Suchtaufklärung vom BA

Anwohner-Ärger über Drogen-Kranke in Giesing – BA will vermitteln 

An der Bücherei und am U-Bahn-Abgang treffen sich oft Menschen zum Alkoholtrinken.
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An der Bücherei und am U-Bahn-Abgang treffen sich oft Menschen zum Alkoholtrinken.

Bürger ärgern sich über Drogenkranke rund um die Silberhornstraße. Jetzt wollen Lokalpolitiker bei einer Infoveranstaltung vermitteln. Was die örtliche Polizeiinspektion sagt.

Obergiesing - Es geht um das Areal rund um die Station Silberhornstraße. In zwei Anträgen an den BA Obergiesing haben sich Anwohner über „Obdachlose und Angehörigeaus dem Drogen- und Alkoholmilieu“ beklagt und um Hilfe gebeten.

Die Lage nahe der Stadtbibliothek und im Umgriff des Tegernseer Platzes sei schwierig. Der BA plant nun Informationsveranstaltungen mit Anwohnern und Betroffenen.

Eine Antragstellerin, die anonym bleiben will, teilte Hallo mit, dass es ihr um den Spielplatz an der Kesselbergstraße und den Weg zur Ichoschule gehe: „Beides ist stark frequentiert von Drogenkranken.“

Man müsse diese auf dem Schulweg teils bitten, beiseite zu gehen. „Kinder haben eh wenig Raum in Giesing. Die Spielplätze müssen drogenfrei sein.“ Der andere Antrag bemängelt die Lage an den U-Bahnaufgängen. In der Gegend gibt es eine Praxis, die Methadon an Suchtkranke ausgibt. Mit dem betreffenden Arzt, der nicht genannt werden will, hat der BA gesprochen.

„Er versucht alles, damit seine Patienten nicht auffallen“, sagt Rita Brunnengräber-Zimmer (CSU), zweite Vorsitzende des BA-Sozialausschusses.

Zweite Vorsitzende des BA-Sozialausschusses: Rita Brunnengräber-Zimmer (CSU).

„Manche sagen, die Praxis sei die Ursache, aber das ist falsch.“ Der Arzt schließe mit den Methadonpatienten sogar Verträge, wie sie sich im Umfeld der Praxis zu verhalten hätten.

Der BA steht bezüglich der Anträge auch in Kontakt zur Polizeiinspektion 23. Ein Polizeisprecher erklärt auf Hallo-Anfrage, das Problem sei bekannt: „Vertreiben von Suchtkranken bringt wenig. Man verdrängt sie nur woandershin. Auch kann man keinem verbieten, sich im öffentlichen Raum aufzuhalten.“

Die Methadonpatienten seien harmlos, es gebe „keine Form der Beschaffungskriminalität“. An der U-Bahn bei der Bücherei und anderswo im Viertel treffe sich eher die „Stammsteherszene“ zum Ratschen und Biertrinken. Das bestätigt auch ein Sprecher des allparteilichen Konfliktmanagements der Stadt AKIM.

Der BA will nun vermitteln. Demnächst wird es Infoveranstaltungen für Anwohner geben. Ein ehemals Suchkranker soll dort die Lage Betroffener schildern.

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