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BAs werden 75 Jahre: Viertel-Chefs aus München-Ost über die Gremiumsarbeit - „Wir sind die Klagemauer“ 

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Von: Katrin Hildebrand

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BA-Chef Florian Ring aus Bogenhausen mit  den Vorstandskolleginnen Gunda Krauss (li.) und Karin Vetterle (re.).
BA-Chef Florian Ring aus Bogenhausen mit  den Vorstandskolleginnen Gunda Krauss (li.) und Karin Vetterle (re.). ©  hki

Die Münchner BAs feiern ihr 75-jähriges Jubiläum. Im Zuge dessen sprechen die Viertel-Chefs aus München-Ost mit Hallo über den Werdegang, Erfolge und Wünsche.

Ein Viertel-Chef sollte delegieren können, sonst bricht er unter all den Aufgaben irgendwann zusammen. Das weiß Carmen Dullinger-Oßwald (Grüne) aus Erfahrung. Die Vorsitzende des BA 17 ist bereits in zweiter Legislaturperiode Chefin von Obergiesing-Fasangarten. „Es wird viel verlangt für ein Ehrenamt“, sagt die Politikerin.

Doch auch, wenn sich die Gremien immer wieder mit neuen Anträgen, Anfragen, Stellungnahmen und Unterrichtungen auseinandersetzen und dafür viel Zeit investieren müssen, gilt für sie: „Wir müssen diese Aufgabe sehr ernst nehmen.“

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Die Bezirks­ausschüsse (BA) in München werden heuer 75 Jahre alt. Sie sind der politische Ansprechpartner für Bürger und ein wichtiger Teil der Kommunalpolitik.

75 Jahre Münchner BAs: Viertel-Chefs aus dem Osten über die Gremiumsarbeit

Ihr Parteikollege Jörg Spengler, Viertelchef in Au-Haidhausen, ist erst seit 2020 im Amt. Sehr schnell hat er gemerkt, wie wichtig der BA für die Menschen vor Ort ist. „Wir sind die ersten Ansprechpartner bei Problemen, Anliegen und Projektvorschlägen. Wir sind am nächsten dran an der Bevölkerung.“

Spengler zufolge komme den BAs eine „elementare“ politische Funktion in der Stadt zu. Nicht nur, weil sie den Einwohnern Gehör schenken, sondern auch, weil sie eine wichtige Rolle dabei spielen können, die ohnehin „sehr aktive Münchner Zivilgesellschaft noch mehr in die kommunalpolitischen Prozesse zu integrieren“.

„Wir sind die Klagemauer“, formuliert es Florian Ring (CSU) in Anbetracht der vielen Sorgen, die nicht nur an sein Gremium von Bürgern herangetragen werden. Der BA-Vorsitzende von Bogenhausen und seine Vorstandskolleginnen Karin Vetterle (SPD) und Gunda Krauss (Grüne) sind für über 90 000 Menschen zuständig. So viele Einwohner hat eine mittelgroße Stadt. In Anbetracht dessen ärgert sich Ring darüber, dass sein BA – und nicht nur dieser – keine eigene Anlaufstelle unmittelbar im Viertel hat. „Ein BA-Büro im Bezirk würde die Kommunikation stärken.“ Die Geschäftsstellen, die mehrere BAs betreuen, eigneten sich nicht dafür.

Möglich sei bürgernahe Arbeit aktuell bereits durch das BA-Budget, lobt Sebastian Weisenburger (Grüne), Vorsitzender in Untergiesing-Harlaching. So könne das Gremium lokale Initiativen direkt unterstützen. Unzufrieden ist er mit der Verwaltung, besonders dem Planungsreferat. „Hier habe ich den Eindruck, dass zwar die vorgeschriebenen BA-Anhörungen durchgeführt werden, dass die Meinung des BAs aber komplett ignoriert wird.“

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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