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Verkehr, Lärm und der Alte Botanische Garten ‒ Die Themen bei der Bürgerversammlung in der Maxvorstadt

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Von: Jonas Hönle

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Bürgerversammlung in der Maxvorstadt.
Die Bürgerversammlung in der Maxvorstadt im Adolf-Weber-Gymnasium. © Gabi Uelses

Mehr Grün, eine autofreie Zone, Lärm und der Alte Botanische Garten standen bei der Bürgerversammlung in der Maxvorstadt im Fokus - die Forderungen und Probleme der Anwohner...

Verkehr, Umwelt und Lärmbelästigungen – diese drei Themen standen im Mittelpunkt der Bürgerversammlung, zu der sich rund 100 Bewohner der Maxvorstadt in der Dreifachturnhalle des Adolf-Weber-Gymnasiums in der Kapschstraße eingefunden hatten. 21 Antragsteller zeigten auf, wo der Schuh im Viertel drückt.

Bürgerversammlung in der Maxvorstadt ‒ Die Forderungen und Probleme der Anwohner

Wie schon in vergangenen Bürgerversammlungen, ging es um die zunehmende Lärmbelästigung durch Feiernde vor den Kneipen und Gaststätten im Viertel.

Anwohner der Barer­-, der Luisen- und Türkenstraße zeichneten ein ähnliches Bild: Lautstarke nächtliche Unterhaltungen, Hinterlassenschaften der Kneipenbesucher in den Hauseingängen und wenig Einsicht, wenn Anwohner um Rücksicht bitten.

Bäume statt Bänke gegen Lärm

Die Forderungen in den Anträgen reichten von mehr Präsenz und Kontrollen seitens der Polizei bis hin zum Entfernen von Sitzbänken vor bestimmten Kneipen, um die Aufenthaltsqualität zu verringern.

Als Abhilfe vorgeschlagen wurde auch das Anpflanzen von Bäumen als Lärmschlucker. Thomas Ruf aus der Theresienstraße stellte den Antrag, keine weitere Gastronomie im Viertel zuzulassen und so die „Ballermannisierung“ der Maxvorstadt zu beenden.

Seine Beobachtung: „Wenn ein Laden schließt, eröffnet wenig später eine Kneipe darin. Wenn das so weitergeht, haben wir bald keine Läden mehr für unsere Grundversorgung im Viertel“, monierte der Maxvorstädter. Das aber lehnte die Mehrheit der Bürgerversammlung ab.

Mehr Grün in der Maxvorstadt

Mehr Grün in der Maxvorstadt ist ohnehin der Wunsch sehr vieler Anwohner, um das Klima im dicht besiedelten Viertel zu verbessern und den steigenden Temperaturen entgegenzuwirken. Petra Nass aus der Adalbertstraße hatte schon vor einem Jahr einen Antrag auf Baumpflanzungen gestellt.

Die Stadt habe dazu aufgerufen, Standortvorschläge im Stadtgebiet abzugeben. „Von der Aktion hatte ich mir damals mehr erwartet. Gerade einmal sieben neue Bäume hat die Aktion der Maxvorstadt gebracht. Jetzt fordere ich die Stadt auf, erneut aktiv zu werden und selbst geeignete Standorte auszumachen, die sich für Baumpflanzungen eignen“, sagt sie

Die Abholzung von Bäumen wegen der Sanierung des Altstadtringtunnels müsse großzügig ausgeglichen werden, forderte Walter Prem aus der Von-der-Tann-Straße und schilderte, wie gravierend sich die aktuell fehlenden Bäume auf die Temperatur in der Straße auswirke: „Es ist die heißeste Straße Münchens geworden“, so sein Fazit.

Autofreie Zone, Ladesäulen, Flutlicht und Tischtennisplatte

Die Anträge rund um den Verkehr drehten sich zumeist um eine Beruhigung. Stefanie Lang wünschte sich, dass ein Teil der Schleißheimer Straße (ab Rottmannstraße bis hin zum Rudi-Hierl-Platz) zur autofreien Zone deklariert werde. „Das würde die Aufenthaltsqualität an dieser Stelle wesentlich erhöhen.“

Um die „Entkriminalisierung“ von Radfahrern zu erreichen, sprach sich Antragstellerin Gertraus Rainer Hasler für die Aufhebung der Einbahnstraßenregelung für Radler am Dreieck Maßmann-/Schleißheimer Straße aus. „Es fahren sowieso alle entgegen der Richtung, denn der Umweg ist zu weit und damit nicht zumutbar.“ Breite Zustimmung fand ein Antrag auf mehr Ladesäulen für die wachsende Zahl der Elektroautos.

Aber auch die Anliegen von Kindern und Jugendlichen waren Inhalt einiger Anträge: Überfällige Ausbesserungen am Spielplatz an der Tengstraße, ein zweites Flutlicht für den Bolzplatz am Josephplatz, Tischtennisplatten am Rudi-Hierl-Platz oder der Wunsch nach wärmeren Temperaturen in den Kleinkinderbecken der öffentlichen Schwimmbäder.

Alter Botanischer Garten im Fokus

„Unser Sorgenkind ist der Alte Botanische Garten“, meinte der Vertreter der Polizeiinspektion Maxvorstadt bei der Bürgerversammlung. Dort sei die Zahl der Straftaten zuletzt gestiegen.

Die Ursache dafür sei die wegen der Umbaumaßnahmen am Hauptbahnhof zunehmende Verdrängung der Rauschgiftszene in den Alten Botanischen Garten. Die Delikte spielten sich fast ausschließlich innerhalb des Milieus ab. Der „normale“ Bürger, der durch den Alten Botanischen Garten gehe, habe nichts zu befürchten.

Auch der tragische Fall des sexuellen Missbrauchs einer Schülerin im Oktober habe nichts mit den Personen aus dem Milieu zu tun, die sich gewöhnlich im Alten Botanischen Garten aufhalten. Der Täter lauerte nach den Erkenntnissen der Polizei dem Mädchen schon vorher auf und habe dann den Alten Botanischen Garten als Tatort ausgesucht. Die Polizei zeige dennoch morgens und mittags vermehrt Präsenz in diesem Bereich.

Bei den Verkehrsunfällen seien 2021 im Vergleich zum Vorjahr etwa gleichbleibende Zahlen zu verzeichnen. Es habe keine Verkehrstoten gegeben. Es ereigneten sich etwa 2000 Verkehrsunfälle. Darin waren 300 Radfahrer und 50 E-Scooter involviert. Sorge bereitet der Polizei weiterhin der sogenannte Enkeltrick, mit dem die Täter überwiegend Senioren um ihre Ersparnisse bringen. „Sprechen Sie ältere Menschen in Ihrem Bekanntenkreis darauf an.“

Alle Tipps und Warnungen rund um das Thema gibt es unter www.polizei-beratung.de in der Rubrik Senioren.

Gabi Uelses

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