Sorge bei Obstbauern

Kältester April seit Jahrzehnten in München gemessen

Gefrorene Wassertropfen und Eiskristalle liegen auf einem Blatt.
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Der April 2021 in München ist der kälteste seit Jahrzehnten. (Symbolbild)

Seit 1982 war es in München nicht mehr so kalt. Noch vor drei Jahren wurde der wärmste April seit Wetterauszeichnung gemessen - mit doppelt so hoher Durchschnittstemperatur.

  • Ungewöhnlich kalter April in Bayern.
  • Frost bereitet Obstbauern und Winzern Probleme.
  • Die Durchschnittstemperatur in München liegt bei 7,4 Grad.

Trotz zuletzt einiger sonniger Tage wird der April in Bayern wohl einer der kältesten der vergangenen Jahrzehnte. Ähnlich kalt sei es im Freistaat im April zuletzt im Jahr 1997 gewesen, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). „Man muss schon weit nach hinten gehen, um was Vergleichbares zu finden.“ 

Zwar seien bis zum Ende des Monats noch leichte Veränderungen bei den Durchschnittstemperaturen möglich. Diese würden aber nicht mehr als 0,1 Grad betragen, betonte der Sprecher.

Kältester April in München seit 1982 - Vor drei Jahren war es noch der wärmste seit Wetteraufzeichnung

Im Münchner Stadtzentrum zum Beispiel liege der Mittelwert für den April derzeit bei 7,4 Grad, ein geringerer Wert seit dort zuletzt im Jahr 1982 gemeldet worden. 

Ganz anders war das noch in den vergangenen Jahren. So war der April 2018 mit einer Durchschnittstemperatur von 14,7 Grad in München der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland.

Auch das Jahr 2019 lag mit einem Wert von 12,6 Grad deutlich über dem langjährigen Mittel. Für die international gültige Referenzperiode 1961 bis 1990 liegt der Durchschnittswert bei 8,7 Grad, in der Vergleichsperiode 1991 bis 2020 bei 10,2 Grad.

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Kalter April bereitet Obstbauern und Winzern in Bayern Probleme

Frostige Nächte Mitte April zerstörten nach Angaben des Kompetenzzentrums Obstbau-Bodensee in Ravensburg einen Teil der Ernte.

Betroffen war demnach vor allem das Steinobst wie Kirschen oder Mirabellen, aber auch Birnen. „Wir sind aber mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte Geschäftsführer Manfred Büchele. „Ich denke, wir werden eine gute Ernte haben.“

Hunderte Winzer und Obstbauern in Bayern haben sich auch zum Schutz vor Ernteausfällen durch Frost mit einem Förderprogramm des Landwirtschaftsministeriums gegen Wetterrisiken versichert. Wie das Ministerium am Dienstag mitteilte, haben bis Ende April 447 Winzer und Obstbauern einen Antrag auf Förderung gestellt.

Das Pilotprojekt bezuschusst demnach die Prämien auf Schutz vor Starkfrost, Sturm oder Starkregen mit bis zu 50 Prozent.

Zumindest für die letzten Apriltage soll das Wetter in Bayern nach Angaben des DWD aber mild bleiben. Bis Freitag ist demnach nicht mit weiteren Frostnächten zu rechnen, tagsüber steigen die Temperaturen voraussichtlich auf 13 bis 21 Grad.

Für die Obstbauern am Bodensee eine gute Nachricht: Denn sollte die Apfelblüte Frost abbekommen, hätte das größere Folgen. Dem Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee zufolge machen Äpfel dort 90 Prozent der Ernte aus. „Für diesen Bereich bin ich aber zuversichtlich“, sagt Geschäftsführer Büchele. „Ich glaube, wir sind Gott sei Dank durch mit dem Frost.“

dpa/lby/jh

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