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Neue Parkplätze für Handwerker & Lieferverkehr in München? BA fordert Umdenken von der Stadt

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Von: Daria Gontscharowa

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Parkende Autos in der Reichenbachstraße in München.
Der BA Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt fordert die Verwaltung auf, Liefer- und Ladezonen an der Reichenbachstraße sowie an zwölf weiteren Straßen im Viertel zu errichten. © Nilofar Ahmadi

In der Ludwigsvorstadt finden Handwerker keine Parkplätze. Der BA fordert die Stadt München auf, Liefer- und Ladezonen für den Wirtschaftsverkehr zu schaffen.

Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt ‒ „Mehrere Handwerker weigern sich, in unseren Stadtbezirk zu fahren ‒ sie können keinen Parkplatz in unmittelbarer Nähe zum Kunden finden“, klagt Claudia Lowitz (Grüne). In der jüngsten Sitzung des örtlichen BA beantragte sie deshalb, Liefer- und Ladezonen für den Wirtschaftsverkehr im Viertel auszuweisen.

Claudia Lowitz (Grüne)
Claudia Lowitz (Grüne) fordert neue Liefer- und Ladezonen im zweiten Stadtbezirk in München.  © Privat

Im Gespräch mit Hallo erklärt sie, dass die Lokalpolitiker immer mehr Beschwerden von Anwohnern erhielten: Wegen der Parkplatznot wollen Maler, Bodenleger oder Haustechniker keine Termine vor Ort vereinbaren.

Handwerker & Lieferverkehr fordern neue Parkplätze für Anlieferungen in Ludwigsvorstadt

Gewerbetreibende, die noch im Viertel ansässig seien, beschwerten sich wiederum über fehlende Parkplätze für Anlieferungen. „Die Situation wird jetzt noch schlimmer“, betont Lowitz. „Etliche Parkplätze werden von April bis Oktober Schanigärten weichen.“

Obgleich sie die Idee, die Freischankflächen weiterhin zu erlauben, grundsätzlich begrüßt, weist die Politikerin daraufhin, dass die Verwaltung alle Interessen unter einen Hut bringen soll. „Die Stadt soll diese Anliegen ernst nehmen und keine zusätzlichen Probleme für den Wirtschaftsverkehr schaffen, der ohnehin unter der überlasteten Verkehrsinfrastruktur leidet“, unterstreicht Lowitz.

Antrag für gesonderte Flächen für Lieferanten und Handwerker in München: BA stimmt zu

In ihrem Antrag, der mehrheitlich angenommen wurde, fordert sie das Mobilitätsreferat auf, gesonderte Flächen für Lieferanten und Handwerker auf den folgenden Straßen zu errichten: Reichenbachstraße, Baaderstraße, Jahnstraße, Hans-Sachs-Straße, Westermühlstraße, Pestalozzistraße, Müllerstraße, Thalkirchner Straße, Adlzreiterstraße, Zenettistraße, Waltherstraße, Dreimühlenstraße und Baldestraße.

Pro Straße sollen jeweils drei Liefer- und Ladezonen gestaltet werden: „Diese müssen deutlich beschildert werden. Dabei soll nicht der Eindruck einer ‚privaten‘ Ladezone für ein spezielles Unternehmen entstehen“, sagt Lowitz.

Streitigkeiten und Strafzettel: Fehlende Parkmöglichkeiten führen zu Schwierigkeiten für Personal

Dass die mangelnden Parkmöglichkeiten das Fahrpersonal in Schwierigkeiten bringen und den Fahrern häufig sogar Bußgelder bescheren, bestätigt Omid C. im Gespräch mit Hallo. Seit ein paar Jahren arbeitet er bei einem Unternehmen, das wöchentlich an verschiedene Einzelhändler in der Isarvorstadt Gemüse und Obst liefert.

„Da es hier keine Ladezonen gibt, müssen die Fahrer zwangsläufig mitten auf der Straße halten. Ich habe schon zwei Mal Strafzettel bekommen und mehrmals Ärger mit den Vorbeifahrenden gehabt, weil ich die Durchfahrt blockierte“, berichtet er.

Lowitz hegt die große Hoffnung, dass das Mobilitätsreferat das Problem einsieht und den Stein schnell ins Rollen bringt. Auf Hallo-Nachfrage teilt das Referat wiederum mit, dass der Antrag geprüft werde, ein Ergebnis liege noch nicht vor.

Schanigärten wieder erlaubt 

Während der Pandemie hatte die Stadt München erlaubt, Parkplätze für Außengastronomie zu nutzen – so wurden die Schanigärten ins Leben gerufen. Der Begriff stammt aus Wien und bezeichnet kleine Freiluftterrasse vor Kaffeehäusern. In München werden die Schanigärten häufig durch Pflanzenkübel eingegrenzt. Von Seiten der Bürger habe es viel Lob für die Schanigärten gegeben, teilte ein Sprecher des Kreisverwaltungsreferats der Landeshauptstadt mit. Deshalb beschloss der Münchner Stadtrat, sie in den Monaten von April bis Oktober beizubehalten. 

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