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BA 23: Bereit für mehr Verantwortung - Hallo-Vorschau 2023 für Allach-Untermenzing

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Von: Ursula Löschau

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Die Entwicklung des Diamaltparks mit Wohnen, Büros, Grünfläche und sozialen Einrichtungen (hier die „Suppenwürze“) soll heuer abgeschlossen werden.
Die Entwicklung des Diamaltparks mit Wohnen, Büros, Grünfläche und sozialen Einrichtungen (hier die „Suppenwürze“) soll heuer abgeschlossen werden. © Ursula Löschau

In 2023 werden in Allach-Untermenzing die großen Wohnprojekte im Fokus stehen, dennoch soll sich auch etwas beim Verkehr bewegen. Der BA-Chef steht Rede und Antwort:

Allach-Untermenzing - Heuer geht es mit der Planung mehrerer großer Neubauquartiere im Stadtbezirk voran. Eng damit verknüpft ist der Ausbau der Infrastruktur, vom Haus für Kinder bis zur Verkehrserschließung. BA-Chef Pascal Fuckerieder (SPD) und Vertreter der Stadt informieren in der Hallo-Vorschau über wichtige Projekte:

2023 in Allach-Untermenzing: Diese Projekte stehen im Mittelpunkt

• Kirschgelände: Das Planungsreferat rechnet Anfang des Jahres mit dem sogenannten Billigungsbeschluss für das rund 14 Hektar große, bisherige Gewerbegebiet. Dort soll ein Wohnviertel mit 1200 Wohnungen, einer Grundschule und einem Park entwickelt werden. „Ob an der ein oder anderen Ecke schon mit dem Abbruch begonnen wird, weiß ich nicht. Die Gemeinschaftsunterkunft an der Hintermeierstraße bleibt erst einmal“, sagt Fuckerieder. Mit der Grundschulplanung wurde laut Referat für Bildung und Sport (RBS) Ende 2022 begonnen.

• Hirmerei: Auch dort laufen laut Thorsten Vogel vom Planungsreferat die Vorbereitungen für den Billigungsbeschluss. Im September soll er gefasst werden. Dann könne Ende des Jahres die Öffentlichkeitsbeteiligung stattfinden. „Die Satzung des Bebauungsplans ist für Sommer 2024 vorgesehen. Damit wird die Voraussetzung zur Realisierung von 233 Wohnungen, davon 70 im geförderten Wohnungsbau, geschaffen“, erklärt Vogel.

Diamaltpark und Verkehrskonzept

• Diamaltpark: Nachdem die meisten Wohnungen dort schon bezogen sind, rechnet der BA-Chef damit, dass auch die Sanierung und Umnutzung der denkmalgeschützten ehemaligen Fabrikgebäude „Suppenwürze“ und „Werkstatt“ zu Wohnen und Büros abgeschlossen wird. In Letzteres zieht die Sozialwerkstätte R18. „Zum beantragten Nachbarschaftstreff dort gibt es Gespräche. Und ich bin ganz zuversichtlich, dass wir 2023 ein Konzept finden, wie wir das zusammen integrieren können“, sagt Pascal Fuckerieder.

• Schulen und Kindertageseinrichtungen: Zur Schul- und Feuerwachen-Planung an der Professor-Eichmann- und Weinschenkstraße steht im Februar der Aufstellungsbeschluss im Stadtrat auf dem Programm (siehe auch Hallo-Vorschau in der vergangenen Ausgabe). Für die Erweiterung der Grundschule Manzostrasse erstellt das Planungsreferat laut RBS gerade einen Bebauungsplan. Parallel dazu erarbeite das Baureferat das Vergabe-Verfahren für das Projekt. Das Haus für Kinder neben der neuen Grundschule an der Theodor-Fischer-Straße soll laut RBS im Dezember fertig werden. Es wird jeweils drei Krippen- und Kindergartengruppen bieten.

• Verkehrskonzept: „Ich gehe davon aus, dass wir etwas vorgestellt bekommen“, sagt der BA-Chef. Seine Haltung: „Jede Fortbewegungsform hat ihre Daseinsberechtigung. Wir müssen daran arbeiten, Wege zu finden, wie diese Formen zusammen am besten genutzt werden können – gleichberechtigt nebeneinander.“ Christina Warta vom Mobilitätsreferat (MOR) bestätigt: „Dem BA 23 wurde ein Verkehrskonzept für den 23. Stadtbezirk angekündigt. Diese Vorlage ist im Fachbereich fertiggestellt und wird jetzt verwaltungsintern abgestimmt.“ Die Präsentation sei für das erste Quartal geplant. Laut Warta handle es sich „in erster Linie um ein Konzept für die Nahmobilität und den Umweltverbund“, also Radl und ÖPNV.

Ein Verkehrskonzept für Allach-Untermenzing steht dagegen erst am Anfang.
Ein Verkehrskonzept für Allach-Untermenzing steht dagegen erst am Anfang. © Ursula Löschau

• Allacher Straße: „Es ist noch zu klären, inwiefern die Planungen neu gemacht werden müssen. Anfang 2023 finden dazu Gespräche statt“, sagt Fuckerieder zum Ausbau dieser Straße. Die MOR-Sprecherin ergänzt: „Die Zuständigkeit für das Projekt wurde im November vom Baureferat an das Mobilitätsreferat abgetreten. Die Neuaufstellung ist für 2023 geplant.“

Start für den Altenheimbau in Allach 

Voraussichtlich noch in diesem Monat soll es mit dem Aushub der Baugrube für das neue Wohn- und Pflegeheim der Münchenstift an der Franz-Nißl-Straße losgehen. Bereits seit Mitte Oktober wird das Grundstück für die eigentlichen Bauarbeiten vorbereitet, archäologische Untersuchungen inklusive. „Der Beginn der Rohbauarbeiten ist ab Mitte April 2023 geplant“, teilt ein Münchenstift-Sprecher auf Hallo-Anfrage mit.

Zudem werde ein Bausachverständiger den Zustand der unmittelbar angrenzenden Nachbargebäude zur sogenannten Beweissicherung begutachten und dokumentieren. Dies stehe noch an und sei für die Betroffenen kostenlos, erklärt die Münchenstift.

An der Franz-Nißl-Straße startet der Heimbau.
An der Franz-Nißl-Straße startet der Heimbau. © Ursula Löschau

Das Wohn- und Pflegeheim soll nach etwa zwei Jahren Bauzeit 202 vollstationäre Pflegeplätze bieten, davon etwa 35 in einem gerontopsychiatrischen Bereich. Außerdem wird es 18 Apartments für selbstständiges Wohnen und eine Tagespflege mit 20 Plätzen geben. Zur Straße hin befinden sich zweistöckige Gebäudeteile („E+1“) unter anderem mit einer Cafeteria und einem Mehrzweckraum. Das Hauptgebäude in Holzbauweise kommt auf vier Stockwerke plus einem zurückgesetzten Terrassengeschoss.

Die Münchenstift rechnet aktuell mit Gesamtkosten in Höhe von 66 Millionen Euro. Aufgrund der „stetig anhaltenden Preissteigerungen“ sei es momentan jedoch schwierig, genaue Kostenangaben zu machen, ergänzt ein Unternehmenssprecher. Der Freistaat fördert den Neubau im Rahmen des Programms „Pflege im sozialen Nahraum – PflegesoNah“ mit 12,64 Millionen Euro. Das Ziel: eine bessere „bedarfsgerechte und flächendeckende, regional ausgerichtete, demenzsensible und barrierefreie pflegerische Versorgungsstruktur“.

Die Münchenstift sei bemüht, „Beeinträchtigungen und Auswirkungen der Bauarbeiten auf ein notwendiges Maß zu reduzieren“, erklärt der Unternehmens-Sprecher. Über alle wichtigen Schritte während der Bauphasen wolle man regelmäßige Anwohnerinformationen zur Verfügung stellen, so der Bauherr.

A99: Vorbereitung auf Tunnelprojekt

Die bevorstehende Sanierung des Allacher Tunnels der A99 sowie die geplante temporäre Seitenstreifenfreigabe zwischen den Anschlussstellen Allach und Feldmoching werfen ihre Schatten voraus. Nach Auskunft von MOR-Sprecherin Christina Warta hat München die Autobahn GmbH aufgefordert, „in Abstimmung mit der Stadt ein bauzeitliches Verkehrs- und Anwohnerschutzkonzept zu entwickeln, um die prognostizierten erheblichen Verkehrsverlagerungen auf das städtische Hauptstraßennetz und die damit verbundenen negativen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten“. Diese Abstimmungen würden unter Einbeziehung weiterer Beteiligter unter anderem im Rahmen der neu gegründeten Allianz „Mobile Zukunft München“ heuer weitergeführt

2023 in Allach-Untermenzing: BA-Vorsitzender Fuckerieder im Interview

Für die 2020 gewählten Bezirksausschüsse ist 2023 bereits Halbzeit ihrer sechsjährigen Amtsperiode. Im Hallo-Interview zieht Pascal Fuckerieder (SPD), Vorsitzender des BA Allach-­Untermenzing, eine erste Bilanz und spricht über die Ziele bis 2026.

2013 ließen die Vereine im Stadtbezirk ein Architekturbüro einen Entwurf für ein Kulturbürgerhaus in Allach erstellen, um das Projekt anzukurbeln.
2013 ließen die Vereine im Stadtbezirk ein Architekturbüro einen Entwurf für ein Kulturbürgerhaus in Allach erstellen, um das Projekt anzukurbeln. © Abb.: Archiv/Maier Neuberger Architekten

Was wurde seit 2020 im Stadtbezirk geschafft?

Der Oertelplatz ist jetzt ein belebter Platz, die Tiefgarage ist offen, der Markt ist eröffnet. Der Diamaltpark ist weitgehend bezogen. Die neue Grundschule an der Theodor-Fischer-Straße ist eröffnet. Also ganz viele Dinge, die wir länger schon angeschoben haben, auch zur Zeit meiner Vorgängerin als BA-Vorsitzende, sind jetzt passiert. Das müssen Leute, die neu in den BA kommen, oft auch erst lernen: dass viele Projekte erst nach Jahren umsetzbar sind.

Was beschäftigt den BA 23 bis 2026?

Vorneweg werden wir die Schulplanung und die Planungen für das Kirschgelände begleiten. Was schon angeschoben ist und hoffentlich bis 2026 fertig wird, ist das neue Pflegeheim an der Franz-Nißl-Straße. Wir werden jetzt außerdem die Entwicklung auf dem Junkersgelände mit kleinteiligem Gewerbe im Auge behalten, ebenso die Hirmerei. Insgesamt müssen wir die Schul-, Kita- und Hortentwicklung im Blick behalten und den Finger in die Wunde legen, wenn Plätze fehlen. Eine ganz große Sache wäre es außerdem, wenn wir die weitere Entwicklung des Vereinsheims und Neugestaltung des künftigen Stadtteilkulturzentrums aufs Gleis gesetzt bekämen. Ich bin mir sicher, dass wir es bis 2026 zwar nicht eröffnet bekommen, aber doch weiterentwickelt. Dann natürlich die A99-Sanierung: Das wird uns über diese und auch über die nächste Amtszeit hinaus beschäftigen. Auch das müssen wir aufmerksam begleiten, damit wir nicht komplett im Verkehr untergehen. Und wir müssen uns hinsichtlich einer weiteren Tangential-Buslinie in Richtung Westen Gedanken machen. Als Vorbild sehe ich die Linie X36, die unheimlich gut angenommen wird. Außerdem sollte es im 23. Stadtbezirk endlich auch MVG-Radstationen geben.

Die Corona-Pandemie hat die vergangenen Jahre stark beeinflusst. Welche Auswirkungen hatte sie auf die BA-Arbeit?

Wir haben in der Pandemie die neue Amtszeit gestartet und das ganz gut gemeistert. Wir sind immer als Gremium in Präsenz beisammen gewesen. Weil es im Vereinsheim mit den Abständen schwierig war, kamen wir auch in ganz andere Räume, wo wir vorher nicht getagt haben, zum Beispiel in die Mensa des Louise-Schroeder-Gymnasiums oder die Turnhalle der Mittelschule an der Franz-Nißl-Straße. Und wir haben zwangsläufig gelernt, Öffentlichkeitsbeteiligungsformate in digitaler Form zu nutzen. Die sollten wir auch weiterhin beibehalten. Wir brauchen in Zukunft eine Mischung aus beiden Formaten – je nach Thema jeweils das passendste Format. Erwähnen will ich auch den Festring Allach. Der hat unheimlich engagiert den Pop-Up-Biergarten ins Leben gerufen. Und ich gehe davon aus, dass es den auch künftig geben wird. Die Schäffler haben einst auch in einer Pandemie begonnen und eine Tradition begründet.

Wie könnte die Arbeit der BA in Zukunft erleichtert werden?

Die Digitalisierung der Stadtverwaltung merken wir auch positiv im BA. Jeder kommt an alle Informationen ran, man kann zum Beispiel Dinge nach Schlagwort suchen. Bei stapelweise Unterlagen in Papierform geht das nicht so einfach. Außerdem wollen wir das Format hybrider Sitzungen testen. Ich fände es eigentlich ganz schön. So könnte man vielleicht auch Menschen für die Arbeit gewinnen, die heute keine Möglichkeit sehen, regelmäßig abends zu Sitzungen zu kommen, zum Beispiel Alleinerziehende oder pflegende Angehörige. So könnten wir im BA ein noch repräsentativeres Abbild der Bevölkerung werden?

Wie schaut es mit mehr Rechten oder mehr Budget aus?

Initiativen für mehr Entscheidungsrechte sind bis 2026 durchaus drin. Aber mit der Umsetzung über eine BA-Satzungsänderung dauert es jeweils lange. Mit mehr Geld könnten wir unsere Vereine und Gruppen natürlich gezielter fördern, als das aus zentralen Töpfen möglich ist. Mehr Geld heißt auch mehr Verantwortung, aber wir als Gremium sind bereit dafür.

+++ Ein Zeichen für europäischen Zusammenhalt: Die Carl-Spitzweg-Realschule wird für ihr deutsch-rumänisches Austauschprogramm mit der Europa-Urkunde gewürdigt +++

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