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Jahresvorschau 2023 für Thalkirchen, Obersendling, Forstenried, Fürstenried und Solln

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2023 wird der Stadtbezirk 19 weiterhin von Wachstum geprägt. Die Nachverdichtung verursacht jedoch stellenweise lokale Bürgerproteste wie in der Forst-Kasten-Allee.
2023 wird der Stadtbezirk 19 weiterhin von Wachstum geprägt. Die Nachverdichtung verursacht jedoch stellenweise lokale Bürgerproteste wie in der Forst-Kasten-Allee. © Daria Gontscharowa

Auch im neuen Jahr wird der 19. Stadtbezirk weiterhin wachsen und einige Herausforderungen gegenüberstehen. Welche Projekte umgesetzt werden...

München-Süd - Das stetige Wachstum des 19. Stadtbezirks bringt etliche Herausforderungen und kontroverse Diskussionen mit sich. Fortschreitende Nachverdichtung und dringende Schulbau-Projekte – mit diesen Themen wird der Bezirksausschuss Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln 2023 konfrontiert. Tausende neue Wohnungen sollen in der nahen Zukunft im Münchner Süden entstehen. Es scheint dennoch nicht leicht, alle Interessen und Anforderungen in diesem Bereich unter einen Hut zu bringen.

„Manche Bauvorhaben haben leider auch negative Auswirkung auf Baumbestand und Freiflächen. Einige Vereine und Gewerbe werden dadurch verdrängt“, sagt BA- Chef Ludwig Weidinger (CSU).

Jahresvorschau für den 19. Stadtbezirk: Proteste gegen Pläne

Beispielsweise muss der Reiterhof „Corona“ an der Muttenthalerstraße wegen der Pläne zur Errichtung von bis zu 2000 Wohnungen um seine Existenz bangen. Bei der vergangenen Bürgerversammlung haben die Anwohner das Vorhaben als „städtepolitischen Skandal“ bezeichnet.

Auch an der Muttenthalerstraße, wo sich der Reiterhof „Corona“ befindet, soll nachverdichtet werden. Auch das stößt auf Widerstand bei den Bürgern.
Auch an der Muttenthalerstraße, wo sich der Reiterhof „Corona“ befindet, soll nachverdichtet werden. Auch das stößt auf Widerstand bei den Bürgern. © Daria Gontscharowa

Gegen die für ab Sommer 2023 geplante Bebauung im Bereich der Appenzeller Straße, Forst-Kasten-Allee, Bellinzona-, Graubündener und Neurieder Straße gibt es auch heftige Proteste einer lokalen Bürgerinitiative. Hier will die Bayerische Versorgungskammer 662 zusätzliche Wohnungen schaffen. Über knapp 1500 Wohneinheiten verfügt sie in dem 13,5 Hektar großen Areal bereits. Aus der Sicht der Anwohner überfordere das ganze Vorhaben die Infrastruktur und beeinträchtige die Lebensqualität im Viertel. Nachdem der Stadtrat den Bebauungsplan endgültig genehmigt hatte, will der Verein eine Klage in diesem Jahr einreichen.

Jahresvorschau für den 19. Stadtbezirk: Siemens-Park im Schwebezustand

Seit die Stadt den 14 Hektar großen Siemens-Park 2017 gekauft hat, um ihn als öffentliche Grünfläche und Sportgelände zu sichern, warten die Menschen im Münchner Süden darauf, dass er endlich neu gestaltet wird. Der bereits 2020 stattgefundene Bürgerinformationstag im Park stieß auf starke Resonanz. Damals wurden diverse Ideen zur Nutzung des Geländes geäußert, deren Umsetzung das notwendige Bebauungsplanverfahren nach wie vor verzögert.

Obgleich viele dieser Wünsche bereits in ein erstes Planungskonzept eingeflossen seien, müssen sie dieses Jahr noch geprüft werden. Außerdem „lässt sich ein konkreter Zeithorizont für die Umsetzung eines Planungskonzepts aufgrund verschiedener variabler Faktoren derzeit nicht benennen. Aktuell werden die konzeptionellen Vorarbeiten durchgeführt“, teilt die Pressestelle des Baureferates auf Hallo-Nachfrage mit.

Während einige Bauprojekte kontrovers diskutiert werden, gibt es im 19. Stadtbezirk auch weniger umstrittene Vorhaben: die Errichtung der 152 neuen Wohnungen und eines Kindergartens an der Neurieder Straße, den Bau von 525 Wohnungen und zwei Kindergärten an der Gmunder Straße sowie von 1400 Wohnungen am ehemaligen Siemens-Kernstandort „Campus Süd“.

Der Stadtbezirk 19 setzt 2023 große Projekte wie den Bau von 1400 Wohnungen am ehemaligen Siemens-Kernstandort fort.
Der Stadtbezirk 19 setzt 2023 große Projekte wie den Bau von 1400 Wohnungen am ehemaligen Siemens-Kernstandort fort. © Daria Gontscharowa

Darüber hinaus besteht wegen der starken Nachverdichtung und auch der Wiedereinführung des G9 ein dringender Bedarf an Schulbauten im 19. Stadtbezirk.

Nach Kenntnis des BA-Vorsitzenden Ludwig Weidinger (CSU) werden zum Schuljahr 2023/2024 eine fünfzügige Grundschule mit Doppel-Sporthalle an der Ecke Boschetsrieder Straße/Aidenbachstraße und ein sechszügiges Gymnasium an der Gmunder Straße fertig gestellt. Das Gebäude des Thomas-Mann-Gymnasiums sollte möglichst bald saniert werden. An der Königswieser Straße soll eine neue Mittelschule entstehen und die bestehende Grundschule erweitert werden. Der Interimsbau für die Grundschule ist ab Schuljahr 2023/24 verfügbar.

Jahresvorschau für den 19. Stadtbezirk: Gemeinsinn statt Raserei?

Die mögliche Einführung der sogenannten „Shared Space“- Zone in Forstenried ist auch ein Thema für 2023. Den durchaus umstrittenen SPD-Antrag auf Umwandlung des Dorfkerns in eine Verkehrsstraße, in der jeder Vorfahrt hat, hat der BA bereits im September beschlossen. Der Vorschlag beruht auf dem Wunsch der Teilnehmer der Bürgerwerkstatt-Forstenried.

Der Stadtbezirk 19 möchte in Forstenried ein ungewöhnliches Mobilitätsprojekt an den Start bringen.
Der Stadtbezirk 19 möchte in Forstenried ein ungewöhnliches Mobilitätsprojekt an den Start bringen. © Louisa Lettow

Das ungewöhnliche Konzept „Shared Space“ („geteilter Raum“) geht davon aus, dass ein Verzicht auf jegliche Verkehrsregeln zu einem verantwortungsvollen Miteinander führt. Es gibt aber Zweifel an dem Projekt. Allein der Fakt, dass eine Grundschule direkt an dieser Straße liegt, konterkariere die guten Vorsätze des „Shared Space“, so einige Stimmen. Die Polizeiinspektion stuft die Straße jedenfalls als ungeeignet ein. Das Mobilitätsreferat teilte auf Hallo-Nachfrage mit, dass die Prüfung des BA-Antrages noch nicht beendet sei.

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