1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Münchner Anwohner abgezockt? Deutsche Bahn lässt über Nacht Parkautomaten aufstellen

Erstellt:

Von: Daniela Borsutzky

Kommentare

Tobias Schmidseder und Sabrina Mnakri ärgern sich über die Stellplatzsituation in der Martin-Behaim-Straße und darüber, dass das Parken auf der Seite der Gleise jetzt viel Geld kostet.
Tobias Schmidseder und Sabrina Mnakri ärgern sich über die Stellplatzsituation in der Martin-Behaim-Straße und darüber, dass das Parken auf der Seite der Gleise jetzt viel Geld kostet. © Daniela Borsutzky

Es ist nicht das ersehnte Parkraummanagement der Stadt München, sondern zwei Parkautomaten der Deutschen Bahn die den Anwohnern vor die Nase gesetzt wurden.

Die Suche nach der Lücke, sie ist in Sendling-Westpark – wie in so vielen anderen Münchner Stadtvierteln – mühselig. Das wissen auch Sabrina Mnakri und Tobias Schmidseder, die jeweils am nördlichen und südlichen Ende der Martin-Behaim-Straße wohnen.

Dass ihnen jetzt unangekündigt zwei Parkscheinautomaten vor die Nase gesetzt wurden, missfällt den 29-Jährigen ebenso wie weiteren Anwohnern, die sich an den örtlichen Bezirksausschuss gewandt haben.

Denn: Bei den Automaten handelt es sich nicht um das lang ersehnte Parkraummanagement der Stadt. Dieses hat sich auf der Westseite des vorgesehenen Gebiets verzögert und wird voraussichtlich erst im kommenden Jahr eingeführt.

Es ist nicht das Parkraummanagement der Stadt - Ärger um Parkautomaten in München

Die jetzigen Automaten gehören der Firma „ParkRaum-Management PRM GmbH“, die von der Deutschen Bahn (DB) beauftragt wurde. Die Kontrolle erfolgt durch die Firma.

Gebühren werden 24 Stunden sieben Tage die Woche erhoben. Eine Stunde parken kostet per Münzeinwurf einen Euro, das Tagesticket fünf Euro. Den Monatstarif kann man nicht bar begleichen, dieser beträgt je nach gewählter App 45 bis 51,75 Euro.

Zum Vergleich: In den städtischen Lizenzgebieten kostet ein Anwohnerausweis 30 Euro – im Jahr!

Deutsche Bahn setzt Anwohnern in Sendling-Westpark zwei Automaten vor die Nase

In der Martin-Behaim-Straße wird beidseitig geparkt. Die Schrägparker auf der Ostseite stehen dabei auf Bahngrund.

In der Martin-Behaim-Straße wurden von der Deutschen Bahn unangekündigt zwei Parkautomaten aufgestellt.
In der Martin-Behaim-Straße wurden von der Deutschen Bahn unangekündigt zwei Parkautomaten aufgestellt. © Daniela Borsutzky

Auf Hallo-Nachfrage sagt ein Bahnsprecher, dass die DB zum ersten 1. Oktober einen entsprechenden Vertrag mit der Firma geschlossen hat. Fragen, beispielsweise warum man sich zu dieser Maßnahme entschlossen hatte und weshalb offenbar keine Information der Betroffenen erfolgte, könnten derzeit urlaubsbedingt nicht beantwortet werden.

„Allgemein handelt es sich dabei um ein übliches Vorgehen, das auch von anderen Institutionen, Kommunen etc. angewendet wird. In der Regel geht es bei der Bewirtschaftung von Parkflächen darum, wildes oder widerrechtliches Parken sowie Abstellen und die damit verbunden Kosten wie beispielsweise Abschleppen von Schrottautos oder Reinigung zu vermeiden“, erklärt der Sprecher.

PRM-Geschäftsführer Norbert Kneuer bestätigt gegenüber Hallo, dass man mit der Bahn einen unbefristeten Vertrag geschlossen habe – die Automaten dort also auf unbestimmte Zeit stehen bleiben. Und er bemerkt, dass man vermutlich nicht für immer mit Münzen bezahlen werden könne, der „Zeitgeist“ tendiere zur App.

Auch interessant

Kommentare