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Nach Attacke auf Transgender-Aktivisten ‒ Droht dem Kneipen-Betreiber jetzt der Lizenzentzug?

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Von: Katrin Hildebrand

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In der Lothringer Straße fand der Übergriff statt. Das ist nun zwei Jahre her.
In der Lothringer Straße fand der Übergriff statt. Das ist nun zwei Jahre her. © Katrin Hildbrand

Der BA Haidhausen legt der Stadt München nahe, Wirten die Konzession abzuerkennen. Sie hatten sich an Attacken und Beleidigungen gegen Transgender-Aktivisten beteiligt.

Rassistische Beleidigungen, körperliche Attacken und Drohungen: Vor zwei Jahren haben Gäste und Betreiber einer Haidhauser Kneipe eine Gruppe von Transgender-Aktivisten in der Lothringer Straße angegriffen und verletzt. Der Gastwirt wurde im Juli wegen sexueller Belästigung, Körperverletzung und Beleidigung zu einer Geldstrafe verurteilt.

Für den BA Au-Haidhausen ist die Sache damit nicht geklärt. Das Gremium will von der Stadt wissen, ob die Schanklizenz bereits geprüft und eventuell entzogen wurde.

Jürgen Fischer (Linke), der die Anfrage mit Brigitte Wolf (Linke) eingebracht hat, sagt: „Es wäre unschön, wenn dem Wirt zwar die Konzession genommen würde, diese aber in der Familie bliebe. Dann würde sich die Lage nicht grundlegend ändern.“ Der BA stimmte dafür.

Jürgen Fischer
Jürgen Fischer © privat

Attacke auf Transgender-Aktivisten durch Haidhauser Kneipen-Betreiber

Im November 2019 waren sechs Teilnehmende eines internationalen Seminars nach einem Abendessen im „Ökumenischen Büro für Frieden und Gerechtigkeit zu Abend“ durch Haidhausen gelaufen. Zwei von ihnen gingen in eine Bar, um Zigaretten zu holen.

Während die Übrigen davor warteten, wurden sie von Gästen angepöbelt und aufgrund ihrer Transgender-Identität beleidigt. Die Lage eskalierte, obwohl die Angegriffenen darum baten, die verbalen Attacken einzustellen, berichtet das „Ökumenische Büro“. Doch die Gäste wurden handgreiflich, ohrfeigten und schlugen die Seminarteilnehmer.

Das Kreisverwaltungsreferat gab auf Hallo-Anfrage bekannt, dass bereits eine „Zuverlässigkeitsprüfung veranlasst“ worden sei. So könne Wirten generell wegen „Unzuverlässigkeit“ die Konzession entzogen werden. Dazu zählten Tatbestände wie „,dem Trunke ergeben‘, ,verbotenem Glücksspiel, Hehlerei oder Unsittlichkeit Vorschub leisten‘“.

Dass die Lizenz an einen Verwandten übergehe, könne aber nicht verhindert werden. Allerdings werde die Zuverlässigkeit jedes neuen Antragstellers geprüft. Die Wirte nahmen auf Hallo-Anfrage keine Stellung.

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