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BMW will sein Stammwerk zum Produktionscampus umgestalten – Hallo verrät erste Details

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Von: Benedikt Strobach

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Das BMW-Stammwerk an der Lerchenauer Straße wird derzeit in einem Architektur-Wettbewerb überplant.
Das BMW-Stammwerk an der Lerchenauer Straße wird derzeit in einem Architektur-Wettbewerb überplant. © BMW Group

Das Ende der klassischen Verbrennungsmotoren naht - und damit auch eine neue Verantwortung für die Autohersteller. Was BMW plant haben sie dem BA Milbertshofen verraten:

MÜNCHEN Nur noch bis 2024 rollen an der Lerchenauer Straße Verbrenner vom Fließband. BMW plant danach, sein Stammwerk in München für Elektroautos umzugestalten. Heute arbeiten hier etwa 10 400 Personen. Knapp 800 Autos werden pro Tag produziert.

BMW-Stammwerk soll überarbeitet werden - Architekturbüros arbeiten bereits an ersten Entwürfen

„Wir wollen unsere Transformation in Richtung E-Mobilität weiter vorantreiben“, erklärte Falko Eschenlohr, zuständig für Standort- und Gebäudeentwicklung bei BMW. Gemeinsam mit seinem Kollegen Philip Krüger stellte er die Pläne in der jüngsten Sitzung des BA Milbertshofen vor.

Falko Eschenlohr und Philip Krüger stellten die Pläne für das BMW-Stammwerk dem BA Milbertshofen vor.
Falko Eschenlohr (links) und Philip Krüger (rechts) stellten die Pläne für das BMW-Stammwerk dem BA Milbertshofen vor. © Benedikt Strobach

Sechs Architektenbüros – unter anderem aus München, Zürich und Kopenhagen – nehmen derzeit an einem Wettbewerb zur Umgestaltung teil. Dessen Ergebnisse werden für Anfang 2022 erwartet – passend zum Jubiläum 100 Jahre Stammwerk.

„Die Stadt hat sich in dieser Zeit um das Werk gebildet“, erklärte Eschenlohr. „Unser Erfolg ist auch ein Erfolg der guten Nachbarschaft.“ Aus Nachhaltigkeitsgründen möchte man das Stammwerk erhalten und nicht auf grüner Wiese neu bauen.

So sollen die Arbeiten ablaufen:

Mit der Umstellung zum Produktionscampus werden die Verbrennermotoren bis 2024 nach Steyr in Österreich und Hams Hall in England ausgelagert. Anschließend wird das alte Produktionsgebäude in München abgerissen und es beginnt ein erstes konkretes Bauvorhaben am Werk: „Es entstehen neue Gebäude für Karosseriebau und Montage“, erklärte Eschenlohr. Diese sollen bis Mitte des Jahrzehnts fertig werden. 400 Millionen Euro lässt sich BMW das kosten.

Die weiteren Planungen sind jedoch noch nicht konkret und Bestandteil des Architekturwettbewerbs. Was aber bereits feststeht: Die Nachbarschaft soll in den Prozess integriert werden. So werde es nach dem Wettbewerb eine Ausstellung der Entwürfe geben, kündigte Eschenlohr an.

Inwieweit das Werk für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werde, könne jedoch nicht gesagt werden. Aber: „Es wird weiterhin Werksführungen geben“, sagt BMW-Sprecher Hanns Huber auf Hallo-Anfrage.

Pläne dem BA Milbertshofen vorgestellt - offene Fragen bleiben dennoch

Aus dem BA kamen nach der Präsentation des Konzepts noch Fragen bezüglich Werkswohnungen oder Azubi-Wohnheimen auf dem künftigen Campus. Diese seien jedoch nicht vorgesehen, erklärte Eschenlohr. Es entstehen aber in nächster Nähe des Stammwerks eine Vielzahl an Wohnungen, etwa im Eggarten oder auf dem ehemaligen Knorr-Bremse-Areal. Zudem habe BMW bereits einige Wohnheime, ergänzte Krüger.

Auch die Verkehrsplanungen rund um die Erweiterung des Forschungs- und Innovationszentrums – hier sollen 15 000 neue Arbeitsplätze bis 2050 entstehen – waren ein Thema. BMW sei städtebauliche Verpflichtungen eingegangen, die Umsetzung werde zeitnah erfolgen, hieß es dazu. BMW sei selbst viel am fließenden Verkehr gelegen. Schließlich beliefern täglich etwa 700 bis 1000 Lastwagen das Münchner Stammwerk.

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