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Zukunft des Familienzentrums Allach steht auf der Kippe ‒ Kann die Stadt das Angebot sichern?

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Von: Ursula Löschau

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Das Team hofft, dass offene Angebote wie das FAM-Café ab 2023 nicht wegen fehlender Personalmittel eingestellt werden müssen.
Das Team hofft, dass offene Angebote wie das FAM-Café ab 2023 nicht wegen fehlender Personalmittel eingestellt werden müssen. © FAM

Viele Angebote im Familienzentrum Allach stehen ohne Finanzhilfe der Stadt ab 2023 auf der Kippe. Mit einem Hilferuf hat sich das Team an den Stadtrat gewendet.

Allach - Es geht um nichts weniger als die Zukunft des Familienzentrums (FAM) Allach-Untermenzing, wie man es seit 1988 im Stadtbezirk kennt: Sollte die Stadt ab 2023 keine 1,5 Vollzeit-Fachstellen für die offene Anlauf- und Beratungsstelle für Familien finanzieren, „drohen massive Angebotsverluste zur Unterstützung, Inte­gration und Entlastung der Familien des Stadtviertels“, schreibt das Team in einem Hilferuf an den Stadtrat.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Familienzentrum Allach-Untermenzing: Angebot benötigt finanzielle Unterstützung der Stadt

Denn die Situation dort spitzt sich mehr und mehr zu. Allach-Untermenzing rechnet in den nächsten Jahren mit rund 30 Prozent Bevölkerungszuwachs. „Diese Entwicklung können wir nicht mit den drei Minijobs auffangen, die bis dato für Organisation und Verwaltung des Familienzentrums eingerichtet sind“, betont Birgit Herwig.

Bereits 2021 wurden besagte Fachstellen beantragt, aber nicht bewilligt. Dass die Arbeit 2022 fortgesetzt werden kann, ist laut Herwig in erster Linie dem Engagement vieler Ehrenamtlicher und einer einmaligen Finanzspritze der evangelischen Epiphaniaskirche zu verdanken. In deren Gemeindehaus an der St.-Johann-Straße 26 ist das konfessionsunabhängige Zentrum zuhause. Der Kirchen-Zuschuss sei aber nur eine „Behelfslösung“. Er decke weder den aktuellen, noch den wachsenden künftigen Bedarf.

Familienzentrum Allach-Untermenzing: beliebte Anlaufstelle für Familien auf der Kippe

„Dann brauchen wir auf dem Diamaltgelände erst gar keine Flyer mehr zu verteilen, denn wir können die neuen Familien hier gar nicht willkommen heißen“, bedauert Lea Hauk. Die junge Mutter ist selbst vor rund zwei Jahren nach Allach gekommen und fand in erster Linie durch das FAM rasch Anschluss und Hilfe. „Ich kannte niemanden. Aber hier sind schnell ganz tolle Freundschaften und Kontakte entstanden“, schwärmt Hauk, die jetzt ehrenamtlich in der Mittwochs-Spielgruppe für Ein- bis Zweijährige und im Offenen Café mithilft. Sie weiß: „Viele, die neu herziehen, haben keine Familie, keinen Anschluss hier. Ins FAM kann jeder kommen. Es kostet nichts und man ist zu nichts verpflichtet.“

Lea Hauk, Tina Flammensböck und Birgit Herwig (v. li.) hoffen auf die finanzielle Unterstützung der Stadt um das Angebot im FAM zu sichern.
Lea Hauk, Tina Flammensböck und Birgit Herwig (v. li.) hoffen auf die finanzielle Unterstützung der Stadt um das Angebot im FAM zu sichern. © Ursula Löschau

Familienzentrum Allach: Team wendet sich mit Hilferuf an Stadtrat

Dass dafür Bedarf besteht, habe die Stadt dem FAM inzwischen auch offiziell bestätigt, berichtet Birgit Herwig. Das nährt bei ihr und Tina Flammensböck, die das Zentrum zusammen leiten, die Hoffnung, „dass nach Worten nun auch Taten folgen“. Zudem haben die Stadtratsfraktionen von CSU und ÖDP bereits Unterstützung zugesagt.

Im Jahr 2019 haben knapp 23.000 Besucher die Angebote im FAM genutzt. In den vergangenen beiden Corona-Jahren fanden jeweils rund 13.000 Menschen dort Rat und Hilfe.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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