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9-Euro-Ticket in München: Gewerkschaften fordern 365-Euro-Ticket als dauerhafte Anschlusslösung

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Von: Benedikt Strobach

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Eine Hand hält ein 9-Euro-Ticket. Auf einem Bahnsteig wartet dabei ein Regionalzug der Deutschen Bahn auf die Abfahrt.
Was folgt auf das 9-Euro-Ticket? Gewerkschaften setzen sich für ein 365-Euro-Ticket für alle Personen ein. © Soeren Stache/dpa

Welche Angebote folgen auf das 9-Euro-Ticket im öffentlichen Nahverkehr? Gewerkschaften in München fordern nun ein 365-Euro-Ticket als dauerhafte Lösung.

Am 31. August endet der Aktionszeitraum für das bundesweite 9-Euro-Ticket. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bayern sowie die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordern nun gemeinsam ein bundesweites 365-Euro-Ticket als dauerhafte Anschlusslösung.

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9-Euro-Ticket in München: DGB und EVG Bayern fordern 365-Euro-Ticket als dauerhafte Anschlusslösung

Bernhard Stiedl, Vorsitzender des DGB Bayern, erklärt: „Zunächst braucht es eine ausführliche Evaluierung und Bewertung des dreimonatigen Aktionszeitraums. Aber schon jetzt ist klar: Attraktive, unkomplizierte und kostengünstige ÖPNV-Angebote stoßen bei den Menschen auf große Zustimmung und sind ein wichtiger Faktor, um die Mobilitätswende gerade auch in Bayern entscheidend voranzubringen. Diesen Schwung müssen wir mitnehmen – und mit einem 365-Euro-Ticket als Nachfolgeregelung ab 2023 kann uns das auch gelingen.“

Kurzfristig sollte das 9-Euro-Ticket eine Entlastung für die Bürgerinnen und Bürger darstellen. Bereits zur Halbzeit des Aktionszeitraums hat etwa die MVG ein positives Zwischenfazit ziehen können. „Dieses Ziel wurde – zum Teil leider auf Kosten der Beschäftigten im Mobilitätssektor – erreicht. Langfristig wollen wir eine ökologische und sozialverträgliche Mobilitätswende gestalten, welche die Beschäftigten nicht an ihre Belastungsgrenze bringt. Hier gilt es, die Erfahrungen des 9-Euro-Tickets für Bayern zu berücksichtigen“, sagt Stiedl.

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Das 9-Euro-Ticket habe laut des DGB-Vorsitzenden auch die verkehrspolitischen Versäumnisse der letzten Jahre klar aufgezeigt: „Es mangelt an Fahrzeugen und Personal, die Infrastruktur ist an der Kapazitätsgrenze angekommen. Zudem sind ländliche Regionen oftmals nur schlecht an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. In diesen Bereichen sind massive Investitionen notwendig.“

Nachholbedarf sieht auch Matthias Birkmann, Geschäftsstellenleiter der EVG in Nürnberg: „Ob in den Zügen, den Bussen, auf den Bahnhöfen, in den Werkstätten, ob Sicherheit oder Reinigung – unsere Kolleginnen und Kollegen waren in den vergangenen Monaten extremen Belastungen ausgesetzt. Unser Ziel ist ein preiswerter sowie qualitativ hochwertiger ÖPNV für alle – aber nur zu fairen Bedingungen für die Beschäftigten. Langfristig stellen wir uns einen kostenlosen Nahverkehr vor. Vorher müssen jedoch zuerst das Angebot und die Kapazitäten flächendeckend ausgebaut werden. Das 365-Euro-Jahresticket könnte aus unserer Sicht daher eine sinnvolle Übergangslösung sein.“

Ob und, falls ja, welches Angebot auf das 9-Euro-Ticket folgt, ist noch unklar. Der Freistaat Bayern will sich an dessen Finanzierung jedoch nicht beteiligen. Münchens Zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) sieht das 9-Euro-Ticket im Interview mit Hallo München als großen Erfolg und schlägt ein 29- und 49-Euro-Ticket als Nachfolge vor.

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