Visionen rund um Benno-Kirche

Benno-Viertel: Anwohner und „Urbanes Wohnen“ wollen Ferdinand-Miller-Platz neu gestalten

Sie haben Visionen für den Ferdinand-Miller-
Platz: (hintere Reihe von li.) Erich Jenewein, Peter Pranger, Thomas Scheer und (vordere Reihe von li.) Barbara Weschke-Scheer sowie Martina Mittermeier.
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Sie haben Visionen für den Ferdinand-Miller- Platz: (hintere Reihe von li.) Erich Jenewein, Peter Pranger, Thomas Scheer und (vordere Reihe von li.) Barbara Weschke-Scheer sowie Martina Mittermeier.

Anwohner wollen gemeinsam mit dem Verein „Urbanes Wohnen“ den Ferdinand-Miller-Platz um die Sankt-Benno-Kirche neu gestalten - Unterstützung gibt es vom örtlichen Bezirksausschuss.

  • Der Ferdinand-Miller-Platz um die Sank-Benno-Kirche soll umgestaltet und vergrößert werden.
  • Dafür haben sich Anwohner und der Verein „Urbanes Wohnen“ zusammengetan.
  • Unterstützung gibt es vom örtlichen Bezirksausschuss.

MAXVORSTADT - Mehr Radstellplätze, ein Schachbrett oder ein Wasserspiel – Ideen, um den Ferdinand-Miller-Platz vor der Sankt-Benno-Kirche aufzuwerten, gibt es zahlreiche. Die Initiative „Benno Viertel“ – bestehend aus engagierten Anwohnern – sowie der Verein „Urbanes Wohnen“ haben sich für deren Umsetzung zusammengetan und jetzt mit Erfolg beim BA Fördermittel aus dem Programm „Bürgerinnen und Bürger gestalten ihre Stadt“ beantragt (siehe Infobox unten).

München: Anwohner und „Urbanes Wohnen“ wollen Ferdinand-Miller-Platz neu gestalten

„Wir werden aktuell gezwungen, mehr in der Stadt zu bleiben. Da ist es eine tolle Gelegenheit, das anzugehen“, findet Peter Pranger von der Initiative. Im Kern geht es darum, den Platz zu vergrößern. Die dichte Heckenbepflanzung sowie Parkplätze könnten dafür entfallen. „Um mehr Aufenthaltsqualität zu bekommen, werden wir nicht darum herum kommen, dem Auto Platz wegzunehmen“, sagt Pranger.

Der Vorplatz der Sankt-Benno-Kirche soll künftig größer werden. Dafür könnten Hecken und Parkplätze entfallen.

Insgesamt herrsche am Platz sowieso zu viel Durchgangsverkehr. „Und wenn man von der Loristraße auf das schöne Portal der Kirche zugeht, ist auch alles bloß mit Autos zugestellt“, ärgert sich Initiativen-Kollegin Barbara Weschke-Scheer. Letztendlich soll es jedoch einen demokratischen Prozess geben. „Wir wollen natürlich alle Bewohner mitnehmen“, betont sie.

Anwohner finden: Vor der Benno-Kirche stehen zu viele Autos.

Ferdinand-Miller-Platz: Bezirksausschuss Maxvorstadt unterstützt das Projekt

Dass das ein längerer Prozess wird, wissen vor allem die Experten von „Urbanes Wohnen“. Zunächst wird Christian Vogel, Vorstandsmitglied und Architekt, entsprechende Skizzen anfertigen. In enger Abstimmung mit dem BA soll es dann zu einer Bürgerbeteiligung kommen. Vorstands-Kollege Erich Jenewein erklärt: „Dafür werden Flyer an alle Haushalte verteilt“. Bislang habe man damit sehr gute Erfahrungen gemacht, nur Corona erschwere den direkten Austausch aktuell natürlich. Insgesamt rechnet „Urbanes Wohnen“ derzeit mit Kosten von 3200 Euro. 800 davon hat der BA bereits zugesagt. Denn auch Viertel-Chefin Svenja Jarchow-Pongratz (Grüne) findet: „Der Platz bietet zwar schon viel, aber da geht noch mehr.“ Beim Restbetrag hofft der Verein auf die Unterstützung der Stadt.

BA-Chefin Svenja Jarchow-Pongratz

Dass alles klappt, hofft auch Martina Mittermeier vom Pfarrgemeinderat. „Die Kirche sowie die Pfarrgemeinde werden sich dann auch in den demokratischen Prozess einbringen“, versichert sie. Ganz persönlich träumt sie schon von einem Café, wo man sich im Sommer hinsetzen und Kuchen und Eis essen kann.

Im Viertel mitwirken

Nach einer dreijährigen Pilotphase hat der Stadtrat im Jahr 2004 das Förderprogramm „Bürgerinnen und Bürger gestalten ihre Stadt“ beschlossen. Einzelpersonen, örtliche Initiativen oder Vereine können darüber Anträge beim örtlichen Bezirksausschuss stellen. Ein städtisches Budget von 30 000 Euro steht dafür jährlich zur Verfügung. Das Viertelgremium muss jedoch stets 25 Prozent der Projektkosten selbst tragen und kann dafür pro Jahr maximal 10 000 verwenden.

Auch im Lehel sollen bald drei Plätze umgestaltet werden. Hier finden im Sommer drei Pilotprojekte von „Green City“ statt, über die Anwohner jetzt abgestimmt haben.

Der Bezirksausschuss Schwabing-Freimann hat sich ebenfalls einen Platz im Viertel ausgesucht, der neu gestaltet werden soll. Dafür sollen jetzt erste Skizzen entworfen werden.

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