1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Bäume sollen für Bürgerhaus in Bogenhausen weichen – BA ist sich uneinig

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Katrin Hildebrand

Kommentare

Die drei alten Laubbäume (links hinten) sollen bald der Baustelle für das Bürgerhaus weichen.
Die drei alten Laubbäume (links hinten) sollen bald der Baustelle für das Bürgerhaus weichen. © hil

Obwohl Bogenhausen eines der Viertel ist mit den meisten Bewohnern in München, hat es kein Bürgerhaus. Für einen Neubau müssten alte Bäume weichen. Das stößt auf Widerstand.

Bogenhausen - Mit etwa 92 300 Einwohnern steht Bogenhausen auf Platz vier der bevölkerungsreichsten Stadtbezirke. Mit der SEM-Nordost wird es weiter wachsen.

Noch immer gibt es aber kein Bürgerhaus mit öffentlich nutzbaren Räumen. Zwar soll bald eines im Nordteil des Maria-Nindl-Platzes entstehen. Doch gibt es ein Problem: Drei alte Großbäume müssen dem Gebäude weichen. Das weckt Widerstand.

Auf der Bürgerversammlung stellten Anwohnerinnen einen Antrag auf einen veränderten Lageplan des Neubaus, um die Riesen zu erhalten. Im Antrag von Stadtrat Nikolaus Gradl (SPD) ging es um den Erhalt mindestens eines Großbaums. Beide Forderungen erhielten große Zustimmung.

Stadtrat Nikolaus Gradl (SPD) ist für einen Teilerhalt des Baumbestandes.
Stadtrat Nikolaus Gradl (SPD) ist für einen Teilerhalt des Baumbestandes. © privat

Gradl will retten, was geht: „Im Süden des Platzes sollen zwar mehrere Bäume gepflanzt werden. Sie werden allerdings in den nächsten 50 bis 80 Jahren nie den Stamm­umfang des jetzigen Bestands erreichen.“ Er schlägt daher vor, einen oder mehrere der im Norden wachsenden Altbäume in den Süden des Platzes zu versetzen.

Die hätten zwar einen Stammumfang von teils knapp zwei Metern. Doch: „Bei der Umgestaltung des Platzes der Opfer des Nationalsozialismus hat man wesentlich größere Bäume über eine ähnliche Entfernung verschieben können.“ Diese seien ohne Probleme neu angewachsen.

Im BA ist das Thema umstritten. Die Grünen wollen das für Bezirk und Siedlung wichtige Bürgerzentrum nach langem Warten nun schnell realisiert sehen und haben für die kommende Sitzung einen entsprechenden Antrag vorbereitet. Fraktionssprecherin Petra Cockrell sagt: „Ich will die Bäume auch retten, aber wir müssen uns fragen: Was ist gut für die Gesamtheit?“

Drei alte Bäume auf dem Maria-Nindl-Platz müssten für das Bürgerhaus abgerissen werden.
Drei alte Bäume auf dem Maria-Nindl-Platz müssten für das Bürgerhaus abgerissen werden. © hil

Beim Bau des Prinz-Eugen-Parks seien viele Bäume erhalten worden, die zur Fällung freigegeben waren. Zudem seien mehr gepflanzt worden als im Bebauungsplan vorgesehen. Auch sei die Umsiedlung eines Großbaums teuer – um die 100 000 Euro.

„Und dann ist die Frage: Wohin damit?“ Laut Cockrell könne man die Bäume nicht um ein paar Meter verschieben, da die Baustelle allen Raum benötige.

Der BA-Vorsitzende Florian Ring (CSU) meint: „Wenn wir den Plan fürs Bürgerhaus wegen der Bäume verschieben, wirft uns das um mindestens eine Legislaturperiode nach hinten. Das möchte ich dem Bezirk, der das Haus braucht, nicht zumuten.“

Die SPD im BA will, dass wenigstens einer der Riesen umgesetzt wird. Auch, wenn die Kosten nicht unerheblich seien, sollte einem die Rettung eines der Bäume die Finanzierung aus dem Stadtsäckel wert sein, sagt Fraktionssprecherin Karin Vetterle.

Auch interessant

Kommentare