Rote Karte für Müllsünder

München stockt Müll-Kontrolleure auf: Warnsystem und Bußgelder wirken

Qualitätskontrolleure der AWM sollen weiterhin für eine korrekte Müllentsorgung sorgen.
+
Qualitätskontrolleure der AWM sollen weiterhin für eine korrekte Müllentsorgung sorgen.

Immer wieder landen im Biomüll Dinge, die nicht kompostierbar sind. Der Münchner Abfallwirtschaftsbetrieb wird in Zukunft Bioabfall-Kontrollen ausbauen.

München - Schon eine Plastiktüte im Biomüll macht die Füllung einer braunen Tonne zur Kompostierung unbrauchbar. Weil der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) aber gerade damit den nachhaltigen Bio-Kreislauf fördert, etwa um „Münchner Erden“ zu produzieren, setzt der Betrieb seit 2018 Müllkontrolleure ein.

Mit Erfolg, sagt eine Sprecherin auf Hallo-Nachfrage: „Denn leider landen im Biomüll immer wieder Dinge, die nicht kompostierbar sind.“ Vier Qualitätskontrolleure waren es beim Pilotversuch in Laim, aktuell schaut der AWM in der Maxvorstadt und in Neuperlach schon mit 13 Mitarbeitern nach der korrekten Müllentsorgung.

Denn auch wenn von 2019 bis 2020 der wiederverwertbare Biomüll der Münchner Haushalte um zehn Prozent angestiegen ist (siehe unten), gehört das, was in der Bio-Tonne liegt, nicht immer auch da hinein.

Entdecken die Kontrolleure eine „Fehlbefüllung“, weisen sie im ersten Schritt mit einem gelben Warnaufkleber auf der Tonne darauf hin. Wird erneut Restmüll in der braunen Tonne gefunden, kommt ein roter Aufkleber drauf.

Wenn erneut Restmüll in der braunen Tonne gefunden wird, kommt ein roter Aufkleber drauf.

„Durchschnittlich werden etwa 80 rote Aufkleber pro Monat verteilt. Das heißt, in diesen Tonnen wurden Fremdstoffe wie etwa Plastiktüten, gefunden“, so die Sprecherin. Das kann teuer werden, denn sie werden als Restmüll deklariert und entsprechend in Rechnung gestellt:

„Die Zusatzgebühr für eine 120-Liter Biotonne beträgt 10,47 Euro, für eine 240-Liter Biotonne 17,65 Euro.“ Bei wöchentlicher Leerung kämen da schnell mehrere Hundert Euro im Jahr zusammen.

Mehrmals im Jahr wechseln die Qualitäts-Mitarbeiter die Stadtviertel. „Wir stellen fest, dass im ersten Monat deutlich mehr Aufkleber verteilt werden als im Folgemonat. Daraus folgern wir, dass Bürger nach der gelben Mahnung verstärkt auf die Trennung des Bioabfalls achten.“

Der AWM betont, die Münchner nicht zu Saubären erklären zu wollen: „Viele werfen einiges nichtsahnend weg – genau darauf wollen wir hinweisen.“ Eine Übersicht, was alles in den Bioabfall darf, gibt es im Internet unter www.awm-muenchen.de/index/abfalllexikon/liste/eintrag/.bioabfall.

Münchens Müll in Zahlen

In der Landeshauptstadt kommt immer mehr Restmüll zusammen: plus drei Prozent innerhalb eines Jahres. Waren es 2019 noch 305 954 Tonnen, fielen im Coronajahr 2020 schon 314 262 Tonnen an.

Beim Bioabfall gibt es eine Steigerung um zehn Prozent (binnen Jahresfrist von 44 899 auf 49 399 Tonnen). Auf die fortschreitende Digitalisierung sei laut AWM der Rückgang des Papiermülls zurückzuführen.

Waren es 2019 noch 84 428 Tonnen, fielen 2020 „nur“ 82 159 Tonnen in Papiertonnen und Wertstoffhöfen an. Weil sich darunter durch den zunehmenden Versandhandel mehr Kartonagen befinden, die zudem nicht zerkleinert oder gefaltet werden, ist das Volumen des Papiermülls allerdings angestiegen.

mjh

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare