Herkunft der Waffen.

Polizei und Räumdienst sichern die gefundenen Waffen.
Polizei und Räumdienst sichern die gefundenen Waffen. © Stefan Obermeier/Bayerischer Landtag

Wir tagen als Bayerischer Landtag an einem historischen Ort, das war und ist uns immer bewusst. Aber selten wird es so deutlich wie heute: Dass hier bei den Bauarbeiten im Maximilianeum Waffen und Munition – mutmaßlich aus den Weltkriegen – gefunden wurde, mahnt uns einmal mehr, für Frieden und Demokratie Sorge zu tragen. 

Landtagspräsidentin Ilse Aigner

Gleichzeitig sei man aber gespannt, zu erfahren, aus welcher Zeit die Entdeckung stammt – und vor allem, wie und warum sie dort gelagert wurden.

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