„Eine riesige Sauerei der Stadt“

Ärger über Rodungen auf Gelände der Bayernkaserne – Stadt München rechtfertigt Fällungen

Ein Blick auf den nordöstlichen Teil der Bayernkaserne zeigt: Ein Großteil der alten Bäume wurde dort gefällt.
+
Ein Blick auf den nordöstlichen Teil der Bayernkaserne zeigt: Ein Großteil der alten Bäume wurde dort gefällt.

Im Rahmen der Baumaßnahmen auf dem Gebiet der ehemaligen Bayernkaserne kam es auch zu Fällungen alter Bäume. Das macht einige Anwohner sehr wütend. Was die Stadt dazu sagt.

Freimann - Es ist eines der größten Wohnbauprojekte der Stadt: Auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne entsteht Wohnraum für bis zu 15 000 Menschen. Die ersten Gebäude werden bereits gebaut.

Die Arbeiten stören aber die Anwohner der angrenzenden Gruson-Siedlung. „Hier regen sich immer mehr Menschen über die Baumfällungen dort auf“, kritisiert Richard Quaas.

Im Osten des Geländes stehe „kein Grashalm mehr“. Im Westen werde ebenfalls gefällt. „Da, wo Häuser entstehen sollen, keine Frage. Aber die Standorte sind auch auf künftigen Grün- oder Frei­flächen, wo alter Baumbestand wohltuend wäre“, sagt der Freimanner.

Hinzukomme, dass der Staub vom Kasernenareal oft in die Siedlung geweht werde. „Bäume hätten geholfen, diese Staubfahnen zu reduzieren“, findet der ehemalige CSU-Stadtrat.

Richard Quaas verärgern die Baumfällungen aus mehreren Gründen.

Was ihn auch stört: „Die Stadt misst hier mit zweierlei Maß. Bei jedem Baum dieser Größenordnung auf Privatgrund gibt es ein gewaltiges Getue. Beim städtischen Projekt interessiert sich aber offenbar niemand dafür.“ Sein Fazit: „Was da gemacht wird, ist eine riesige Sauerei der Stadt.“

Die erklärt, dass die Fällungen durch eine große Menge an Kampfmitteln im Boden der Bayernkaserne notwendig seien. „Die Räumung kann und konnte in den meisten Bereichen nur großflächig erfolgen“, erklärt Maren Kowitz, Sprecherin des Kommunalreferats auf Hallo-Anfrage.

„Sofern es möglich ist, Bäume mit verhältnismäßigen Mitteln zu verpflanzen, wird das gemacht.“ Diese werden auf dem südlichen Gelände zwischengelagert und später in die entstehenden Grünanlagen eingesetzt.

Aufgrund der vielen gefundenen Kampfmittel, auch im Wurzelbereich, sei dies aber kaum möglich, sagt Kowitz. In den Grünanlagen gebe es aber auch Ersatzpflanzungen. Dass Staub entstehe, sei bei einer Großbaustelle unvermeidbar.

„Das Kommunalreferat versucht alles, um die Belastung für die umliegenden Anwohner so gering wie möglich zu halten“, versichert sie.

Auch interessant

Kommentare