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Baugebiet Dreilingsweg: Verkehrsplanung in der Kritik – was Bürger fordern und die Stadt dazu sagt

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Von: Ursula Löschau

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Die Anwohner lehnen einen Ausbau der Kreuzung Alte Allee/Bergsonstraße ab. Dasselbe gilt für die Ecke An der Langwieder Haide. Stattdessen fordern sie Maßnahmen, um den Durchgangsverkehr zu reduzieren.
Die Anwohner lehnen einen Ausbau der Kreuzung Alte Allee/Bergsonstraße ab. Dasselbe gilt für die Ecke An der Langwieder Haide. Stattdessen fordern sie Maßnahmen, um den Durchgangsverkehr zu reduzieren. © Ursula Löschau

Das Bauvorhaben am Dreilingsweg steht in der Kritik. Bürger ärgern sich über das Verkehrskonzept und fordern neue Ansätze von der Stadt. Die Reaktionen:

Obermenzing - 1500 Haushalte im Westen Obermenzings haben dieser Tage einen Flyer der Interessengemeinschaft (IG) Alte Allee/Bergsonstraße bekommen. Das Thema: die Pläne der Stadt für ein neues Quartier am Dreilingsweg mit 950 Wohnungen, einem Gymnasium und Nahversorgungsangeboten sowie die Bedenken und Forderungen der Nachbarschaftsvereinigung. „In der Vergangenheit sind die Anwohner des Gebietes östliche Bergsonstraße und Alte Allee nur äußerst sparsam über Details dieser massiven Bebauung unterrichtet worden. Dies möchten wir nun nachholen“, erklärt IG-Vorsitzender Helmut Rothballer die Offensive.

Fehlende Informationen seitens der Stadt sind dabei nicht das einzige Problem der Viertelbewohner. Bei allem Verständnis für erforderlichen Wohnungsbau formuliert die IG folgende Bedingungen: Die neue Siedlung müsse „von der Bebauungsdichte, beziehungsweise -höhe zur Umgebung passen“. Und die Verkehrserschließung müsse „ohne eine Zusatzbelastung benachbarter Wohngebiete“ über das Hauptstraßennetz gewährleistet sein.

Forderungen zum Vorhaben am Dreilingsweg: Durchgangsverkehr reduzieren

Das bringt die IG nicht nur im Flyer für die Nachbarn, sondern parallel auch in einer ausführlichen Stellungnahme an das Planungs- und das Mobilitätsreferat zum Ausdruck. Diese geht jetzt, noch vor Beginn der heuer geplanten Öffentlichkeits-Beteiliung, an die Verwaltung. „Damit nachher keiner sagen kann, sie hätten von nichts gewusst“, betont Rothballer.

Defizite sehen die Obermenzinger vor allem bei der Verkehrsplanung. Schon jetzt seien 60 Prozent der Fahrzeugbewegungen im Viertel Durchgangsverkehr. Die IG verlangt „verkehrssteuernde Maßnahmen“, um diesen Anteil zu reduzieren. Gleichzeitig ergeben sich durch das Neubaugebiet am Dreilingsweg 1600 zusätzliche Fahrten pro Tag. Dieser Wert wird laut Rothballer für die Kreuzung Alte Allee/Bergsonstraße prognostiziert. Von einem Ausbau dieses Knotens halten die Anwohner allerdings nichts: „Das würde nur weiteren Durchgangsverkehr anziehen“, warnt der Sprecher.

Stattdessen soll der viertelfremde Verkehr möglichst umgeleitet werden. Unter anderem empfehlen Bürger hierfür seit vielen Jahren einen Anschluss der Mühlangerstraße an die Autobahn A 8. Zudem drängen sie auf ein Konzept zur besseren ÖPNV-Anbindung des Viertels. Was die Baumasse im künftigen Quartier angeht, kritisiert die IG besonders die geplante Riegelbebauung im Westen mit bis zu 26 Metern Höhe. Statt sechs bis sieben halten die Anwohner maximal vier Geschosse für verträglich.

Forderungen zum Vorhaben am Dreilingsweg: Planungsreferat verspricht Mobilitätskonzept

Dieser Punkt stehe bei den kommenden Verfahrensschritten, inklusive Beteiligung der Öffentlichkeit, im Detail noch auf dem Prüfstand, ebenso wie viele weitere Aspekte, erklärt Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats. So werde im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens ein Verkehrsgutachten erstellt, bei dem es auch um den kritisierten Kreuzungausbau gehe.

Zusätzlich kündigt Vogel ein Mobilitätskonzept an. Dessen Ziel: „die Verkehrsmittel im Umweltverbund attraktiver zu gestalten und den Kfz-Verkehr dadurch zu reduzieren“. Für den ÖPNV im Quartier würden dabei die Qualitätsstandards gelten, die der Stadtrat für ganz München beschlossen habe.

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