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„Risiko für Münchner Steuerzahler“: Kritik an Verlängerung der U-Bahn U5 nach Freiham

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Von: Andreas Schwarzbauer, Jonas Hönle

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Ein U-Bahnzug fährt aus U-Bahnhof in München raus.
München plant einen Bahnhof in Freiham für die Verlängerung der U-Bahn-Linie U5. (Symbolbild) © Lennart Preiss/dpa

Die Verlängerung der U-Bahn U5 nach Freiham ist eigentlich in trockenen Tüchern, doch nun gibt es scharfe Kritik an dem 100-Millionen-Euro-Projekt.

Nachdem der Stadtrat die Verlängerung der U5 nach Freiham auf den Weg gebracht hat, gibt es nun deutliche Kritik an den jüngsten Beschlüssen des Stadtrats zur U5-Verlängerung nach Freiham. Das Gremium hatte beschlossen, den Bau des unterirdischen Bahnhofs im Zentrum des neuen Stadtteils vorzuziehen und dafür 100 Millionen Euro bewilligt.

Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ hält andere Projekte wie eine Realisierung der Schnellbuslinie von Freiham zur Westendstraße für dringlicher. Zudem müssten die S-Bahnen den neuen Stadtteil im Zehn-Minuten-Takt anfahren.

„Pro Bahn“ kritisiert Verlängerung der U-Bahn-Linie U5 von Pasing nach Freiham

Darüber hinaus müsste die Stadt die illegale Durchfahrt am Nordende der Aubinger Allee unterbinden. „Ob die U-Bahn nun 10 oder 15 Jahre zu spät kommt, wird in Freiham nur noch wenig Unterschied machen. Wichtiger ist, eine gute ÖV-Anbindung schon jetzt zu schaffen“, sagt Sprecher Andreas Barth.

Der Arbeitskreis Attraktiver Nahverkehr des Münchner Forums verweist darauf, dass es für die Verlängerung noch keinerlei gesicherte Zuschüsse von Bund und Land gebe. „Falls die Wette auf Berliner Spendierhosen nicht klappt, muss die Stadt das Projekt alleine finanzieren“, sagt Sprecher Berthold Maier.

Das könnte andere Projekte wie den Trambahnausbau oder die U9 gefährden. Diese seien aber für die Verkehrswende wesentlich wichtiger. Die U9 sei beispielsweise entscheidend, um „die Stabilität und Zuverlässigkeit des Münchner U-Bahnbetriebs auch in Zukunft“ zu garantieren.

Auch „Pro Bahn“ spricht von einem „großen Risiko für den Münchner Steuerzahler und die Münchner Fahrgäste“.

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Für 100 Millionen Euro will die Stadt München einen Bahnhof in Freiham bauen - für die Verlängerung der U-Bahn-Linie U5. Warum das von Vorteil ist...

Erstmeldung: 6. Dezember

München/Freiham ‒ Der Bauausschuss der Stadt München hat heute Grünes Licht für die Weiterplanung der U-Bahn-Linie U5 nach Freiham gegeben. Im Zentrum des entstehenden Stadtteils soll schon jetzt ein Vorhalte-Bahnhof samt Abstellanlage für knapp 100 Millionen Euro gebaut werden.

Hinzu kommt die Schaffung von fast 15 Stellen im Baureferat für das Vorhaltebauwerk und die eigentliche Strecken-Verlängerung der U5.

München will Bahnhof in Freiham bauen - für Verlängerung der U-Bahn U5

„Kein Verkehrsmittel eignet sich für längere Strecken wie von Freiham in das Stadtzentrum besser als die U-Bahn. Deswegen wollen wir die U5 von Pasing bis nach Freiham verlängern und bringen bereits jetzt den Rohbau des U-Bahnhofs Freiham-Zentrum auf den Weg,“ sagt Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher.

Vorteil sei, dass der neue Stadtteil Freimann noch im Entstehen ist. Dadurch könne auf der „grünen Wiese“ gebaut werden, wodurch spätere Eingriffe in die noch fast neue Straßeninfrastruktur sowie Beeinträchtigungen des Verkehrs und der Anwohner vermieden werden könnten. Damit würden sich 50 Millionen Euro einsparen lassen.

Verlängerung der U-Bahn-Linie U5 nach Freiham

Avisierter Baubeginn für das Vorhaltebauwerk ist 2025, ab 2029 soll dann der Bau der bis Pasing fertiggestellten Streckenverlängerung der U5 nach Freiham beginnen.

Mit dem Bau soll zeitnah begonnen werden. Bis 2026 muss die Haltestelle fertig sein, damit anschließend der Autobahn-Zubringer und die umliegende Wohnbebauung entstehen kann.

„Wir beschleunigen das Projekt, indem wir den Bahnhof Freiham-Zentrum schon jetzt bauen. Das hat vor allem einen großen Vorteil: Wir graben in die Erde, bevor die oberirdische Infrastruktur entsteht,“ sagt Nikolaus Gradl, verkehrspolitischer Sprecher der SPD/Volt-Fraktion.

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