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Künftiges Naturkundemuseum Biotopia im Schloss Nymphenburg ‒ Infoveranstaltung zum aktuellen Planungsstand

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Von: Ursula Löschau

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Der Haupteingang des geplanten Naturkundemuseums Biotopia an der Maria-Ward-Straße
So sieht der Haupteingang des geplanten Naturkundemuseums Biotopia an der Maria-Ward-Straße nach den inzwischen überarbeiteten Plänen aus. © Staab Architekten

Der aktuelle Planungsstand und die überarbeiteten Entwurfspläne­­­­­­­­­­­ für das Naturkundemuseum Biotopia im Schloss Nymphenburg werden online vorgestellt.

Update: 07. Juni 2021

Naturkundemuseum Biotopia in München - Informationsveranstaltung zum aktuellen Planungsstand

Die Entwurfsplanung für das Naturkundemuseum Biotopia ist abgeschlossen. In einer virtuellen Informationsveranstaltung am Montag, den 14. Juni, zeigen die Projektverantwortlichen den aktuellen Planungsstand für den Neubau, die Ausstellung sowie das bayernweite Netzwerk der beteiligten Einrichtungen.

Dabei geben sie Einblicke in die Metamorphose vom Museum Mensch und Natur hin zu Biotopia und präsentieren erstmals öffentlich die überarbeiteten Entwurfspläne.­­­­­­­­­­­­

Veranstaltungshinweis

Öffentliche Online-Informationsveranstaltung „BIOTOPIA – Wieso, Weshalb, Warum?“ am Montag, den 14. Juni 2021 um 19 Uhr.

Kostenlose Teilnahme ohne Anmeldung unter folgendem Zoom-Link. 

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Kritik an Biotopia-Plänen: Aktionskreis startet Petition gegen Neubau im Schlossensemble Nymphenburg

Erstmeldung: 08. Mai 2021

Nymphenburg - Vor der Sommerpause soll die sogenannte „Planunterlage Bau“ mit allen relevanten Projektdetails für das geplante Naturkundemuseum Biotopia dem Landtag vorgelegt werden. Gibt der sein OK, kann’s mit dem Bau losgehen. Die Zeit bis dahin will ein neu gebildeter „Aktionskreis für Schloss Nymphenburg ohne Biotopia“ jetzt nutzen, um das Gesamtkonzept noch zu stoppen.

„Das geplante Neubauprojekt Biotopia würde den einzigartigen Charakter des Schlossensembles Nymphenburg zerstören“, schreibt CSU-Stadtrat Leo Agerer als Sprecher des Aktionskreises in einem offenen Brief zu einer jüngst gestarteten Online-Petition gegen den Museumsbau im Schloss. Agerer ergänzt: „Es gibt nach wie vor kein Verkehrskonzept. Und man muss sich fragen, ob in Zeiten wie diesen ein Projekt für rund 200 Millionen Euro zu verantworten ist.“ Daher wird gefordert, „einen passenderen und möglicherweise kostengünstigeren Standort“ zu suchen.

Kritiker schlagen Paketposthallen-Areal als alternativen Standort vor

Die Kritiker, zu denen Vereine und Gruppen wie das Münchner Forum, die Bürgerinitiative Gemeinsam für Schloss Nymphenburg, die CSU Neuhausen-Nymphenburg, der Stadtteilkulturverein sowie zahlreiche CSU-Mandatsträger vom BA bis zum Bundestag gehören, schlagen alternativ das Paketposthallen-Areal vor. Das Museum Mensch und Natur will Agerer zugleich im Bestand in Schloss Nymphenburg erhalten.

Aussicht auf „Natur-Kultur-Quartier“ inklusive neuer Busanbindung

Forderungen, die für Biotopia-Pressesprecherin Ulrike Rehwagen nicht neu sind. „Die Standortentscheidung wurde vor Jahren sehr bewusst getroffen: für den bekannten und bewährten Museumsort, der zudem in Kooperation mit dem Botanischen Garten die Chance bietet, ein ganzes ‚Natur-Kultur-Quartier‘ zu entwickeln“, erklärt sie. Auch die Verkehrserschließung könne so verbessert werden. Geplant sei, eine Buslinie bis ins Schloss­rondell zu führen.

Überarbeitete Architektur und detaillierte Kostenkalkulation liegen jetzt vor

Die architektonische Planung sei in den vergangenen Monaten in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege weiter verfeinert worden. „Der Neubau wird in höchster Sensibilität mit dem Schlossensemble geplant“, so Rehwagen. Die Gesamtkosten in Höhe von 200 Millionen Euro basierten nun auf einer fundierten Kalkulation bis ins kleinste Detail. „Vorher gab es diese solide Planung noch nicht. Erst jetzt kann man wirklich von konkreten Summen reden“, so die Sprecherin.

Der Ist-Zustand an der Maria-Ward-Straße mit einem Anbau der LMU an Schloss Nymphenburg aus den 60er-Jahren.
Der Ist-Zustand an der Maria-Ward-Straße mit einem Anbau der LMU an Schloss Nymphenburg aus den 60er-Jahren. © mjh

Gibt der Landtag im Sommer grünes Licht, wird das bisherige Museum Mensch und Natur im Herbst geschlossen. Mit dem Abriss des früheren LMU-Anbaus an der Maria-Ward-Straße kann laut Rehwagen frühestens Ende 2022 begonnen werden. Erst müsse das asbestbelastete Innenleben des Gebäudes aus den 60er-Jahren aufwändig entsorgt werden. Daran schließen sich fünf Jahre Bauzeit an. Bis zur Fertigstellung des neuen Museums lädt das„Biotopia Lab“ im Botanischen Garten ein – derzeit Corona-bedingt noch überwiegend mit digitalen Angeboten. Trotz der Schließung des Museums Mensch und Natur soll „Kein Tag ohne Museum“ vergehen, so das Biotopia-Planungsteam.

Der Aktionskreis veranstaltet am Donnerstag, 20. Mai, eine Online-Diskussion. Zur Debatte steht die Frage „Gefährdet Biotopia Schloss Nymphenburg“. Teilnehmer sind unter anderem der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Pilsinger, Prof. Hubertus Günther (Verband Deutscher Kunsthistoriker), Neven Denhauser (Bürgerinitiative „Gemeinsam für Schloss Nymphenburg“) und Robert Brannekämper, Mitglied des Bayerischen Landtags und des Landesdenkmalrats. Sie gehören alle zu den Unterstützern des Aktionskreises und der Petition gegen Biotopia in Schloss Nymphenburg. Infos zur Online-Veranstaltung unter www.stephan-pilsinger.de/biotopia

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