Bald kein fließendes Wasser mehr?

Streit zwischen Pasinger Kleingärtnern und Grundstückseigentümer: Angst um Wasserversorgung

Unterbezirksvorsitzender Uwe Blank
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Unterbezirksvorsitzender Uwe Blank hat in der Kleingartenanlage in der Erna-Eckstein-Straße selbst seit vielen Jahren einen eigenen Garten gepachtet.

Die Kleingärtner am Pasinger Gleisdreieck sorgen sich um große Wasserverluste in ihrer Anlage. Der Eigentümer will jedoch nichts an diesem Zustand ändern.

Die Kleingärtner der Anlage im Pasinger Gleisdreieck haben Angst um ihre Wasserversorgung. Wegen undichter Leitungen kommt es auf dem Gelände seit vielen Jahren zu großen Wasserverlusten. Bei einer Begutachtung im März wurden zwar mehrere Lecks beseitigt – allerdings nicht alle. „Es treten schätzungsweise noch circa 30 Kubikmeter Wasser täglich aus. Das sind riesige Mengen. Es ist klar, dass ein Wasserverlust in dieser Höhe nicht vertretbar ist“, sagt der Vorsitzende der Kleingartenanlage, Uwe Blank.

„Wir haben deshalb vorgeschlagen, einen Teil der alten Leitung mit eigenen Ressourcen zu erneuern.“ Auf diesen Vorschlag sei der Grundstückseigentümer, vom dem die Kleingärtner ihre Flächen gepachtet haben, jedoch nicht eingegangen. Für die hohen Kosten aufkommen wolle der jedoch sicherlich auch nicht, befürchtet Blank. Den Kleingärtnern kann er sie nicht auferlegen, denn diese können ihren Wasserverbrauch mit mehreren Zähleruhren genau nachweisen und abrechnen.

„Um den Wasserverlust aufzuhalten und damit die Kosten zu senken, bleibt nur noch die Möglichkeit, das Wasser abzustellen. Das wäre aber das Ende der Anlage“, sagt Blank. Der Grundstückseigentümer kann diese Sorge nicht nachvollziehen und erkundigt sich auf Hallo-Anfrage nach Nachweisen für die aufgestellten Behauptungen.

Kleingartenanlage Pasing: Eigentümer der Anlage zeigt sich verständnislos - Unterstützung aus dem Stadtrat

Kleingärtner Blank verweist auf das schlechte Verhältnis zum Eigentümer. Dieser habe vor Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft Baracken und Container aufgestellt, die offiziell als Lagerplatz dienten. Die Kleingärtner vermuten allerdings, dass sie als Ablageplatz für Müll und illegale Unterkünfte genutzt werden. Der Abfall ziehe Ratten an und es komme immer wieder zu Vandalismus, moniert Blank. Seit langem herrsche daher auf der Pasinger Kleingartenanlage ein „insgesamt sehr unbefriedigender Zustand“, sagt Blank.

Unterstützung erhalten die Kleingärtner von SPD-Stadtrat Christian Müller. Dieser sagt: „Einer der Grundstückseigentümer nutzt jede Gelegenheit den Kleingärtnern eins auszuwischen.“ Deshalb fordern er und seine Fraktion die Stadt auf, eine geregelte Wasserversorgung sicherzustellen.

Gleichzeitig geht die Stadt gegen die Container und Baracken auf dem Gelände vor: „Im September hat die Lokalbaukommission (LBK) eine Verfügung erlassen mit dem Inhalt, die dort ungenehmigten gewerblichen Nutzungen aufzugeben und die ebenfalls nicht genehmigten Bauten zu beseitigen“, erklärt LBK-Sprecher Ingo Trömer. Dagegen habe der Eigentümer Klage eingereicht.

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