Standortschließung Agfa

Einigungsstelle bei Agfa beendet: 140 Beschäftigte entlassen - So kämpft der IG BCE München für sie

Trotz harter Verhandlungen konnten Entlassungen an den Agfa-Standorten Peiting und Peißenberg nicht verhindert werden. Der IG BCE München schaffte aber gute Rahmenbedingungen.
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Trotz harter Verhandlungen konnten Entlassungen an den Agfa-Standorten Peiting und Peißenberg nicht verhindert werden. Der IG BCE München schaffte aber gute Rahmenbedingungen.

Nach mehreren Verhandlungsrunden zu den Plänen des Stellenabbaus in den Agfa-Standorten Peiting und Peißenberg, wurde die Einigungsstelle beendet. So hat der IG BCE München für Arbeitnehmer gekämpft.

  • Agfa baut Stellen an den Standorten Peiting und Peißenberg ab.
  • Deswegen kam es zu mehreren harten Verhandlungsrunden in der Einigungsstelle.
  • Wie der IG BCE Bezirk München sich für die Arbeitnehmer eingesetzt hat.

IG BCE Bezirk München kritisiert die Umsetzungspläne des Arbeitgebers. „Wir halten die Schließung des Standorts Agfa Peiting und die Teilstilllegung des Betriebs in Peißenberg weiterhin für falsch,“ sagt IG BCE Betriebsbetreuer Stefan Plenk.

In enger Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat konnte immerhin ein sehr gut dotierter Sozialplan und eine für die Mitarbeiter attraktive Transfergesellschaft erstritten werden.

Nach vier Verhandlungsrunden in der Einigungsstelle zu den geplanten Teilschließungsplänen für die Agfa Standorte in Peißenberg und Peiting, ist es in einer 18 stündigen Marathonsitzung gelungen, einen gut dotierten Sozialplan mit einer ordentlich ausgestatteten Transfergesellschaft zu erkämpfen.

Der Einigungsstelle ging ein monatelanges Ringen zwischen Betriebsrat, IG BCE und Arbeitgeber voraus, bei dem die Arbeitnehmervertretung standhaft versucht hat die Entscheidung abzuwenden. Verschiedene Vorschläge des Betriebsrats und der IG BCE zur Rettung von Arbeitsplätzen wurden vom Arbeitgeber ausgeschlagen, da er darin keinen mittelfristig wirtschaftlichen Sinn sieht.

Beschäftigte am Standort Peiting trifft es hart

„Wir konnten die Entlassungen leider nicht verhindern. Durch unser hartes Verhandeln ist es uns aber gelungen gute Rahmenbedingungen zu erreichen, damit die gröbsten Härten der Entscheidung zumindest abgemildert werden,“ urteilt Plenk weiter.

Vor allem am Standort Peiting, der bis Ende 2022 komplett geschlossen werden soll, trifft es viele der 50 Beschäftigten hart. „Wir sind am Standort überwiegend hochspezialisierte Leute und gehen davon aus, dass es zum Beispiel unsere Feinoptiker schwer haben werden, etwas Neues zu finden,“ sagt Roland Ammersinn, Betriebsratsvorsitzender der Agfa in Peiting.

Hinzu kommt das hohe durchschnittliche Alter der Belegschaft und die derzeitige Corona-Krise, die natürlich ein Problem darstellt. Mit dem Sozialplan und der Transfergesellschaft sei es zumindest gelungen, für den älteren Teil der Belegschaft Zeit zu gewinnen und einigen eine Brücke in die wohlverdiente Altersrente zu bauen, stellt Ammersinn abschließend fest.

Anfindungssummen erhöhen und restliche Arbeitsplätze sichern

Am Standort in Peißenberg ist zudem eine Teilstilllegung in der Produktion geplant, von der ca. 90 Beschäftigte betroffen sind. „Gemeinsam mit der IG BCE und unseren externen Beratern haben wir es zumindest geschafft, die Abfindungssummen zu erhöhen und die Transfergesellschaft zu bekommen.“ bekräftigt der Peißenberger Betriebsratsvorsitzende Manfred Unger.

Jetzt geht es vor allem darum, die verbleibenden Arbeitsplätze zu sichern, die Maßnahmen kritisch zu begleiten und die Mitarbeiter bei ihrem schweren Gang zu unterstützen, so Unger weiter. In enger Abstimmung mit dem Betriebsrat und weiteren externen Beratern hat die Verhandlungskommission alles versucht, um Arbeitsplätze retten zu können und einen möglichst guten Sozialplan zu erkämpfen.

Für die IG BCE Mitglieder an den Standorten bedeutet dies, dass die IG BCE immer ein starker und verlässlicher Partner ist und sich für ihre Zukunft mit aller Kraft einsetzen wird. „Wir setzen uns für die Mitarbeiter an den AGFA Standorten ein und werden dies natürlich auch während und nach den Entlassungswellen weiterhin tun“ verdeutlicht der IG BCE Betriebsbetreuer Stefan Plenk.

Der IG BCE Bezirk München

Der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie Bezirk München ist zuständig für Betriebe aus den Bereichen Chemie, Kunststoff, Pharmazie, Glas, Papier, Feinkeramik, Kautschuk, Leder, Kali- und Steinsalz, Umwelt/Entsorgung, Erdöl-/Erdgasgewinnung, Schleifmittel, Bergbauspezialgesellschaften, sonstige Rohstoffe, industrienahe Dienstleistungen.

Auf der Fläche des Bezirkes München betreut er rund 7.400 Mitglieder.

IG BCE Bezirk München/fb

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