Ganzes Museum in Bewegung

Alpine Museum an der Praterinsel wird bis 2023 umgebaut – wie der aktuelle Auszug läuft

So soll der neue Haupteingang des Museums auf der Praterinsel nach dem Umbau aussehen.
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So soll der neue Haupteingang des Museums auf der Praterinsel nach dem Umbau aussehen.

Die Sammlung des Deutschen Alpenvereins an der Praterinsel soll bis 2023 modernisiert werden. Was der momentane Stand ist.

München - Das Alpine Museum wird modernisiert. Bis voraussichtlich 2023 wird auf der Praterinsel gearbeitet. Rund zehn Millionen Euro investiert der Deutsche Alpenverein (DAV) mit Unterstützung durch Stadt, Land und Bund in die Umstrukturierung.

„Wir wollen das Museum allgemein noch zugänglicher machen, nicht nur für DAV-Mitglieder, sondern für ein breites Publikum aus München, Deutschland und der Welt“, sagt Andreas Kaiser, stellvertretender Leiter Kultur des Deutschen Alpenvereins.

Dafür muss der Inhalt des Museums aber erstmal ausgelagert werden. „Zuerst ist bei uns das Archiv umgezogen, das waren knapp 60 Paletten mit 56 Kartons, die dauerhaft in eigens dafür angemietete Räume nach Ebersberg ziehen“, so Ulrike Gehrig, Teamleiterin Haus und Service des Alpinen Museums.

Nach dem Umbau ist für das Archiv an der Praterinsel nämlich kein Platz mehr. Die Schwierigkeit: „Die Objekte waren über das ganze Haus verteilt, sodass es nicht einfach war, alles zu sammeln und die steilen Treppen runter zu tragen“.

Bis zu 100 Jahre alte Skier und viele weitere Utensilien müssen zusammengepackt werden.

Im Moment werden 40 Gitterboxen mit sogenannten Sachgütern gefüllt. „Darunter fallen unter anderem unsere Steigeisen, Rucksäcke und Pickel.“ Das alles werde mit „einem etwas älteren Aufzug“ mühsam nach unten gebracht, so Gehrig weiter.

„Danach ziehen die Grafiken und Kunstwerke aus dem Museum aus“, ergänzt sie. Dabei handle es sich um 240 teils große Gemälde samt Grafiksammlung aus acht Schränken. Die Exponate werden dann in verschiedenen Lagern aufbewahrt.

Doch der ganze Aufwand hat gute Gründe: das Museum bei den Münchnern viel bekannter und präsenter zu machen. Deshalb wird der Haupteingang vom Hinterhof an den Isarkanal nahe der Praterinsel verlegt. „Wir wollen das Haus zur Stadt hin öffnen und so die Attraktivität des Museums steigern“, erklärt Kaiser.

Die Barrierefreiheit sei den Verantwortlichen zudem sehr wichtig, weshalb die Dauerausstellung des Museums zukünftig auch im Erdgeschoss leicht zugänglich zu finden sei.

Museumsmitarbeiterin Ulrike Gehrig beim Packen der Umzugskartons.

Auch die weltweit größte Alpenbibliothek, die circa 70 000 Bände umfasst, wird innerhalb des Hauses an anderer Stelle neu präsentiert. Die Büchersammlung solle künftig alle zum Schmökern einladen, deshalb werde auch das Cafè neben der Bibliothek im Erdgeschoss Platz finden, merkt Kaiser an.

„Die Bibliothek wird im Erdgeschoss in Zukunft noch stärker frequentiert werden und wird sowohl Bergbegeisterten und Alpenvereinsmitgliedern als auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sein, gerne auch bei einem Kaffee in der Leselounge“, erläutert Andreas Kaiser.

Damit Alpinisten während der rund zweieinhalbjährigen Bauzeit nicht ganz auf ihr Museum verzichten müssen, ist für Ersatz gesorgt: Neugierige können auf der Webseite des DAV eine digitale Tour durch die Ausstellung „Die Berge und wir“ machen. Auch ein Großteil des Archivs der Jahrbücher des Alpenvereins ist als Übergangslösung für Interessierte online zugänglich.

Dabei datiert das erste zugängliche Buch bis auf das Jahr 1869 zurück. Ebenfalls können begeisterte Bergsportler online im Archiv des DAV nach Bildern, Dokumenten oder historischen Objekten suchen und so in die Geschichte der Alpen und des Bergsportes eintauchen.

Kevin Wenger

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