Lärm und Bässe

Ärger um „Fritzi und Karl“ im Bad Georgenschwaige: Schwabinger fordern mehr Rücksicht von den Zwischennutzern 

Nachbarn des Bades Georgenschwaige litten heuer unter der Lautstärke von „Fritzi & Karl“. Direkt hinter dem Holzzaun, nur knapp 50 Meter vom Wohnhaus entfernt, liegt das ehemalige Freibad.
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Nachbarn des Bades Georgenschwaige litten heuer unter der Lautstärke von „Fritzi & Karl“. Direkt hinter dem Holzzaun, nur knapp 50 Meter vom Wohnhaus entfernt, liegt das ehemalige Freibad.

Viele Nachbarn an der Schleißheimer Straße sind frustriert. Sie beschweren sich über Lärm und laute Bässe des Veranstaltungsortes „Fritzi und Karl“. Was die Betreiber sagen.

Schwabing - Norbert Preis wohnt gleich neben dem Bad Georgenschwaige. Bis zu diesem Jahr hat er das genossen.

Doch die Zwischennutzung „Fritzi und Karl“ (Hallo berichtete), die aus dem ehemaligen Freibad einen Veranstaltungsort mit Biergarten, Freiluftkino und Sportangeboten gemacht hat, bereitete ihm keinen schönen Sommer. Dabei hatte er sich zunächst über das alternative Nutzungskonzept gefreut.

Das Problem dabei: Von der angekündigten Rücksicht auf die Anwohner habe er nichts gemerkt. Und so geht es auch zahlreichen weiteren Nachbarn an der Schleißheimer Straße.

Laute Bässe bis ins eigene Wohnzimmer, eine viel zu hohe Lautstärke des Kinos und teilweise Lärm nach 22 Uhr – das sind die Hauptkritikpunkte, die die frustrierten Schwabinger nun auch dem Bezirksausschuss vorgetragen haben. „Vom Kaiserschmarrndrama‘ kenne ich den Text inzwischen gut, nur das Bild dazu fehlt mir noch“, beschreibt Preis seine Situation.

Was ihm und seinen Nachbarn außerdem stinkt: Ein Gespräch mit den Betreibern war nicht möglich – trotz mehrfacher Nachfrage. E-Mails seien teils unbeantwortet geblieben, manche Nachbarn seien sogar an der Kasse abgewiesen worden, als sie sich beschweren wollten.

Das sagen die Zwischennutzer:

Die „Fritzies“ – hinter denen sich Patrick Diesing und Reinhard Strasser von der Münchner Stadtmedien GmbH verbergen – sehen die Lage etwas anders.

Auf Hallo-Nachfrage erklären sie: „Wir bespielen seit mehr als 25 Jahren öffentliche Räume und wissen, wie das geht.“ Zum Gespräch sei es nicht gekommen, weil eine Nachbarin sich weigerte, dafür den Einlass von einem Euro zu zahlen. Die „Fritzies“ betonen zudem: „Die Behörden bestätigen uns, dass wir zu jeder Zeit die Auflagen eingehalten haben, wir haben das schriftlich.“

Den Nachbarn ist das jedoch kein Trost. Sie erinnern sich: An heißen Sommertagen hätten sie die Fenster schließen müssen – und nicht mal das habe geholfen.

Da die Saison erst kürzlich beendet wurde, ist das Konfliktthema vorerst auf Eis gelegt. Doch den Anwohnern graut es schon vor dem nächsten Jahr und vor einem Winterprogramm, das bei der Eröffnung angekündigt wurde. „So wie diesen Sommer darf es nicht nochmal laufen“, betont Preis.

Für die kommenden Monate gibt es jedoch Entwarnung.

Auf Hallo-Nachfrage erklärt eine Sprecherin der Stadtwerke (SWM) – Eigentümerin des Geländes –, dass keine Winter-Nutzung stattfindet. Für die kommende Saison wollen sich die Betreiber indes nochmal mit den SWM sowie den Genehmigungsbehörden abstimmen und eine Konzeption erarbeiten.

Preis hofft weiterhin, dass auch die Nachbarn eingebunden werden. „Wir wollen schließlich eine Lösung finden!“ Denn er betont noch immer: „Es ist super, dass der Platz genutzt wird – aber bitte auf eine angemessene Art.“ Der BA will sich in der Angelegenheit an die Stadtwerke wenden und darum bitten, bei der Planung solcher Vorhaben künftig rechtzeitig miteinbezogen zu werden.

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