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Nach Nein zu Bettensteuer in München: OB Reiter will gegen Ablehnung vor Gericht klagen ‒ Vorwurf an Söder

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Von: Jonas Hönle

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Ein Hotelzimmer
Münchens OB Reiter will gegen Ablehnung von Bettensteuer klagen. (Symbolbild) © Jan Woitas/dpa

Die Staatsregierung will eine Bettensteuer in Hotels in Bayern per Gesetz ausschließen. Das Verbot für die Steuer auf Übernachtungen löst Kritik aus.

München ‒ Die bayerische Staatsregierung machte der geplanten Bettensteuer in München einen Strick durch die Rechnung, doch Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) will gegen das angekündigte Nein klagen.

Der Antrag auf Zulassung der Steuer solle vorbehaltlich der geplanten Stadtratsentscheidung bei der Regierung von Oberbayern eingereicht werde, sagte Reiter der Deutschen Presse-Agentur in München. „Und wenn wir dann eine Ablehnung bekommen, werden wir dagegen vors Verwaltungsgericht ziehen.“

OB Reiter will gegen Ablehnung von Bettensteuer in München klagen

Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) hatte nach einer Kabinettssitzung am Dienstag erklärt, dass die Staatsregierung rechtliche Bedenken gegen eine Betten- oder Übernachtungssteuer habe. Die Bezirksregierung müsste deren Einführung genehmigen - Reiter geht deshalb nun fest davon aus, dass die Genehmigung nicht erteilt wird.

Parallel dazu hatte Herrmann am Dienstag aber auch eine Änderung des Kommunalabgabengesetzes angekündigt - um eine Bettensteuer für Hotels in Bayern von vornherein und grundsätzlich auszuschließen. Sollte diese Gesetzesänderung rasch kommen, sieht Reiter erst einmal keine Chance für die Bettensteuer. „Dann hätte sich eine Klage gegen die Regierung von Oberbayern erübrigt“, sagte er.

Denkbar wäre nach seinen Worten dann allenfalls ein Normenkontrollverfahren vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof - aber mit überschaubaren Erfolgsaussichten. „Dann würde es eher schwierig, den Gesetzgeber zu zwingen, das Verbot wieder zurückzunehmen“, sagte der SPD-Politiker. „Außerdem würde sich das Verfahren auch länger hinziehen.“

Kritik an Verbot für Steuer auf Übernachtungen in Hotels in Bayern

Der Bayerische Städtetag lehnt das von der Staatsregierung geplante bayernweite Verbot von Bettensteuern für Hotels ab. Die Kommunen sollten selbst entscheiden können, ob sie solche Steuern erheben, hatte Geschäftsführer Bernd Buckenhofer am Donnerstag gesagt. Der Städtetag verwies darauf, dass etliche Städte außerhalb Bayerns Bettensteuern erheben, die dann auch bayerische Touristen treffen.

„Der Städtetag steht auf unserer Seite“, sagte Reiter und berichtete: „Ich bekomme auch Briefe von Bürgermeistern, auch von anderen Parteien, dass wir uns nicht unterkriegen lassen sollen.“

Vorwürfe an Söder und bayerische Staatsregierung

Reiter warf Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und der Staatsregierung vor, vor dem Hotel- und Gaststättenverband eingeknickt zu sein. „Da hat offenbar die Lobby der Hotels ganze Arbeit geleistet - was ich ehrlich gesagt ärgerlich finde.“

Reiter argumentierte, dass von einer Bettensteuer vor allem die Münchner profitieren würden, die in anderen Bundesländern regelmäßig solche Bettensteuern bezahlen müssten. „So hat die CSU bei der Pkw-Maut auch immer argumentiert - nur komischerweise bei der Bettensteuer nicht“, kritisierte Reiter.

Geplante Bettensteuer in München

Der Vorstoß der Landeshauptstadt sieht vor, von 2023 an eine Bettensteuer von fünf Prozent auf Übernachtungen in Hotels zu erheben. Betroffen sein sollen Freizeit- und Geschäftsreisen, nicht aber Minderjährige sowie Angebote, die nicht direkt der Übernachtung zuzuordnen sind, etwa Frühstück oder Wellnessangebote. Die Stadt erhoffte sich zuletzt Mehreinnahmen von mindestens 58 Millionen Euro.

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