Der Südosten ist knapp bei Kasse

BA Obergiesing geht langsam Geld aus: Chefin verteidigt Hilfen für Opfer der Pandemie

Im Sparstrumpf des BA ist nicht mehr viel Geld.
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Im Sparstrumpf des BA ist nicht mehr viel Geld.

Der BA Obergiesing-Fasangarten hat mit Geldsorgen zu kämpfen. Knapp 22 000 Euro sind nur noch in der Kasse. Was BA-Chefin und BA-Mitglieder sagen. Sparkurs gefordert.

Obergiesing-Fasangarten - Am Anfang waren es über 136 000 Euro. Aktuell verfügt der BA Obergiesing-Fasangarten noch über eine Summe von 22 000 Euro – und muss haushalten.

Maximal 2000 Euro kann das Gremium derzeit noch für Budgetanträge gewähren. Das klingt nach viel Geld. Doch sind teils deutlich höhere Summen üblich. Erst kürzlich beantragte ein Giesinger Jugendfreizeitzentrum rund 10 000 Euro für eine neue Küche – bis jetzt erfolglos.

Stefan Reinwald, Fraktionssprecher der CSU sieht die Freigiebigkeit des BA kritisch: „Es gab Zeiten, da galt das ungeschriebene Gesetz, dass nichts über 3000 Euro genehmigt wird. Mit den neuen Mehrheitsverhältnissen sind wir vielleicht etwas zu großzügig geworden.“

Stefan Reinwald ist beunruhigt.

Seit der Kommunalwahl 2020 stellen die Grünen prozentual die meisten Mitglieder. Zuvor war es die SPD, gefolgt von der CSU. BA-Chefin Carmen Dullinger-Oßwald (Grüne) ist sich der Problematik der hohen Ausgaben bewusst. Diese hätten jedoch einen Grund:

„Es war uns in diesem Jahr sehr wichtig, die Künstler und ihr Umfeld wie Techniker oder Beleuchter zu unterstützen. Sie sind die Verlierer der Pandemie. Die meisten sind Freiberufler und haben schlimme Verluste erlitten.“ Darum habe der BA den Grünspitz gefördert, da dort immer wieder Veranstaltungen der Reihe „Ois Giasing“ mit Konzerten und Kleinkunst stattfinden.

SPD-Fraktionssprecher Alexander Schmitt-Geiger hat den Eindruck, dass heutzutage mehr Budgetanträge gestellt würden als früher. Außerdem findet er es „unglücklich, dass wir jetzt so knapp haushalten müssen.

Schön wäre es, wenn wir uns BA-interne Richtlinien für die Höhe der Vergabe von Geldern geben würden.“ Für den Vorschlag sucht er nun nach einer Mehrheit: CSU, FDP und Freie Wähler sowie Teile der Grünen hätten Zustimmung signalisiert.

Aktuell stehen dem BA noch 21 477 Euro zur Verfügung, inklusive nicht verbrauchter Mittel von 2020. „Im November und Dezember kommen noch einige Anträge auf uns zu“, sagt Dullinger-Oßwald.

Carmen Dullinger-Oßwald wollte mit BA-Geldern Künstlern helfen.

„Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass uns die Stadt Ende des Jahres zusätzliche Gelder zur Verfügung stellt.“ Vielleicht aber passiert das doch.

Matthias Kristlbauer vom Presseamt gibt auf Hallo-Anfrage bekannt, dass noch „insgesamt rund 1,2 Millionen Euro einmalig im Nachtragshaushaltsplan 2021 erneut bereitgestellt werden“ könnten, vorausgesetzt der Stadtrat stimme Ende September zu.

Den Münchner BA würde das ermöglichen, „Projekte zu fördern, die aufgrund der Corona­bedingten Einschränkungen vor allem in 2020 nicht durchgeführt werden konnten.“

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