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Mode- und Kostümgeschichte in der Jugendstilvilla ‒ Von Parish Kostümbibliothek wieder geöffnet

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Von: Ursula Löschau

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Die Räume der 120 Jahre alte Jugendstilvilla an der Kemnatenstraße 50 wurden originalgetreu wiederhergestellt. Hermine von Parish und ihre Mutter trugen in dem Anwesen eine Mode-Fachsammlung zusammen.
Die Räume der 120 Jahre alte Jugendstilvilla an der Kemnatenstraße 50 wurden originalgetreu wiederhergestellt. Hermine von Parish und ihre Mutter trugen in dem Anwesen eine Mode-Fachsammlung zusammen. © Florian Holzherr

Mode- und Kostümgeschichte: Die Von Parish Kostümbibliothek steht nach der Sanierung wieder für Publikum offen - Führungen ab Ende September.

München - Für das Münchner Stadtmuseum ist sie gleichwertig mit der Villa Stuck, dem Lenbach- und dem Hildebrandhaus (Monacensia): die Von Parish Kostümbibliothek an der Kemnatenstraße 50, eine Spezial­bibliothek zur Mode- und Kostümgeschichte, die nach längerer, baubedingter Pause jetzt wieder nutzbar ist.

Sanierungsarbeiten abgeschlossen: Von Parish Kostümbibliothek wieder für Publikum geöffnet

„Sie gehört zu den größten und thematisch umfassend­sten Fachsammlungen ihrer Art, von denen es weltweit nur wenige gibt“, erklärt Museumsleiterin Frauke von der Haar. Und das Ambiente, in dem die außergewöhnliche Sammlung präsentiert wird, hat selbst Museumsstatus: Es ist eine von den Gebrüdern Rank 1900/1901 erbaute Jugendstilvilla, die vom Baureferat in den vergangenen drei Jahren für rund 750 000 Euro umfassend saniert und technisch modernisiert wurde. „Wir konnten damit ein Juwel wieder zum Leuchten bringen“, freut sich Kommunalreferentin Kristina Frank.

In dem Haus lebten seit 1936 Hermine von Parish senior (1881 bis 1966) und junior (1907 bis 1998). Mutter und Tochter widmeten sich ganz ihrer Leidenschaft, Bücher, Zeitschriften, Grafiken und Fotografien zur Geschichte des Kostüms zu sammeln. Den Fokus richteten sie auf Europa. Die Bibliothek wartet aber auch mit Büchern und Abbildungen von nahezu jeder Bekleidung und Körpergestaltung weltweit aus allen Epochen auf. Bibliotheksleiterin Esther Sophia Sünderhauf zählt beispielhaft 10 000 Bücher, 2000 Zeitschriften-­Bände, 40 000 Einzelmagazine sowie 1,5 Millionen Objekte wie Zeichnungen und Ausschnitte auf.

Der Salon mit Blick zur Familienbibliothek.
Der Salon mit Blick zur Familienbibliothek. © Florian Holzherr

All das steht Modedesignern, Kostümbildnern, Studierenden und Forschenden als Wissens- und Inspirationsquelle jetzt wieder nach Terminvereinbarung zur Verfügung. Ab Ende September soll es zudem regelmäßig Führungen geben.

Verantwortlich ist das Stadtmuseum. Bereits 1970 hatte von Parish das Anwesen inklusive Sammlung der Stadt übereignet. Die Sanierung sei dringend nötig gewesen, sagt Kulturreferent Anton Biebl. Dabei wurde auch ein zusätzlicher Archivraum im Keller geschaffen. Infos unter www.muenchner-­stadtmuseum.de/sammlungen.

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