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Die große Hallo-Jahresvorschau 2023 für Aubing-Lochhausen-Langwied

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Beim BA steht die Anbindung von Freiham im Fokus.
Beim BA steht die Anbindung von Freiham im Fokus. © Andreas Schwarzbauer

Vor allem Verkehrsprojekte, wie der S4-Ausbau und die Anbindung an Freiham, werden Aubing 2023 dominieren. Welche Vorhaben der BA ins Auge gefasst hat:

Aubing - Die Anbindung von Freiham, der Ausbau der S4 und eine Unterführung unter der Lochhausener Straße hindurch – „Verkehrsfragen werden dieses Jahr den Hauptfokus einnehmen“, sagt der Vorsitzende des Bezirksausschusses Aubing-Lochhausen-Langwied, Sebastian Kriesel (CSU).

2023 in Aubing: Anbindung des neuen Stadtteils Freiham

Anbindung von Freiham: Für große Diskussionen sorgt schon länger, ob und wie der normale Autoverkehr künftig von Freiham nach Aubing fahren soll. Die Stadt will dafür eine neue Nord-Süd-Verbindung zwischen Germeringer Weg und Eichenauer Straße bauen. Zahlreiche Aubinger protestieren allerdings vehement dagegen.

Eigentlich sollte der Stadtrat bereits 2022 einen Beschluss fassen. Bisher ist das jedoch nicht passiert. „Es muss bald eine Entscheidung geben. Wir müssen schauen, dass die Alternative kommt, die am wenigsten Belastung bringt. Ich könnte mir mittlerweile vorstellen, auf eine neue Straße zu verzichten“, sagt Kriesel. Es müsse aber eine Verbindung für den Fuß- und Radverkehr sowie Busse geben.

2023 in Aubing: Ausbau der S4 als Voraussetzung für mehrere andere Projekte

S4-Ausbau: Dies sei ebenfalls ein wichtiges Projekt für Aubing. „Daran hängen die künftige Gestaltung der Georg-Böhmer-­Straße und des Vorplatzes am Aubinger Bahnhof.“ Auch die geplanten Unterführungen an der Bahntrasse seien davon betroffen. Denn ihre Breite sei ebenfalls von den Ausbauplänen der Bahn abhängig.

Auch auf eine barrierefreie Ortsverbindung zwischen Aubing und Neubaubing müssten die Bürger bis zur Fertigstellung warten. Die Chance auf ein Provisorium habe man verpasst, meint Kriesel. Eine DB-Sprecherin teilt mit, dass derzeit die Gespräche zwischen Freistaat, Bund und Bahn über einen viergleisigen Ausbau der S4 laufen.

Auch der Ausbau der S4 ist ein Kernproblem des BA.
Derzeit gibt es auf der Trasse der S4 nur zwei Gleise. Auf eine drei- oder viergleisige Erweiterung warten die Aubinger schon lange. © Andreas Schwarzbauer

2023 in Aubing und Lochhausen: Schulwegsicherheit im Fokus

Schulwegsicherheit: Zwei Gruppen bereiten Kriesel derzeit besondere Sorgen: Für die Grundschüler, die derzeit die Lochhausener Straße überqueren müssen, wünscht er sich eine Unterführung. Sie soll unter der Verkehrsachse hindurch vom Wiedehopf- zum Schubinweg führen. „Das wäre auch ein verbindendes Element, das für den ganzen Ort wichtig ist. Ich hoffe nicht, dass sie hinten runterfällt. Denn über allem schwebt das Damoklesschwert, ob die Stadt bereit ist, dafür Geld in die Hand zu nehmen.“ Der Stadtrat soll im ersten Quartal darüber entscheiden.

In Freiham wiederum sorgen auf den Geh- und Radwegen parkende Baufahrzeuge für einen unsicheren Schulweg. „Es ist zwar eine Großbaustelle, aber das bedeutet nicht, dass dort keine Ordnung herrschen muss“, ärgert sich Kriesel. Er hofft auf häufigere Kontrollen der Polizei. Außerdem soll die Stadt auf die Bauträger zugehen.

Gegen auf den Gehwegen parkende Autos soll künftig härter vorgegangen werden
Gegen auf den Gehwegen parkende Autos soll in Freiham künftig härter vorgegangen werden. © Andreas Schwarzbauer

2023 in Aubing: So ist der Stand bei der Verlängerung der U5

U5-Verlängerung: Dass der Stadtrat den U-Bahnhof in Freiham schon vorab und bis 2026 realisieren will, hält Kriesel für die richtige Entscheidung. Aber: „Die Fertigstellung der Linie in den 30er-Jahren ist viel zu spät, denn es kommen immer mehr Menschen in den neuen Stadtteil.“

Derzeit arbeitet das Baureferat am Abschnitt bis Pasing. „Seit September 2022 werden die Bohrpfahlarbeiten im Bereich des zukünftigen U-Bahnhofs Willibaldstraße durchgeführt. Im Frühjahr 2023 starten westlich der Willibaldstraße die Baumaßnahmen zur Herstellung von Schlitzwänden“, teilt ein Sprecher mit. Wenn die U-Bahn nach Pasing fährt, nimmt die Stadt die Strecke nach Freiham in Angriff.

2023 in Lochhausen: Sanierung der Lochhausener Straße als unendliche Gerschichte

Lochhausener Straße: Schon seit Jahren soll die Hauptverkehrsachse zwischen Stadtgrenze und Pirolstraße saniert und auf acht Meter verbreitert werden. Das Projekt verzögerte sich bereits wegen eines Hochwasser-Gutachtens und der Planung eines zweiten Fuß- und Radwegs. Derzeit stockt es wegen einer Busspur. Die Stadt will ihre Notwendigkeit durch ein Verkehrsgutachten prüfen lassen. „Wann die Bauarbeiten beginnen werden, kann daher noch nicht belastbar prognostiziert werden“, teilt das zuständige Bauamt mit.

Die Lochhausener Straße soll in Lochhausen instandgesetzt und verbreitert werden.
Die Lochhausener Straße soll zwischen Stadtgrenze und Pirolstraße instandgesetzt und verbreitert werden. © Andreas Schwarzbauer

2023 in Lochhausen: Neuer Supermarkt öffnet heuer

Im neuen Quartier an der Henschelstraße wird heuer der geplante Supermarkt eröffnen.
Im neuen Quartier an der Henschelstraße wird heuer der geplante Supermarkt eröffnen. © Andreas Schwarzbauer

Lochhausen erhält endlich wieder einen Supermarkt. Im neuen Quartier an der Henschelstraße eröffnet heuer auf 650 Quadratmetern ein Edeka. „Das wird der ganzen Umgebung guttun. Allerdings muss sich das Einkaufsverhalten noch einpendeln, denn derzeit fahren die meisten nach Gröbenzell zum Einkaufen“, sagt BA-Chef Sebastian Kriesel. Auch die öffentlichen Einrichtungen wie der geplante Nachbarschaftstreff müssten rasch folgen. Das Sozialreferat teilt mit, dass derzeit ein Finanzierungsbeschluss erarbeitet und anschließend ein Träger gesucht werde. An der Ranertstraße wird 2023 der Neubau mit den geplanten Arztpraxen und verschiedenen Geschäften fertig.  

2023: Mehr Kultur für Aubing und Freiham

Die neue Kulturstätte „Bergson Kunstkraftwerk“ an der Rupert-Bodner-­Straße soll im Oktober eröffnen. In dem ehemaligen Heizkraftwerk plant das Unternehmen Allguth eine Galerie für zeitgenössische Kunst, einen Konzertsaal für fast 500 Besucher, einen Live-Club, ein Restaurant und einen Biergarten. „Das wird toll werden. Ich bin begeistert, dass eine private Firma so ein Projekt realisiert“, sagt BA-Chef Sebastian Kriesel.

Für mehr Kunst und Kultur im Viertel soll das neue Kulturhaus „Bergson Kunstkraftwerk“ sorgen.
Für mehr Kunst und Kultur im Viertel soll das neue Kulturhaus „Bergson Kunstkraftwerk“ sorgen. © Bergson Kunstkraftwerk

Darüber hinaus werden Ende des Jahres in Freiham Münchens größte Stadtteilbibliothek und ein weiteres Kulturzentrum ihren Betrieb aufnehmen. „Es ist sehr positiv und nicht selbstverständlich, dass schon jetzt, wo nur ein Bruchteil der neuen Bürger in Freiham wohnt, kulturelle Angebote öffnen“, lobt Kriesel. Ein weiterer Höhepunkt ist das Aubinger Herbstfest. Von 31. August bis 3. September wird dort unter anderem die Schützengesellschaft, Aubings ältester Verein, ihren 150. Geburtstag feiern

Pläne gegen Raumnot an Schulen in Freiham und Lochhausen

Wesentlich mehr Schüler als prognostiziert besuchen bereits jetzt den Bildungscampus in Freiham. Das Gymnasium habe in diesem Schuljahr bereits neun Eingangsklassen. Die Stadt sei von sechs ausgegangen, weiß BA-Chef Kriesel. Bei der Realschule seien es fünf statt vier Klassen, „Man muss untersuchen, ob die Schulen noch aufnahmefähig sind oder ein Erweiterungsbau nötig ist.“ An der Hans-Dietrich-Genscher-Straße sei südlich des Sportparks noch Platz. Zudem könnte die Stadt Kriesels Meinung nach auch aufstocken. „Man muss kreativ sein“, fordert er.

Südlich des Campus an der Hans-Dietrich-Gentscher-Straße könne noch erweitert werden.
Südlich des Sportparks sei an der Hans-Dietrich-Genscher-Straße noch Platz für eine Erweiterung des Bildungscampus. © Andreas Schwarzbauer

Auch über die Grundschule Lochhausen müsse sich die Stadt Gedanken machen. „Aktuell reichen die Räumlichkeiten aus, aber durch die neuen Wohnungen werden es in den kommenden Jahren mehr Schüler. Wir müssen jetzt die Weichen stellen und wissen, wie es weitergeht“, fordert Kriesel. Mittelfristig sei ein zweiter Standort nötig – im Idealfall auf der Südseite der Bahnlinie. „Wir haben zwar noch Zeit, aber das Thema muss im Fokus bleiben.“ Das zuständige Bildungsreferat hält erst Anfang der 2030er-­Jahre einen Ausbau für erforderlich. 

2023: Erste Schritte zu einer neuen Parkmeile in Aubing

Aubing soll grüner werden und erhält eine große, neue Parkmeile. Der sogenannte Grünzug L soll zwischen Aubinger und Bodenseestraße aufgewertet werden. Die Stadt plant einen durchgehenden Rad- und Fußweg, Angebote für Spiel, Sport und Naherholung sowie Gemeinschaftsgärten. Aber auch ökologisch wertvolle Flächen sollen laut einem Stadtratsbeschluss entstehen. Landwirtschaftliche Nutzer sollen zugunsten der Naherholung weichen. In der Freizeitanlage an der Mainaustraße plant die Stadt Angebote für Kinder und Senioren.

Als Erstes wird das Baureferat aber an der Bodenseestraße eine Promenade entlang der Jugendfreizeitstätte „AWO‘s Fredl“ anlegen. Über diese erreichen die Besucher einen Bereich mit Minispielfeld, Basketballplatz und Calisthenics-­Anlage. Nördlich wird ein Sitzbereich unter Bäumen anschließen. Baubeginn dafür ist 2024.

An der Bodenseestraße soll die Aufwertung des Grünzugs L beginnen.
An der Bodenseestraße soll die Aufwertung des Grünzugs L beginnen. © Andreas Schwarzbauer

Bereits heuer wird ein Büro für Landschaftsarchitektur ein Rahmenkonzept für den gesamten Grünzug erarbeiten. Darüber sollen dann die Aubinger bei einer Bürgerbeteiligung 2023/24 diskutieren. Ab 2026 ist der Beginn der Bauarbeiten für den Fuß- und Radweg geplant, 2027 die Aufwertung der Freizeitanlage an der Mainaustraße. „Es ist ganz wichtig, dass Naherholungsflächen entstehen. Wenn man dicht bebaut, braucht man Freiraum, in dem man sich bewegen kann“, sagt BA-Chef Sebastian Kriesel (CSU).

Pläne für Dorfplatz Aubing

Ein Wettbewerb wird entscheiden, wie der neue Aubinger Dorfplatz an der Ubostraße aussehen soll. Das hat der Stadtrat im Januar beschlossen. Dabei sollen auch das Bahnhofsvorfeld inklusive der Park&Ride-Anlage und der Giglweg miteinbezogen werden. Auf dem Dorfplatz sollen künftig verschiedene Veranstaltungen stattfinden. Auch ein Wochenmarkt sei denkbar. Am Bahnhof sollen ein Kiosk und eine Gaststätte geprüft werden. Den Baumbestand will das Planungsreferat erhalten.

Die Rathauspolitiker wollen zudem einen Ideenwettbewerb für die Belandwiese und das Areal an der Ubostraße 7-9. BA-Chef Sebastian Kriesel betont dazu: „Wir wollen, dass alle Nutzer auf dem Areal bleiben und bedarfsgerecht untergebracht werden.“ Auch das Technische Hilfswerk (THW) oder die Feuerwehr dürften nicht in ein Gewerbegebiet verlegt werden. „Es sind ehrenamtliche Organisationen, die dort genau richtig sind.“

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