„Wir haben viel zu wenig Platz hier.“

München: Rätsel um Nachbarschaftstreff Arnulfpark - wo ist der Neubau geblieben?

Katharina Schröder vom Spielhaus (li.) und Sabine Ullrich vom Nachbarschaftstreff (re.) vor dem unbebauten Grundstück an der Erika-Mann-Straße – hier sollte eigentlich ein Neubau für die beiden Angebote im Arnulfpark entstehen.
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Katharina Schröder vom Spielhaus (li.) und Sabine Ullrich vom Nachbarschaftstreff (re.) vor dem unbebauten Grundstück an der Erika-Mann-Straße – hier sollte eigentlich ein Neubau für die beiden Angebote im Arnulfpark entstehen.

Der Nachbarschaftstreff Arnulfpark ist seit Jahren in einem Interimsgebäude, dort reicht der Platz bei Weitem nicht aus – jetzt fordert der BA per Antrag städtische Auskunft zum Bauvorhaben.

  • Vor Jahren war ein Neubau für den Nachbarschaftstreff Arnulfpark geplant.
  • Auch das Spielhaus, das derweil bloß ein mobiles Angebot bietet, kommt regelmäßig in das Quartier.
  • Was aus den städtischen Plänen geworden ist, will der BA jetzt per Antrag wissen.

MAXVORSTADT / ARNULFPARK - Die schmale Schotterfläche an der Erika-Mann-Straße zwischen Hacker- und Donnersbergerbrücke liegt noch immer brach. Von Baggern oder gar einem neuen Gebäude – keine Spur. Und das, obwohl hier eigentlich schon längst ein Neubau für den Nachbarschaftstreff Arnulfpark hätte entstehen sollen. „Seit Jahren befinden wir uns in einer Übergangslösung, wir brauchen dringend eine Perspektive“, klagt die Leiterin des Treffs, Sabine Ullrich. Was aus dem Neubau geworden ist, weiß derzeit niemand. Deshalb will jetzt der örtliche Bezirksausschuss, dass die Stadt einige Fragen zum geplanten Projekt beantwortet. Gegenüber Hallo wollte diese wegen der laufenden Anfrage keine Aussagen zum aktuellen Stand machen.

Fehlender Neubau im Arnulfpark: Nachbarschaftstreff und Spielhaus in Interimsgebäude

Die Ungewissheit ist für den Nachbarschaftstreff eine schwierige Situation. Seit 2007 befindet er sich im Interimsstandort an der Arnulfstraße 43. Ein Raum, ein Büro, Toiletten und eine kleine Küche – was damals als Provisorium startete, scheint inzwischen zur Dauerlösung geworden zu sein. Der Raum ist den Bewohnern des Quartiers vorbehalten. Die Idee ist, dass dort Nachbarn etwas für die Gemeinschaft anbieten. „Aber man kann auch kommen, um einen Tee zu trinken oder um zu arbeiten“, erklärt Ullrich. Vor Corona seien etwa 60 Personen am Tag da gewesen. Im beengten Standort stoße man dabei immer wieder an Grenzen: „Wir haben viel zu wenig Platz hier.“

Zu wenig Platz an der Arnulfstraße: „Uns fehlt ein Extraraum zum Lernen“

Drei Mal die Woche kommt das Spielhaus mit seinem mobilen Angebot für Kinder und Jugendliche in den Arnulfpark. Die Neubau-Pläne hatten vorgesehen, dass der Nachbarschaftstreff ins Erdgeschoss zieht und das Spielhaus die beiden Obergeschosse betreibt. Gemeinsames Kochen ist ein fester Teil des Programms für die jungen Bewohner des Quartiers. Doch auch die kleine Küche aus dem Jahr 2007 reiche längst nicht mehr aus. Parallelangebote könne man im Interimsgebäude gar nicht anbieten. Das ist vor allem für die Bildungsinsel ein Problem. „Uns fehlt ein Extraraum zum Lernen“, erklärt Ullrich über ihr Herzensprojekt. Dabei nehmen Ehrenamtliche für eine Stunde pro Woche je einen Grundschüler unter ihre Fittiche.

Nachbarschaftstreff Arnulfpark: Suche nach Bildungspartnern und Räumen

Vor dem Lockdown habe man kostenfrei einen Bereich in der Lobby des benachbarten Hotels nutzen können. Außerdem befindet sich die engagierte Leiterin derzeit in Gesprächen mit Google. Mit dem ebenfalls im Arnulfpark ansässigen Unternehmen verbinde der Treff eine gute Nachbarschaft. Für die Zukunft hofft Ullrich auf Räumlichkeiten in der neuen Firmenzentrale am Postpalast. Außerdem soll auch bei den anderen umliegenden Firmen angefragt werden, ob langfristig Räume zur Verfügung gestellt werden können. Ullrich: „Es sieht ja danach aus, dass sich das Konzept von Homeoffice verfestigt.“ Auch um Bildungspartner in den Firmen wolle man vermehrt werben. „Es wäre toll, wenn die Firmen ihre Mitarbeiter dafür stundenweise freistellen könnten.“ Derzeit gibt es höchstens 14 Patenschaften. Mehr sei einfach nicht möglich.

Mobiles Angebot

Seit 2007 kommt das Spielhaus Sophienstraße mit seinem mobilen Angebot in den Arnulfpark. Montags und mittwochs von 15.30 bis 18.30 Uhr richtet es sich an Kinder zwischen sechs und zehn Jahren, dienstags von 16 bis 19 Uhr an Teenies zwischen 11 und 14 Jahren. Bei gutem Wetter finden die Spiel- und Kreativangebote auf der großen Wiese im Arnulfpark statt. Wegen Corona gibt es aktuell ein reduziertes Angebot. „Wir wollen aber trotzdem als Anlaufstelle für die Kinder im Bezirk da sein“, betont Spielhaus-Leiterin Katharina Schröder. Dafür gibt es derzeit spezielle Beratungsangebote. 

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