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Impfwelle gegen Influenza: Hohe Nachfrage in Münchens Arztpraxen

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Von: Romy Ebert-Adeikis, Ursula Löschau

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Ein Arzt verabreicht einer Patientin eine Impfdosis.
In den Münchner Arztpraxen ist die Nachfrage nach der Grippeimpfung derzeit hoch. © dpa/Stephan Jansen

Dank der Corona-Maßnahmen war die letzte Grippe-Saison sehr schwach. Jetzt erwarten Stadt München und Ärzte eine Influenzawelle und rufen zur Impfung auf.

München - Circa 560 Influenza-Fälle sind im vergangenen Winter gemeldet worden – deutschlandweit. Und damit deutlich weniger als in den Jahren zuvor. „Durch die Corona-Schutzmaßnahmen ist die Grippesaison 2020/21 fast vollständig ausgefallen, das Immunsystem ist darum diese Saison anfälliger für eine Infektion“, warnt das Gesundheitsreferat München.

Stadt München und Ärzte warnen vor neuer Grippewelle: höheres Risiko als im vergangenen Jahr

Darum sei die Schutzimpfung heuer „besonders wichtig“, vor allem für Schwangere, Menschen ab 60 Jahren, mit Vorerkrankungen oder viel Personenkontakt.

Das betonen auch Münchner Ärzte wie Dr. Markus Frühwein. „In anderen Ländern sind mit der Lockerung der Schutzregeln atemwegsübertragbare Erkrankungen durch die Decke geschossen. Es besteht natürlich das Risiko, dass das bei der Influenza auch passiert“, sagt das Mitglied der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen.

Dr. Markus Frühwein, Münchner Arzt und Mitglied der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen.
Der Münchner Arzt Dr. Markus Frühwein warnt vor den Folgen einer starken Grippewelle. © privat

Die Impfung sei aber nicht nur als Schutz gegen eine Erkrankung wichtig. „Ich sehe im Falle einer zirkulierenden Influenza auch ein Problem für unser Gesundheitssystem. Im Moment laufen die Krankenhäuser und Intensivstationen wieder voll und die Praxen sind auch stark ausgelastet.“

Schon jetzt große Nachfrage nach Grippe-Schutzimpfung in München - Stadt bietet eigene Impfberatungsstelle an

Das Positive: Trotz Corona-Impfoffensive scheinen die Münchner dem Thema nicht überdrüssig zu sein. Im Gegenteil: „Es ist eher ein einfach besseres Verständnis für Infektionserkrankungen, die damit verbundenen Risiken und die Möglichkeit zum Schutz durch Impfungen vorhanden, was viele zur Impfung bewegt“, sagt Frühwein.

Ähnliches beobachtet auch Christoph Pooth: „Die Nachfrage an Grippeimpfungen ist im Moment sehr hoch“, so der Allgemeinarzt mit Praxen am Marienplatz und in Gräfelfing. Eng werden könnte es hingegen an anderer Stelle laut Impf-Experte Frühwein: „Meines Wissens nach haben ein paar Praxen Probleme, ausreichend Impfstoff zu bekommen.“

Das Gesundheitsreferat der Stadt bietet eine eigene Impfberatungsstelle an. Diese ist werktäglich unter Telefon 23 36 69 07 zu erreichen.

Neue Dosis für Senioren

Christoph Grassl von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern hofft auf einen ähnlichen Ansturm wie 2020. „Da gab es deutlich mehr Grippe-Impfungen bei wesentlich besseren Hygienebedingungen und in der Folge wesentlich weniger Influenza-Fälle“, berichtet er.

Verabreicht wird ihm zufolge ein Vierfach-Impfstoff, der im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert worden sei. Neu in diesem Jahr sei allerdings die Dosierungsempfehlung für über 60-Jährige. Die Ständige Impfkommission (Stiko) rate hier zu einer höheren Dosis desselben Impfstoffes.

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