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Verein JunOst startet Projekt „Druzi“ ‒ kostenloser Unterricht für geflüchtete Kinder und Jugendliche

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Von: Kassandra Fischer

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Gesichter im Physikunterricht. Das Projekt „Druzi“ richtet sich an junge ukrainische Geflüchtete.
Gesichter im Physikunterricht. Das Projekt „Druzi“ richtet sich an junge ukrainische Geflüchtete. © Kassandra Fischer

Der Verein JunOst ermöglicht mit dem Projekt „Druzi“ kostenlosen Unterricht für aus der Ukraine geflüchtete Kinder und Jugendliche – die Nachfrage ist riesig.

Altstadt - „Für uns war klar, wir müssen handeln“, sagt Svetlana Sevastyanova von JunOst, dem Verband der russischsprachigen Jugend in Deutschland. Unmittelbar nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine stellte der Verein mit Sitz an der Sonnenstraße 8 deshalb das Projekt „Druzi“ auf die Beine. Geflüchtete Kinder und Jugendliche von vier bis 18 Jahren können sich dort kostenlos unterrichten lassen (Kasten).

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Verein für russischsprachige Jugend startet Projekt „Druzi“: kostenloser Unterricht für Geflüchtete

„Wir wollen ein Stück Normalität und Routine bieten“, erklärt Sevastyanova. „Bis das deutsche Schulsystem Angebote schafft, braucht es einen Ort zum Wohlfühlen oder um Freunde zu treffen.“ Die Kinder würden sich schnell daran gewöhnen, sagt sie. Dennoch: „Manche kommen aus Städten, in denen sie in Kellern saßen. Das merkt man und es braucht Zeit, das zu verarbeiten.“ Der Verein steht auch in Kontakt zu Psychologen und Therapeuten und vermittelt, wenn nötig.

Svetlana Sevastyanova von JunOst möchte mit „Druzi“ auch einen Ort zum Wohlfühlen schaffen.
Svetlana Sevastyanova von JunOst möchte mit „Druzi“ auch einen Ort zum Wohlfühlen schaffen. © Kassandra Fischer

Rund 200 Schüler pro Woche können bei „Druzi“ – zu deutsch „Freund“ – beschäftigt werden. Der Bedarf sei dabei riesig. „Wir haben bereits 1000 Anmeldungen“, berichtet Sevastyanova. Zuerst habe man nur bis Ende April geplant. Inzwischen ist aber klar: „Wir werden arbeiten, so lange wir gebraucht werden“. Der Verein gehe derzeit davon aus, dass das mindestens bis Ende des Jahres sein wird. „Wir bleiben flexibel und helfen, wo Bedarf ist.“

Zum Problem könnten dabei nur die Räumlichkeiten werden. Da das Gebäude an der Sonnenstraße 8 abgerissen wird, zieht „Druzi“ noch in den Osterferien ins Nachbargebäude an die Schwanthalerstraße – allerdings nur für vier Monate. Was danach passiert, ist derzeit noch ungewiss.

So helfen Ehrenamtliche den geflüchteten jungen Menschen

Jeden zweiten Tag bekommen die jungen Ukrainer, aufgeteilt in unterschiedliche Altersgruppen, entweder vor- oder nachmittags, Unterricht in drei Blöcken à 45 Minuten – von wissenschaftlichen Fächern über Sprachen bis hin zu kreativen Workshops. Immer freitags gibt es ein Ausflugsprogramm, auch, um München kennenzulernen. Der Stundenplan ist dabei jede Woche anders – abhängig davon, welche Lehrer Zeit haben. Dafür gibt es einen Pool aus über 90 Freiwilligen. „Diese kommen von Schulen oder Unis, sind Studenten oder selbst aus der Ukraine geflüchtet“, sagt Svetlana Sevastyanova. Hinzu kommen ein neunköpfiges Orga-Team und zahlreiche weitere Freiwillige, die Eltern empfangen, Kinder betreuen oder in der Küche helfen. Wer sich engagieren möchte, findet Infos unter www.junost-bayern.de oder dem Instagram-Profil „druzi.munich“.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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