Nach Gewaltausschreitungen

Alkoholverbot im Englischen Garten in Diskussion - Kreisjugendring München gegen Generalverdacht

Englischer Garten in München
+
Nach Ausschreitungen im Englischen Garten wird ein Alkoholverbot diskutiert. Nun werden Stimmen laut, die ein Verbot nicht für gerechtfertigt halten. / Symbolbild

Vorletzte Woche kam es zu einer Schlägerei im Englischen Garten, bei der auch 19 Polizeibeamte verletzt wurden. Jetzt gibt es Verhandlungen zu einem Alkoholverbot.

Nachdem es am achten Mai zu einer Schlägerei im Englischen Garten gekommen war, bei der 19 Polizeibeamte mit Flaschen beworfen und verletzt wurden, wird ein Alkoholverbot im Englischen Garten diskutiert.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, stehe das Polizeipräsidium diesbezüglich im Austausch mit der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung. Von einem etwaigen Verbot solle die Gastronomie aber verschont bleiben, eigene Getränke mitzubringen würde demnach untersagt.

Alkoholverbot im Englischen Garten - Ablehnung aus der Politik und Jugendorganisationen

Der Kreisjugendring München Stadt (KJR) stellt sich so wie viele Politiker Münchens gegen ein generelles Alkoholverbot im Englischen Garten.

Der KRJ betont, dass die jungen Menschen sich in der Corona-Krise solidarisch verhalten hätten, um ältere oder kranke Menschen zu schützen. Nun verdienten sie Verständnis statt Verboten.

Es ginge nicht darum, sich grundsätzlich für Alkoholkonsum auszusprechen. „Aber niemand nimmt Anstoß daran, wenn 17- oder 21-Jährige im Biergarten eine Maß trinken. Wenn sie sich aber hundert Meter weiter auf die Wiese setzen und zwei Flaschen Bier trinken wollen, soll das verboten sein? Das kann es nicht sein“, sagt die Vorsitzende des Kreisjugendring München-Stadt (KJR), Judith Greil.

Natürlich veurteilten sie die Gewalt gegen Polizeikräfte, so Greil weiter. „Gleichzeitig wehren wir uns gegen den Generalverdacht, junge Menschen würden nach Alkoholgenuss gewalttätig gegen die Polizei losgehen.“ 

CSU, SPD und die Grünen halten ein Alkoholverbot ebenfalls nicht für die richtige Maßnahme. Oberbürgermeister Reiter empfand derweil angesichts der Gewaltausschreitungen Verständnis für diese Überlegungen.

Nun muss das Vorgehen der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung abgewartet werden.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare