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Unbekannte Gebäude in München dank der Bevölkerung zugeordnet – wo es die Bilder jetzt zu sehen gibt

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Von: Kassandra Fischer

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Zunächst ein Rätsel: Der Standort eines gezeichneten Innenhofs. Das Gebäude gibt es allerdings noch heute und steht an der Burgstraße 5.
Zunächst ein Rätsel: Der Standort eines gezeichneten Innenhofs. Das Gebäude gibt es allerdings noch heute und steht an der Burgstraße 5. © fm

Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege hat ein umfassendes Digitalisierungsprojekt gestartet und alte Abbildungen von Gebäuden ihren aktuellen Pendants zugeordnet.

ALTSTADT/MAXVORSTADT Massenhaft alte Fotos und Zeichnungen befinden sich im Archiv des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege (BLfH) – etwa 30 000, um genau zu sein. Ein Teil davon steht Interessierten ab sofort beim Kulturportal „bavarikon“ online zur Verfügung.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

„Wir haben 3000 Stück ausgewählt, die uns am spannendsten erschienen sind“, erklärt Daniela Sandner vom Landesverein. Sie zeigen Bauernhäuser und andere markante Gebäude aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Daniela Sandner
Daniela Sandner © BLfH

Digitalisierung von Bildern: BLfH ordnet dank Hilfe aus Bevölkerung Abbildungen zu ihren Bauten zu

Für das Digitalisierungsprojekt der Bilder aus ganz Bayern war der Verein mit Sitz an der Ludwigstraße 23 jedoch auf die Hilfe der Öffentlichkeit angewiesen. Denn: Bei einigen Bildern waren keine Beschreibungen überliefert. Demnach war unklar, was sie eigentlich abbilden.

Der Verein stellte die Bilder also online und startete einen Aufruf an die Bevölkerung. Und so trudelten den gesamten Dezember über Hinweise ein. Mit Erfolg: „Um die 300 Nachrichten haben wir bekommen“, verrät Sandner. Auf diesem Weg konnten letztlich rund 130 der 220 unbekannten Motive identifiziert werden.

„Der Schnitt ist hervorragend, das hätten wir nie gedacht.“ Besonders charmant: Manche hätten sogar kleine Recherchegeschichten mitgeschickt.

Für sie zeige das außerdem ganz klar, „dass sich viele Leute nach wie vor für so etwas interessieren.“ Und genau an solche Menschen richte sich auch das neue digitale Angebot. „Wir wollen gezielt Leute ansprechen, die Heimatforschung betreiben oder Interesse an ihrem Ort haben.“ Ab sofort sind die historischen Bilder unter www.bavarikon.de online abrufbar.

Dank vieler helfenden Zusendungen konnte der BLfH auch diese Zeichnung einem Gebäude zuordnen: Es handelt sich um ein Haus in der Burgstraße 5.
Dank vieler helfenden Zusendungen konnte der BLfH auch diese Zeichnung einem Gebäude zuordnen: Es handelt sich um ein Haus in der Burgstraße 5. © BLfH

Historischer Innenhof in der Altstadt verortet

Ein Erfolgsbeispiel der Schwarmintelligenz liegt mitten in Münchens Zentrum. Dabei handelt es sich um die Zeichnung eines zunächst unbekannten Innenhofs. „Wir haben mehrere Hinweise dazu bekommen, teils widersprüchliche“, sagt Daniela Sandner.

Manche hätten das Gebäude in Unterfranken, mache sogar in Baden-Württemberg verortet. Letztlich bewies ein aktuelles Foto jedoch die tatsächliche Lage. Beim 1525 erbauten Gebäude handelt es sich um den „Weinstadl“ an der Burgstraße 5 – eines der ältesten und noch erhaltenen Häuser Münchens. Das Baudenkmal diente von 1552 bis 1612 als Stadtschreiberhaus, später dann zur Lagerung und zum Verkauf von Wein

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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