Gas geben beim Busnetz-Ausbau

Aubinger fordert, Verbesserungen beim öffentlichen Nahverkehr nicht zu verschieben – MVG verneint

Andreas Auchter-Paula will nicht, dass die Freihamer lange auf den Bus warten müssen.
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Andreas Auchter-Paula will nicht, dass die Freihamer lange auf den Bus warten müssen.

Ein Aubinger fordert die Verbesserung des ÖPNV nicht aufzuschieben - man müsse die Leute zurück in die Busse holen. Die MVG sieht dafür aktuell keine Möglichkeit.

  • Aubinger fordert schnellere Verbesserung des ÖPNV
  • Corona hat Ausbau gestoppt
  • MVG sieht aktuell keine Möglichkeit das Tempo zu erhöhen

Wegen der Pandemie setzt die MVG heuer mehrere angekündigte Verbesserungen für den öffentlichen Nahverkehr in Aubing nicht um. So wird der Zehn-Minuten-Takt des 143er-Busses nicht wie geplant ausgeweitet und der Nachtbus N77 nicht von Neuaubing nach Freiham verlängert. Für den Neuaubinger Andreas Auchter-Paula ist das ein Unding.

Er räumt zwar ein, dass in Corona-Zeiten weniger Fahrgäste mit Bus oder Bahn unterwegs seien, aber: „Wenn wir jetzt nicht das Angebot verbessern, besteht die Gefahr, dass die Leute nicht zum ÖPNV zurückkehren.“ Zudem müsste der neue Stadtteil Freiham besser erschlossen werden. „Dort wohnen schon viele Leute. Sie haben aber aktuell nur den Bus, denn die S-Bahnhöfe sind weit weg“, meint Auchter-Paula. Er befürchtet, wer jetzt wegen des „bescheidenen Angebots“ mit dem Auto fahren müsse, steige später nicht auf Bus und U-Bahn um.

Öffentlicher Nahverkehr in Aubing: Anwohner fordert schnelleres Tempo

„Um die Klimaziele zu erreichen, müssen wir es schaffen, dass sich die Zahl der Leute, die mit den Öffentlichen fahren, verdoppelt. Das gelingt nur, wenn wir attraktive Möglichkeiten schaffen. Die Verkehrspolitik muss also Gas geben, anstatt zu bremsen“, meint er. Deshalb forderte Auchter-Paula bei der jüngsten Bürgerversammlung, die Verbesserungen des Busnetzes in Aubing und Freiham nicht aufzuschieben, sondern wie geplant umzusetzen.

Joachim Heinrich von der MVG stimmt ihm grundsätzlich zu, aber der Münchner Verkehrsgesellschaft fehle dafür derzeit das Geld: „2019 hatten wir steigende Fahrgastzahlen und haben daher beschlossen, unser Angebot auszuweiten.“ 2020 sei aber wegen Corona ein großer Einbruch gekommen. Die Leute nutzten lieber ihr Auto oder arbeiteten im Homeoffice. „Die Fahrgäste blieben weg und uns ist eine große finanzielle Lücke entstanden.“ Daher habe man einige Taktverdichtungen verschoben. Ob und wann sie kommen, müsse man abwarten: „Wir wissen nicht, ob wir wegen der gewachsenen Möglichkeiten zum Homeoffice überhaupt wieder auf das Vor-Krisen-Niveau kommen“, so Heinrich.

Auchter-Paula glaubt: „Wenn man ein Angebot schafft, wird es auch genutzt.“ Die Politik müsse dafür sorgen, dass für die Verbesserungen genügend Geld da sei. Eventuell kann die Stadt dabei auf Bundesmittel zurückgreifen, denn die Verkehrsministerkonferenz habe jüngst gefordert, die Fördermittel für den Nahverkehr um 1,5 Milliarden Euro zu erhöhen.

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