Insektenoase an der Servetstraße

Ärger an der Oase in Allach: Stadt bremst Naturschutz-Projekt aus wegen Kampfmittel

Bisher müssen die Würmranger zwischen der Insektenoase und dem umgebenden Gras immer wieder eine Barriere schaffen. Mit einem Sandstreifen wäre der Fall erledigt.
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Bisher müssen die Würmranger zwischen der Insektenoase und dem umgebenden Gras immer wieder eine Barriere schaffen. Mit einem Sandstreifen wäre der Fall erledigt.

In Allach pflegt eine junge Naturschutzgruppe eine Insektenoase. Als sie diese weiter optimieren wollten, wurde dies von der Stadt abgelehnt. Das sind die Gründe dafür.

Allach - Im BA Allach-Untermenzing herrscht Unverständnis: Eine Aktion der Naturschutzgruppe Würmranger, in der vor allem Kinder und Jugendliche mitwirken, wird vom Baureferat abgelehnt.

„Es ist schade, wenn das Engagement von jungen Leuten so ausgebremst wird“, monierte Falk Lamkewitz (Grüne) bei der jüngsten BA-Sitzung. Zumal es in diesem Fall um kein völlig neues Projekt geht, sondern um eine angestrebte Optimierung einer bereits bestehenden Insektenoase an der Servetstraße.

Die etwa 150 Quadratmeter große Fläche wurde 2017 als Beitrag zum Jubiläum „1200 Jahre Menzing“ in Absprache mit der Stadt von den Würmrangern angelegt und wird seitdem auch von der Gruppe gepflegt.

Jetzt möchten die Naturschützer die bisher eckigen Umrisse der Oase etwas abrunden und einen Sandstreifen drumherum ziehen, „dass das Gras nicht immer reinwächst und wir den Rand aufwändig abstechen müssen“, erklärt Projektleiterin Ursula Schleibner.

So steht die Stadt München dazu:

Aus Sicht der Stadt wäre das aber eine unerwünschte Erweiterung der Fläche und noch dazu ein womöglich sogar riskanter Eingriff in das Erdreich. In einem Schreiben an den BA erklärt das Baureferat: „Zudem wurden 2020 in diesem Bereich der Grünanlage Kampfmittel aufgefunden, so dass auf der Fläche aus Sicherheitsgründen größere Grabungen im Erdreich zu unterlassen sind.“

Was genau es damit auf sich hat, will der BA jetzt vom Baureferat erfahren. Ansonsten klinge das Ganze eher nach einer „Ausrede“, so Lamkewitz.

Auf Hallo-Anfrage erläutert Referatssprecherin Vanessa Salcher, dass Beamte der Polizeiinspektion Moosach 2020 zwischen freigespülten Baumwurzeln im Uferbereich der Würm unweit der Fläche „Kampfmittel“ gefunden und deren Entsorgung veranlasst hätten.

Nun sei bei Grabungen dort eine Kampfmitteluntersuchung nötig und für diese müsse – wie für die Anlage einer Sandfläche – eine Erlaubnis der Unteren Naturschutzbehörde beantragt werden.

ul

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